„Dinner for One“: Alle TV-Termine an Silvester 2017 im Überblick

    „The same procedure as every year“ läuft 15 Mal

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 28.12.2017, 09:00 Uhr (erstmals veröffentlicht am 22.12.2017)

    „Dinner for One“ mit Freddie Frinton als Butler James und May Warden als Miss Sophie – Bild: NDR/Annemarie Aldag
    „Dinner for One“ mit Freddie Frinton als Butler James und May Warden als Miss Sophie

    Es ist weder eine Serie noch eine Reihe – und dennoch die am häufigsten wiederholte Fernsehsendung Deutschlands: Der Schwarzweiß-Klassiker „Dinner for One“ gehört für die Deutschen zu Silvester wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu Weihnachten. Der in Großbritannien nahezu unbekannte Sketch wird auch 2017 wieder mehrfach am 31. Dezember gezeigt – insgesamt 15 Mal im Ersten und den Dritten der ARD. Hinzu kommen mehrere abgewandelte regionale Versionen, die ebenfalls wieder gezeigt werden. fernsehserien.de präsentiert alle Termine im Überblick (Änderungen vorbehalten):

    Alle Ausstrahlungstermine von „Dinner For One“ zu Silvester 2017fernsehserien.de


    Der Inhalt ist schnell erzählt: Die alte Miss Sophie (May Warden) feiert ihren 90. Geburtstag allein mit ihrem Butler James (Freddie Frinton), der reihum Sophies bereits verstorbene Freunde Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom vertreten und jeweils in ihrem Namen auf Miss Sophie trinken muss. James wird immer betrunkener und fällt regelmäßig über den Tigerkopf-Teppich – eigentlich war vom NDR ein Eisbärenfell vorgesehen, doch Frinton bestand auf dem von ihm mitgebrachten Tiger. „Dinner for One“ ist ein Meisterwerk der Physical Comedy und ein zeitloser Klassiker. Besonders der ständig wiederkehrende Wortwechsel „The same procedure as last year, Miss Sophie?“ – „The same procedure as every year, James!“ wurde zum Kult.

    Obwohl der 18-minütige Schwarzweiß-Sketch mit englischen Darstellern in englischer Sprache gedreht wurde, handelt es sich um eine deutsche Produktion, bei der Heinz Dunkhase Regie führte. Freddie Frinton besaß die Rechte an dem 1948 verfassten Sketch, er hatte sie dem Autor Lauri Wylie abgekauft. Er war zum ersten Mal bereits am 8. März 1963 in der Sendung „Guten Abend, Peter Frankenfeld“ zu sehen. Peter Frankenfeld und der Regisseur Heinz Dunkhase hatten Frinton und Warden mit dem Sketch bei einem Besuch im englischen Blackpool entdeckt und sofort verpflichtet. Der NDR nahm ihn kurz darauf noch einmal neu auf und strahlte ihn in dieser Fassung erstmals am Samstag, 8. Juni 1963 um 21:30 Uhr in der ARD aus. Diese ist zugleich die seitdem regelmäßig wiederholte Fassung. Frinton hatte sich geweigert, den Sketch in deutscher Sprache aufzuführen, war aber 1968 zu einer Neuverfilmung in Farbe bereit. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Frinton drei Wochen vor dem geplanten Aufzeichnungstermin verstarb.

    Die Ansage vor dem Sketch übernahm Heinz Piper, der während der Aufzeichnung einen verhängnisvollen grammatikalischen Fehler machte. Er sagte nämlich „The same procedure than last year“, was Proteste von Englischlehrern auslöste. Daraufhin schnippelte der NDR an der Tonspur herum und klebte Herrn Piper nachträglich das korrekte as auf die Lippen, das er in einer Probeaufzeichnung gesagt hatte. Seit 1988 ist die einwandfreie Einleitung zu hören.

    Seit 1972 läuft der Sketch jedes Jahr am Silvesterabend in allen dritten Programmen, wodurch der Satz „The same procedure as last year“ noch eine zweite Bedeutung bekam. An Silvester 1999 strahlte der NDR erstmals zwei zusätzliche Versionen aus: eine nachgespielte auf Plattdeutsch und die nachkolorierte Originalfassung. Mehrere Sender zogen in den darauffolgenden Jahren nach und produzierten eigene Varianten. Inzwischen gibt es unter anderem eine hessische, eine nordhessische, eine Schweizer und mehrere kölsche Versionen. Der KiKA strahlt zudem seit 2003 „Dinner für Brot“ mit Bernd das Brot aus. Schließlich veröffentlichte 2016 auch der Streamingdienst Netflix eine eigene Neuauflage.

    Über den Autor

    Glenn Riedmeier ist Jahrgang ’85 und gehört zu der Generation, die in ihrer Kindheit am Wochenende früh aufgestanden ist, um stundenlang die Cartoonblöcke der Privatsender zu gucken. „Bim Bam Bino“, „Vampy“ und der „Li-La-Launebär“ waren ständige Begleiter zwischen den „Schlümpfen“, „Familie Feuerstein“ und „Bugs Bunny“. Die Leidenschaft für animierte Serien ist bis heute erhalten geblieben, zusätzlich begeistert er sich für Gameshows wie z.B. „Ruck Zuck“ oder „Kaum zu glauben!“. Auch für Realityshows wie den Klassiker „Big Brother“ hat er eine Ader, doch am meisten schlägt sein Herz für Comedyformate wie „Die Harald Schmidt Show“ und „PussyTerror TV“, hält diesbezüglich aber auch die Augen in Österreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten offen. Im Serienbereich begeistern ihn Sitcomklassiker wie „Eine schrecklich nette Familie“ und „Roseanne“, aber auch schräge Mysteryserien wie „Twin Peaks“ und „Orphan Black“. Seit Anfang 2013 ist er bei fernsehserien.de vorrangig für den nationalen Bereich zuständig und schreibt News und TV-Kritiken, führt Interviews und veröffentlicht Specials.

    Lieblingsserien: Twin Peaks, Roseanne, Gargoyles – Auf den Schwingen der Gerechtigkeit

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Am liebsten mag ich natürlich die Originalversion, aber im letzten Jahr haben wir versehentlich die Kölner Version angeschaut und Tränen gelacht!
      Und das als Schwäbin ;-)

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