Strandbad-Dokusoap: Schweizer Fernsehen zeigt „Üsi Badi“

    Sommerliche Reise in weitgehend unbekannte Welten

    Jutta Zniva – 20.06.2010

    Strandbad-Dokusoap: Schweizer Fernsehen zeigt "Üsi Badi" – Sommerliche Reise in weitgehend unbekannte Welten – Bild: SF 1

    Außer durch Ausnahmen wie Jan Grünig als Mürfel in der „Lindenstraße“, Guildo Horns Gästen in seiner 2007 für einen Grimme-Preis nominierten Talkshow oder Juliana Götze in dem mit Preisen verdient überhäuften „Polizeiruf 110: Rosis Baby“ waren und sind geistig behinderte Menschen in TV-Unterhaltungsformaten immer noch selten vertreten. Das Schweizer Fernsehen SF 1 zeigt nun vom 5. Juli bis 16. August jeweils montags um 21:00 Uhr sieben Folgen seiner Dokusoap „Üsi Badi“ mit geistig behinderte Menschen. Der sommerliche Schauplatz ist ein Strandbad, in dem die Dokusoap-Protagonisten mitarbeiten (im Service, am Kiosk und als Bademeister-Unterstützer) und während der Drehzeit auch ihre Campingzelte aufgeschlagen haben.

    Eine Dokusoap in einem idyllischen Freibad ist schon mal an sich eine ziemlich gute Idee. Das Schweizer Fernsehen verspricht außerdem durch die „Üsi Badi“-Mitwirkenden „eine Reise in eine weitgehend unbekannte Welt, die eigentlich ganz nahe bei der eigenen liegt, eine Welt, in der die Unmittelbarkeit regiert, in der die Gefühle intensiv sind und alles stärker und spontaner ist. Es ist dieser Reichtum von Menschen mit geistiger Behinderung, der Nichtbetroffene berührt, aber auch verunsichert.“ Dass durch „Üsi Badi“ keine Gesellschaftsgruppen stigmatisiert, sonder Normalität hergestellt werden soll, braucht – vermutlich – nicht extra erwähnt zu werden.

    3sat-Programmplaner, bitte die Dokusoap beizeiten wiederholen! Natur-Dokus aus jedem nur erdenklichen Zipfel der Welt gab’s in letzter Zeit schon mehr als genug.

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