TNT-Drama „Good Behavior“ und Sci-Fi-Serie „Reverie“ von NBC eingestellt

    Zwei quotenschwache US-Formate abgesägt

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 07.11.2018, 09:59 Uhr

    „Good Behavior“ mit Juan Diego Botto und Michelle Dockery – Bild: TNT
    „Good Behavior“ mit Juan Diego Botto und Michelle Dockery

    Für zwei US-Serien ist nun das Ende offiziell bestätigt worden. TNT hat nach langem Zögern bei seiner Serie „Good Behavior“ mit Michelle Dockery und Juan Diego Botto nach zwei Staffeln den Stecker gezogen, während NBC nach einer Staffel das von Sarah Shahi angeführte „Reverie“ beendet hat.

    Good Behavior

    Vom Start weg war „Good Behavior“ für den US-Sender TNT ein quotenschwaches Problemkind. Die Serie war gemeinsam mit den internationalen Turner-Sendern erstellt worden und hatte die Britin Michelle Dockery („Downton Abbey“) und den Argentinier Juan Diego Botto als Hauptdarsteller. Dockery porträtierte in der Adaption von Blake Crouchs Letty-Raines-Geschichten die Hauptrolle: Letty, die nach einem vermurksten Leben einen Neuanfang wagen will, um das Sorgerecht für ihren Sohn zurückzuerhalten. Der hat zuletzt bei Lettys verhasster Mutter gelebt, nachdem Letty länger im Gefängnis saß. Doch „rechtschaffen“ ist einfach nicht Lettys Art, und schließlich kreuzt sie auch noch den Weg des Auftragskillers Javier (Botto) – hinter dessen mörderischer Schale sie einen gebrochenen Mann findet und mit dem sie schließlich eine gemeinsame Zukunft wagen will.

    Bereits vor über einem Jahr war die letzte Episode der zweiten Staffel ausgestrahlt worden. Da „Good Behavior“ linear nur auf enorm schlechte Quoten kam – mit Abstand die schlechtesten einer TNT-Eigenproduktion – wurde zuletzt vor allem versucht, einen Weg zu finden, die Serie noch zu einem runden Abschluss zu bringen. Wie Serienschöpfer Chad Hodge nun mitteilte, sind die Bemühungen jetzt endgültig gescheitert.

    In Deutschland wurde „Good Behavior“ von TNT Serie gezeigt.

    Reverie

    „Reverie“ ist eines der Projekte, die mit großen Hoffnungen auf den Weg gebracht wurden, und dann immer weitere Rückschläge erlitten. Die Serie war im Mai 2017 von NBC als technisch und optisch aufwändiges Prestigeprojekt bestellt worden, in dem die Protagonistin Mara Kint (Sarah Shahi) in virtuellen Realitäten „gestrandete“ Menschen davon überzeugen muss, diese freiwillig wieder zu verlassen – umso schwieriger, als diese Menschen dort meist unerfüllbare Träume recht realistisch erfüllt fanden.

    Kint hatte früher, bis zu einer unvorstellbaren, persönlichen Tragödie, für die Polizei mit Geiselnehmern verhandelt und wurde nun von ihrem damaligen Boss Charlie Ventana (Dennis Haysbert, „24“) rekrutiert, der für den Hersteller des verführerischen VR-Systems arbeitet. Natürlich darf auch eine Mysteryhandlung nicht fehlen.

    Das Prestigeprojekt wurde von NBC letztendlich bis zu diesem Sommer im Archiv gelassen, wo die Serie in zehn Episoden nur durchschnittlich 2,1 Millionen Zuschauer pro Folge (Live+SD) erreichte. Universal TV und Amblin Television standen hinter der Serie, eine deutsche Senderheimat ist noch nicht bekannt geworden.

    Mitteilung von Chad Hodge zur Einstellung von „Good Behavior“

    (Eine bereits geschriebene Szene einer möglichen dritten Staffel findet sich auf den Unterseiten des Posts)

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    With a heavy heart I have to let you know that Good Behavior will not return for a third season on TNT. I’ve always said I could write about Letty and Javier for 500 episodes. Their relationship and place in the world live on the edge of something unique and beautiful and I’m more proud of creating their story than anything in my TV career thus far. The experience of making Good Behavior was also the best of my career. Collaborating with Michelle Dockery, Juan Diego Botto and the entire cast … with pilot director Charlotte Sieling, producing director Mikkel Nørgaard, and all the episodic directors … with Blake Crouch and the writers … with my producing partners Marty Adelstein and Becky Clements … with our kick-ass creative team and crew … we were one family making this show and it was better because of every person who donated their creative lifeblood. You can see it on display in every episode currently streaming on Hulu. To our fans … our incredible fans around the world: THANK YOU. Thank you for loving what we made, for the letters and DMs and gifts, for the love. If I could keep writing the story of Letty and Javier for you I would. The last episode of S2 is not the ending. Actually I did write a bonus scene for you that would have been in Season 3 … swipe left and you’ll see. So just know that Letty and Javier are out there somewhere … living their best lives (eh probably not lol). But they are alive. Their story continues. Though for now, as Letty would say … BYE. #GoodBehavior

    Ein Beitrag geteilt von Chad Hodge (@chadhodge) am

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Reverie hat mich von der Beschreibung her nie wirklich gereizt. Es klang auch ehrlich gesagt nach einer Kopie von "The Cell" und der war damals schon nicht gut.

      Ich hätte trotzdem mal reingesehen... Es war dann auch ein wirklich dummer Zug von NBC die Serie in den beinahe schon traditionell zuschauerschwachen Sommer zu schicken. Jedes Kind weiß, dass es die meisten Sommerserien in den USA sehr schwer haben, eine Verlängerung zu ergattern.

      Um Good Behavior tut es mir sehr leid. Die Serie war wirklich gut und erfrischend anders. Warum die beim Publikum so schlecht ankam kann ich mir kaum erklären. Hier zu sagen, dass qualitativ anspruchsvollere Serien es bei den Amis schwer tun, taugt nicht als Erklärung. Vielleicht war es die melancholisch-tragische Grundstimmung der Geschichte und ihrer beiden Protagonisten, denn dadurch war die sehr unterhaltsame Story halt leider keine Wohlfühlserie und die ersten Episoden luden nicht gerade zum dranbleiben ein, da holperte es ein bisschen. Ich werde sie vermissen!
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      • (geb. 1978) am melden

        Endet Reverie mit einem Cliffhanger?
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