Sky läutet ein neues Zeitalter ein – und verabschiedet sich schrittweise von der Verbreitung über das klassische Kabelsignal. Wie Digitalfernsehen als Erstes berichtete, will der Pay-TV-Anbieter stattdessen auf das sogenannte IPTV umstellen, also auf internetbasiertes Fernsehen – im Gegenzug wird das TV-Signal über DVB-C abgeschaltet. Dies werden in den kommenden Wochen Kunden des größten Kabel-TV-Anbieters Vodafone bemerken.
Ab dem 10. Februar wird ein Teil der Sky-Sender nicht mehr per Kabelsignal verbreitet, sondern über das Internet als OTT (Over-the-Top). Die Umstellung auf IP-Verbreitung erfolgt nach und nach bis zum 17. März. Vodafone hat die Pläne inzwischen auf seiner offiziellen Seite bestätigt und begründet den Schritt so: „Mit der Umstellung der Ausstrahlung ihrer Programme auf IP-Verbreitung belegt Sky danach weniger Frequenzspektrum im Kabelnetz von Vodafone. Dadurch sinken die zu zahlenden Einspeisegebühren. Für Vodafone ergibt sich durch die Umstellung der Sky-Programme auf IP-Verbreitung, dass ohne größeren Aufwand einige Frequenzen im Kabelnetz frei werden. Die dadurch frei werdende Kapazität kann dann für Internetdienste genutzt werden.“
Von der Umstellung auf IPTV betroffen sind alle Sender innerhalb der Pakete Sky Starter, Sky Entertainment, Sky Cinema und Sky Kids. Lediglich einige Sender aus den Paketen Sky Sport und Sky Fußball Bundesliga werden weiterhin wie bisher über das Kabelnetz ausgestrahlt. Bestätigt sind aktuell die Sender Sky Sport UHD und Sky Sport Bundesliga UHD, die wie bisher weitersenden.
Internetfähiger Receiver als Voraussetzung für den Empfang
Vodafone
Ob die Kunden des Pay-TV-Anbieters Sky die Kanäle nach der Umstellung auf IPTV im Vodafone-Netz weiterhin empfangen können, hängt davon ab, ob sie einen internetfähigen Receiver nutzen, der Internet-TV empfangen kann und künftig zwingend notwendig ist. Für Kunden, die bereits Sky Q nutzen, besteht kein Handlungsbedarf. Hier wird die Umstellung auf IP-Verbreitung automatisch erfolgen. Laut Vodafone ist dies ebenso der Fall, wenn eine GigaTV Home, GigaTV Home Sound oder eine GigaTV Cable Box 2 genutzt wird.
Wer allerdings noch einen älteren Receiver nutzt, der nicht internetfähig ist, wird nach der Umstellung die allermeisten Sky-Sender nicht mehr empfangen werden. Ein Empfang über den integrierten Tuner des Fernsehgeräts (via CI+-Modul) ist künftig nicht mehr möglich. Die betroffenen Kunden, die noch ein älteres, nicht internetfähiges Gerät von Sky nutzen, sollen von Sky angeschrieben werden und den Sky Q als Austauschgerät kostenlos gestellt bekommen. Kunden, die ein nicht internetfähiges Gerät von Vodafone nutzen, sollen dagegen Post und ein Austauschgerät von Vodafone erhalten. Voraussetzung für einen reibungslosen Empfang der HD-Sender ist zudem eine stabile Internetleitung: Sky empfielt eine Bandbreite von mindestens 10Mbit/s.
Zusätzliche Sender über Sky
Parallel zu der Umstellung auf IPTV hat Sky schon jetzt einige neue Kanäle angekündigt, die künftig das Angebot ergänzen. Zum 10. Februar erhalten Sky-Kabelkunden die Sender Cartoon Network, Crime + Investigation, Heimatkanal, Jukebox, Motorvision+ und Nicktoons, die über Sky bislang nur Satelliten-Kunden empfangen konnten. Ab dem 3. März werden außerdem sechs SD-Sender auf HD-Qualität upgegradet: Cartoonito, History Channel, Nick Jr., Romance TV, Warner TV Comedy und Warner TV Film.
Laut Sky sei Fernsehen über Streaming/Internet bei Neukunden beliebter als über Satellit oder Kabel. Apropos Satellit: Hier plant Sky in absehbarer Zeit nicht, das Signal abzuschalten. Die Umstellung auf IPTV betrifft also vorerst das Kabelnetz – und hier zunächst Vodafone. Das TeleColumbus-Netz alias Pyur ist vorerst nicht von der Umstellung betroffen.