Reich-Ranitzki erklärt Eklat: Preisverleihung war „widerwärtig“

Bereit für „Klärungsgespräch“

Jutta Zniva – 12.10.2008

Das ZDF hat Thomas Gottschalks Idee einer Sendung mit Marcel Reich-Ranicki aufgegriffen. Man gehe auf den Vorschlag ein und werde den Literaturkritiker, der gestern bei der Aufzeichnung der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises den ihm zugedachten Ehrenpreis verweigerte (fernsehserien.de berichtete), dazu einladen. Ein Konzept für eine Sendung zum Thema „Qualität im Fernsehen“ solle im Fall einer Zusage des Kritikers bald erarbeitet werden.

Der Nachrichtenagentur „AP“ teilte Reich-Ranicki heute mit, er habe ursprünglich nicht vorgehabt, den Ehrenpreis abzulehnen. Vielmehr habe er sich dazu spontan entschlossen, als sich die Preisverleihung für ihn so „widerwärtig“ gestaltet habe, dass er es „nicht ertragen“ habe. „Es ist unglaublich, dass so etwas gesendet wird.“ Auf „AP“-Frage, ob er damit ein Zeichen habe setzen wollen, sagte er, die Bekundung persönlichen Unmuts sei immer auch ein Zeichen. An einem Klärungsgespräch werde er sich beteiligen.

Nach Angaben eines ZDF-Sprechers wird der Auftritt Marcel Reich-Ranickis, bei dem er sich entrüstet über den dargebotenen „Blödsinn“ gezeigt hatte, in voller Länge zu sehen sein. Beginn: 20:15 Uhr.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am via tvforen.de

    Im Großen und Ganzen stimme ich Reich-Ranicki und Heidenreich (mit Ausnahme der Kritik an Gottschalk) zu. Dass die Kritik direkte Auswirkungen auf die Programmgestaltung haben wird, ist unwahrscheinlich. Zu hoffen bleibt vielmehr, dass sich mehr Zuschauer mit der Thematik auseinandersetzen und die von den Sendern immer wieder so gerne als Argument angeführten "Sehgewohnheiten" wieder "gesundere" Formen annehmen. Dafür kann Ranickis Kritik zumindest ein kleiner Anstoß sein.
    Bei der Beurteilung der Fernseh-Qualität geht es nicht nur um intellektuellen und kulturellen Anspruch, sondern um ein grundsätzliches Werte-Problem, z.B. wenn mit primitiven und niederen Instinkten und Trieben Quote gemacht wird. Auch ein Unterhaltungsprogramm, das keinen hohen intellektuellen Anspruch hat und aus der Sicht mancher "seicht" ist, kann auch so etwas wie Tiefgang haben, wenn es z.B. Wertvorstellungen sehr eindrucksvoll vermittelt oder es gelingt, den Zuschauer auf einer emotional-sozialen Ebene positiv zur Selbstreflexion anzuregen.
    • am via tvforen.de

      Harald Martenstein über Marcel Reich-Ranickis Attacke gegen den Blödsinn.

      Am Sonntag hat der bekannteste deutsche Literaturkritiker, der 88-jährige Marcel Reich-Ranicki, bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises für einen so genannten Eklat gesorgt. Nachdem er der Verleihungszeremonie zweieinhalb Stunden lang zugesehen hatte, lehnte Reich-Ranicki es ab, in diesem Rahmen für sein Lebenswerk geehrt zu werden. Er begann seine Ansprache in höflichem Ton. Dann nannte er die Veranstaltung „widerwärtig“ und „Blödsinn“. Überhaupt, das Fernsehen sei schlecht. Der alte Mann brachte einen Mut auf, den nicht viele besitzen. Wer schafft es, hunderten von Leuten geradeaus ins Gesicht zu sagen, dass man für dumm hält, was sie gerade stundenlang bejubelt haben?

      Während Reich-Ranicki redete, zeigten die Kameras Gesichter aus der Zuschauermenge, Ferres- und Kernergesichter. Das Dauergrinsen, das sie an diesem Abend trugen, ging nicht ab. Sie lächelten weiter. Anders können sie offenbar gar nicht. Dann kam Moderator Thomas Gottschalk, versöhnte den Alten, bot ihm eine Sondersendung an, in der er am Freitag (22:30 Uhr) mit ihm, Gottschalk, über Kultur und Qualität reden darf, was voraussichtlich folgenlos bleiben wird. Die Party ging weiter. In den Nachrichten machte man mit dem Eklat Werbung für die Sendung, die vorab aufgezeichnet worden war. „Topquote“, meldete stern.de, und: „Besser konnte es für das ZDF nicht laufen.“ Das System verdaut alles.

      Jede Systemkritik hat es mit dem philosophischen Grundproblem zu tun, dass es für den Kritiker keinen Beobachtungspunkt außerhalb des Systems gibt, man gehört immer dazu. Auch Marcel Reich-Ranicki ist ein Teil der Fernsehunterhaltungsmaschine. Sein eigener Ruhm zum Beispiel beruht darauf, dass er aus der spröden Literaturkritik eine Art Show gemacht hat.

      Die Zeremonie des Verleihens ist das größte Problem

      Der Fernsehpreis erhebt den Anspruch, die besten Fernsehmacher und die besten Sendungen auszuzeichnen. Nur: Er weiß gar nicht, was das ist. Was ist überhaupt gut? Welche Kriterien hat man? Zeichnet man den Routinier aus, der auf hohem Niveau die Erwartungen zuverlässig erfüllt, den skrupellosem Quotenbringer, der Kandidaten dem Gelächter der Nation preisgibt, den Neuerer, der Risiken eingeht und mit dem Gewohnten bricht? In der Liste der Preisempfänger kam das alles irgendwie vor. Das größte Problem bestand allerdings in der Zeremonie des Verleihens.

      Die Zeremonie sollte auf keinen Fall nach „Kultur“ aussehen, nach Ernst, pathetisch gesagt, nach Wahrheit. Egal, wie ernsthaft, witzig oder engagiert die Sendungen im Einzelnen tatsächlich waren, es wurden fast immer dümmliche oder reißerische Passagen zusammengeschnitten. In Thomas Gottschalks Präsentation und in den Reden der Laudatoren verwandelten sie sich alle in harmlose Unterhaltung, in Partystimmung und Smalltalk. Selbst die „Oscar“-Zeremonie, kein Ort, an dem ästhetische Revolutionen stattfinden, wirkt intellektuell, frech und selbstkritisch, verglichen mit dem Deutschen Fernsehpreis.

      Intelligenz und Kritik sind verdächtig geworden

      Insofern ist der Fernsehpreis ein Spiegel der Gesellschaft. Auch wer kein Kulturkritiker ist, der reflexhaft überall Verfall wittert, spürt, dass sich in den letzten Jahren etwas verändert hat. Intelligenz und Kritik sind verdächtig geworden, fast überall in den Medien. Der Kritiker, der darauf hinweist, dass das Erfolgreiche nicht das Gute sein muss, gilt als Miesmacher. Einer, der die Geschäfte stört. Selbst ein so unterhaltsamer Kritiker wie Reich-Ranicki ist auf diese Weise zu einer Randfigur geworden, auch wenn sie ihn heuchlerisch feiern. Es ist kein Zufall, dass Reichs Nachfolgerin Elke Heidenreich nur noch lobt und niemals kritisiert. So hätten sie es gerne überall. Nicht meckern, nur feiern. Der Fernsehpreis soll den kritischen und deshalb lästigen Grimme-Preis in den Hintergrund drängen. So, wie Heidenreich Nachfolgerin Reich-Ranickis ist, wie die Filmindustrie den deutschen Filmpreis auf Mainstream zu trimmen versucht, wie die hübsche Katharina Wagner statt der intellektuellen Nike Wagner Bayreuth übernimmt, wie das Wort Bestsellerautor den Begriff Schriftsteller verdrängt, wie fast überall seit Jahren die Bilder größer werden und die Texte kleiner. Man hat das Gefühl, als solle das Publikum umerzogen werden, hin zur Anspruchslosigkeit von Maden.

      Kritik und Intelligenzausübung sind das Erfolgsrezept unseres Gesellschaftsmodells. Wo es keine Kritik mehr gibt, herrschen Stagnation oder Niedergang. Kritisches Denken aber wird vielerorts ersetzt durch das Prinzip der Demokratie – man stimmt einfach ab. Ein Beispiel sind die Hitparaden der Zeitschrift „Cicero“, die sogar Philosophen dieser Methode unterwirft. Wer am häufigsten in den Medien erwähnt wird, ist angeblich der wichtigste Denker. Aber das ist Lüge. Eine Fernsehsendung, die von vielen Leuten angesehen wird, muss nicht gut sein. Ein Philosoph, der oft in der „Bild“ steht, muss nicht wichtig sein. Ein Bestseller ist nicht automatisch ein gutes Buch. Ganz im Gegenteil, es kann ein sehr schlechtes Buch sein. Erfolg und Qualität – das sind, bei Büchern, bei Sendungen, bei Musik, generell, zwei grundverschiedene Eigenschaften. Manchmal fällt beides zusammen, manchmal nicht.

      Unterhaltung ist schwierig

      Es wäre falsch, Kritik und Intelligenz gegen Unterhaltung auszuspielen. Im günstigsten Fall bekommt man auch hier beides zusammen. Es ist schwierig, etwas Unterhaltsames zustande zu bringen. Viele scheitern daran. Es gibt also keinen Grund, Unterhaltung für grundsätzlich seicht zu erklären Und auch das, was die meisten von uns für große Kunst halten, ist fast immer unterhaltsam – sonst würden wir uns gar nicht erst damit befassen.

      Aber Kultur kann mehr, im Fernsehen, in der Literatur, überall. Es ist möglich, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, es ist möglich, etwas zu durchschauen, es ist möglich, erschüttert, entzückt oder wütend zu sein. Kitsch schafft das nicht, Kalauer schaffen das nicht.

      Ein Fernsehen, das sich so präsentiert, als sei es nicht statthaft, über Kitsch und über Kalauer hinauszudenken, schafft sich als kulturelle Institution selber ab. Es wird zu einer Zeittotschlagsmaschine für die Ungebildeten, die anderen wandern ins Internet ab. Dort gibt es alles.
      • am via tvforen.de

        gähn, nicht schon wieder. wenn ich 90 bin werd ich auch den mut aufbringen einigen leuten die wahrheit ins gesicht zu sagen. tolle leistung war das. immerhin hat er sich einen neuen auftritt rausgeschlagen für den er wieder eine gute gage bekommt, glückwunsch dazu.
      • am via tvforen.de

        gähn, nicht schon wieder. wenn ich 90 bin werd ich auch den mut aufbringen einigen leuten die wahrheit ins gesicht zu sagen. tolle leistung war das. immerhin hat er sich einen neuen auftritt rausgeschlagen für den er wieder eine gute gage bekommt, glückwunsch dazu.
      • am via tvforen.de

        Witzig, im Tagesspiegel ist jemandem genau der gleiche Text eingefallen. Bist Du Harald Martenstein?

        http://www.tagesspiegel.de/kultur/Harald-Martenstein-Marcel-Reich-Ranicki;art772,2635349
      • am via tvforen.de

        Witzig, im Tagesspiegel ist jemandem genau der gleiche Text eingefallen. Bist Du Harald Martenstein?

        http://www.tagesspiegel.de/kultur/Harald-Martenstein-Marcel-Reich-Ranicki;art772,2635349
      • am via tvforen.de

        Aus nlahmanns Posting geht meiner Ansicht nach hervor, dass Martenstein zitiert wird.
    • am via tvforen.de

      Ich bin in die Falle gegangen: eigentlich wollte ich die Sendung gar nicht ansehen, aber nach dem Hinweis (hier im Forum!!) auf MRR's "Eklat" (maßlos übertrieben formuliert) bin ich neugierig geworden und hab's mir angeschaut.

      Ich fand RMM nicht skandalös, aber ich finde auch, er hätte sich das verkneifen können. Er hätte ja nicht hingehen müssen und hätte dann seine Bedenken gegen die Sendung auf andere Weise ausdrücken können. Man hatte den Eindruck , dass das Publikum nicht wusste, wie es reagieren sollte, dass es hin- und hergerissen war. Vielleicht spielte auch schon ein bisschen Nachsicht (um das Wort "Mitleid" zu vermeiden) mit dem 88-Jährigen eine Rolle.

      Ich fand die Reaktion von Gottschalk eigentlich ganz gut (ich bin kein Fan von ihm, ich schaue mir nie "Wetten, dass..?" an), er war ziemlich schlagfertig und hat gut improvisiert. Besonders witzig fand ich den Bemerkung, dass ihm Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers" sehr gut gefallen habe.

      Insgesamt war die Sendung schon ein bisschen langweilig, aber das liegt wohl in der Natur von Preisverleihungen. Die Preisträger sind glücklich, überrascht und bedanken sich artig bei allen ihren Kollegen und Mitarbeitern - was sollten sie sonst sagen? Es ist sehr schwierig, in so einer Situation Originalität zu beweisen.

      Noch ein Hinweis: Ich sehe relativ selten deutsche Sender, so kannte ich die meisten Programme, Komiker und andere Personen nicht. Gelungen fand ich die "stumme Ansage" der beiden Komiker mit ihren Spruchzetteln.

      Einen guten Auftritt hatten m.E. auch Veronica Ferres und Senta Berger. Ein kleiner Schock für mich war Karin Baal, die ich lange nicht mehr gesehen hatte und die einen sehr angegriffenen Eindruck machte. Ich glaube nicht, dass es nur am Alter liegt, sie scheint gesundheitliche Probleme zu haben.
      • am via tvforen.de

        Nie war es so wahr wie heute, oder gestern, oder vorgestern.
        Das hätte ich MRR oder Elke Heidenreich oder wem auch immer schon vorher sagen können, aber auf mich hört ja keiner, denn ich bin einer der bei einer Justizanstalt mit Rundfunkbetrieb nicht mal am Pförtner vorbei kommt.
        TV steht inzwischen für Totalverarschung.
        • am via tvforen.de

          Der Thread ist ja ganz schön lang geworden, hab mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber vielleicht hat jemand Lust ein Interview mit Gottschalk nach der Show zu lesen.

          Also, hier der Link zur SZ: Gottschalk Interview zum RR-Eklat (http://www.sueddeutsche.de/kultur/838/313742/text/)

          Eigentlich nichts neues, nur ein oder zwei Insider-news.
          • am via tvforen.de

            Auf der RTL Seite, kommt der Eklat erst an dritter Stelle, an erster Stelle steht Schleimbeutelgrinser Schreyl für seinen Preis.

            Hier mal der Onlinetext:

            "Der große Gewinner bei der diesjährigen Verleihung des begehrten Deutschen Fernsehpreises heißt RTL! In insgesamt neun von 22 Kategorien konnte sich der Kölner Sender bei der Würdigung hervorragender Leistungen für das Fernsehen durchsetzen, die zum zehnten Mal stattfand. Damit lag RTL in der Senderwertung vor der ARD (sechs TV-Preise), dem ZDF (fünf TV-Preise) und ProSieben (zwei TV-Preise). 3sat, Arte, Sat.1, die dritten ARD-Programme und Eurosport erhielten jeweils eine Ehrung. Besonders freute sich Moderator Marco Schreyl über den Preis in der Kategorie Beste Show für ’Deutschland sucht den Superstar’."

            und den Kommentar der bräsigen RTL Chefin:

            RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt: “Ich freue mich sehr über die zahlreichen Auszeichnungen für RTL-Produktionen beim diesjährigen Deutschen Fernsehpreis. (...) Dass RTL in den drei wichtigen Kategorien beste Serie, beste Show und beste Reality ausgezeichnet wurde, demonstriert die Bandbreite unseres Programmangebots.“



            Quelle: RTL.de
          • am via tvforen.de

            Auf der RTL Seite, kommt der Eklat erst an dritter Stelle, an erster Stelle steht Schleimbeutelgrinser Schreyl für seinen Preis.

            Hier mal der Onlinetext:

            "Der große Gewinner bei der diesjährigen Verleihung des begehrten Deutschen Fernsehpreises heißt RTL! In insgesamt neun von 22 Kategorien konnte sich der Kölner Sender bei der Würdigung hervorragender Leistungen für das Fernsehen durchsetzen, die zum zehnten Mal stattfand. Damit lag RTL in der Senderwertung vor der ARD (sechs TV-Preise), dem ZDF (fünf TV-Preise) und ProSieben (zwei TV-Preise). 3sat, Arte, Sat.1, die dritten ARD-Programme und Eurosport erhielten jeweils eine Ehrung. Besonders freute sich Moderator Marco Schreyl über den Preis in der Kategorie Beste Show für ’Deutschland sucht den Superstar’."

            und den Kommentar der bräsigen RTL Chefin:

            RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt: “Ich freue mich sehr über die zahlreichen Auszeichnungen für RTL-Produktionen beim diesjährigen Deutschen Fernsehpreis. (...) Dass RTL in den drei wichtigen Kategorien beste Serie, beste Show und beste Reality ausgezeichnet wurde, demonstriert die Bandbreite unseres Programmangebots.“



            Quelle: RTL.de
        • am via tvforen.de

          was sind denn zettel-komiker?
          • am via tvforen.de

            Von der Sendung habe ich wenig gesehen.
            Amüsiert habe ich mich über das Comedy Duo "Ohne Rolf".
            Großartig!!!!

            http://www.ohnerolf.ch/

            Das wars auch schon von mir zum Thema Fernsehpreis.
            • am via tvforen.de

              Ist ja 'ne ziemlich fette PR für den lauen Eklat.

              Da es Preise für "Wer kackt am Besten auf Krepierende?" (beste Reality) und "Wer schmiert Scheiße am Besten auf den Bildschirm?" (DSD und Dummbratz Marco Schreyl, der auch noch wider das Feuilleton den Zuschauern dankt) gibt, verstehe ich Marcel Reich-Ranickis Reaktion wirklich. Ekelhaft. Für so etwas darf es keine Preise mehr geben. Bitte diese Kategorie nie wieder beim "Fernsehpreis".

              Doch: Ich unterschätze Thomas Gottschalk bisher sehr: Als es für das grauenhafte Reality-Format tatsächlich eine Auszeichnung gibt, kommentiert er nonchanlant "Ich wünsche euch weiterhin viele Kinder, die ausreißen, damit ihr DAS (sprich "Mist") weiterhin machen könnt.“ Als die immer wieder grauenhafte Veronica Ferres zwei grandiose Schauspielerinnen (Katharina Wackernagel und Claudia Michelsen) zum Entsetzen aller (live waren wirklich alle überrascht ob der Fehlentscheidung) aussticht und ins Mikro flennt, sie wäre ja auch an diesem Abend eigentlich der unersetzliche VIP-Gast beim Spiel Deutschland-Russland und auch beim Boxen gewesen und irgend-flenn-wie nun hier, korrigiert Gottschalk nach der Heuchelei die Merchandising-Ikone, die ihre Stirn inzwischen im Nacken trägt, das Fußball- sowie das Boxspiel seien gestern gewesen. Fein, Herr Gottschalk.

              Die Sendung beginnt als Desaster, da Qualität und Originalität (1. "Mord mit Aussicht" und "KDD", dann fast ebenbürtig "Dr. Psycho") dem Schund ("Doktors Tagebuch") unterliegt. Besser wird es, da eine der Besten den Preis für die beste Nebenrolle (Silke Bodenbender, die in den präsentierten Kategoriefilmen Hauptrollen hatte und im letzten Jahr auch einige offizielle Hauptrollen hatte und die Ferres bei einer Nominierung für "Erlkönig" garantiert an den Katzentisch verwiesen hätte). Silke Bodenbender hältt dann auch die beste und berührendste Dankesrede des Abends, bedankt sich für die Vorlage von Michael Gwisdek, bei ihren Regisseuren, dass sie ernst genommen wird und verschwindet in ihrer Größe in Bescheidenheit [Gruß an meine heißverehrte Silke von deinem Roelle, der dich bei Rüdigers Ingolstädter Fegerfeuer ins Knie kniff :-) ]

              Wichtig ist die Sendung auch, weil mein Favorit "Contergan" gewinnt, ich Katharina Wackernagel in diaphaner Verbitterung sehen darf, als Michel Souvignier verlauten lässt, dass Grünthal noch nichts von den soundsoviel versprochenen Millionen gezahlt hat. Dass Benjamin Sadler die grandiose Carolin Peters als Kristin Peters bezeichnet, sei mal seinem was-auch-immer verziehen. Er bedankt sich bei Caroline Peters ("Mord mit Aussicht"). Peters nicht mit ihrem korrekten Vornamen in der Dankesrede zu erwähnen, ist sicher seiner Aufregung geschuldet.

              Einziger Verlierer des Abends ist BMW, denn die einzig von Kriegsverbrechen profitierende Firma schweigt noch immer. Was ihr nicht hilft. Denn "Das Schweigen der Quandts" erhielt den Preis als beste Dokumentation. Und wird: WIEDERHOLT!

              Einzig beschämend: Als "Das Schweigen der Quandts" ausgezeichnet und vom Macher der größte Dank an das "Öffentlich-rechtliche Fernsehen" ging, war die Kamera auf der Fickamöbe Collien Ferndandez. Hier wären Standing Ovations (auch von den bei Privaten Beschäftigten) das Mindeste.
              • am via tvforen.de

                Meine Güte, was für eine furchtbare Sendung. Ich habe, ungelogen, nur mit erheblicher Anstrengung meiner Willenskraft bis zum Auftritt von MRR durchgehalten und dann endlich abgeschaltet; spätestens bei dem - höflich gesagt - vollends peinlichen Auftritt von Ingolf Lück war mir die Neugier aufs Kommende so gut wie vergangen. Gräßlich.

                ((Bitte, liebe Forums-Administratoren: Mein obiger Beitrag ist versehentlich 3 Mal hier hineingeraten. Streichen Sie 2 davon!))
              • am via tvforen.de

                Meine Güte, was für eine furchtbare Sendung. Ich habe, ungelogen, nur mit erheblicher Anstrengung meiner Willenskraft bis zum Auftritt von MRR durchgehalten und dann endlich abgeschaltet; spätestens bei dem - höflich gesagt - vollends peinlichen Auftritt von Ingolf Lück war mir die Neugier aufs Kommende so gut wie vergangen. Gräßlich.

                ((Bitte, liebe Forums-Administratoren: Mein obiger Beitrag ist versehentlich 3 Mal hier hineingeraten. Streichen Sie 2 davon!))
              • am via tvforen.de

                ich fand die Gala nicht so schlimm wie MRR - dennoch kann ich seine Meinung verstehen .

                warum kann man so einer Gala nicht auch etwas mehr Klasse und Eleganz geben - warum muss ÜBERALL Atze Schröder auftreten ? und diese "komischen" Zettelkomiker.....

                Das er Gottschalk zum Schluss das Du anbot war nicht nur eine sehr versöhnliche Geste sondern auch ein Zeichen von Wertschätzung für Ihn ! Marcel Recih-Ranicki weis eben was Qualität ist.....


                Gruß Sir Hilary
              • am via tvforen.de

                ich fand die Gala nicht so schlimm wie MRR - dennoch kann ich seine Meinung verstehen .

                warum kann man so einer Gala nicht auch etwas mehr Klasse und Eleganz geben - warum muss ÜBERALL Atze Schröder auftreten ? und diese "komischen" Zettelkomiker.....

                Das er Gottschalk zum Schluss das Du anbot war nicht nur eine sehr versöhnliche Geste sondern auch ein Zeichen von Wertschätzung für Ihn ! Marcel Recih-Ranicki weis eben was Qualität ist.....


                Gruß Sir Hilary
            • am via tvforen.de

              War ja 'ne ziemlich fette PR für den lauen Eklat.

              Da es Preise für "Wer kackt am Besten auf Krepierende?" (beste Reality) und "Wer schmiert Scheiße am Besten auf den Bildschirm?" (DSD und Dummbratz Marco Schreyl, der auch noch wider das Feuilleton den Zuschauern dankt) gab, verstehe ich Marcel Reich-Ranickis Reaktion wirklich. Ekelhaft. Für soetwas darf es keine Preise mehr geben. Bitte diese Kategorie nie wieder beim "Fernsehpreis".

              Doch: Ich unterschätzte Thomas Gottschalk bisher sehr: Als es für das grauenhafte Reality-Format tatsächlich eine Auszeichnung gab, kommentierte er nonchanlant "Ich wünsche euch weiterhin viele Kinder, die ausreißen, damit ihr DAS (sprich "Mist") weiterhin machen könnt. Als die immer wieder grauenhafte Veronica Ferres zwei grandiose Schauspielerinnen (Katharina Wackernagel und Claudia Michelsen) zum Entsetzen aller (live waren wirklich alle überrascht ob der Fehlentscheidung) ausstach und ins Mikro flennte, sie wäre ja auch an diesem Abend eigentlich der unersätzliche VIP-Gast beim Spiel Deutschland-Russland und auch beim Boxen gewesen und irgend-flenn-wie nun hier, korrigierte Gottschalk nach der Heuchelei die Merchandising-Ikone, die ihre Stirn inzwischen im Nacken trägt, das Fußball- und das Boxspiel seien gestern gewesen. Fein, Herr Gottschalk.

              Die Sendung begann als Desaster, da Qualität und Originalität (1. "Mord mit Aussicht" und "KDD", dann fast ebenbürtig "Dr. Psycho") dem Schund ("Doktors Tagebuch") unterlag. Besser wurde es, da eine der Besten den Preis für Beste Nebenrolle (Silke Bodenbender, die in den präsentierten Kategoriefilmen Hauptrollen hatte und im letzten Jahr auch einige offizielle Hauptrollen hatte und die Ferres bei einer Nominierung für "Erlkönig" garantiert an den Katzentisch verwiesen hätte). Silke Bodenbender hielt dann auch die beste und berührendste Dankesrede des Abends, bedankte sich für die Vorlage von Michael Gwisdek, bei ihren Regissuren, dass sie ernst geommen wird und verschwand in ihrer Größe in Bescheidenheit [Gruß an meine heißverehrte Silke von deinem Roelle, der dich bei Rüdigers Ingolstädter Fegerfeuer ins Knie kniff :-) ]

              Wichtig war die Sendung auch, weil mein Favorit "Contergan" gewann, ich Katharina Wackernagel in diaphaner Verbitterung sehen durfte, als Michel Souvignier verlauten ließ, dass Grünthal noch nichts von den soundsoviel versprochenen Millionen gezahlt hat. Dass Benjamin Sadler die grandiose Carolin Peters als Kristin Peters bezeichnete, sei mal seinem was-auch-immer geschuldet. Er bedankte sich bei Caroline Peters ("Mord mit Aussicht") Ich wäre ja an La Peters' Stelle ein wenig gekränkt.

              Einziger Verlierer des Abends ist BMW, denn die einzig von Kriegsverbrechen profitierende Firma schweigt noch immer. Was ihr nicht hilft. Denn "Das Schweigen der Quandts" erhielt den Preis als beste Dokumentation. Und wird: WIEDERHOLT!

              Einzige Schande: als "Das Schweigen der Quandts" ausgezeichnet und vom Macher der größte Dank an das "Öffentlich-rechtliche Fernsehen" ging, war die Kamera auf der Fickamöbe Collien Ferndandez. Hier wären Standing Ovations (auch von den bei Privaten Beschäftigten) das Mindeste.
              • am via tvforen.de

                Wer sich den Ausschnitt selbst nochmal ansehen möchte:
                [url]http://www.youtube.com/watch?v=KWuinyJgKew[/url]
                • am via tvforen.de

                  Zu diesem Coup kann man nur gratulieren: Da wird ein hübscher, kleiner Eklat inszeniert, auf den die Presse prompt dankend einsteigt - und schon steigen die Quoten bei der Ausstrahlung um einige Prozentpunkte. Als ob ZDF und ARD so flexibel wären, mal eben ein neues Sendekonzept anzubieten und zwei Wochen später an den Start bringen zu wollen.

                  Dabei trifft Reich-Ranickis Kritik durchaus den Kern: Ja, der inhaltliche Anspruch des deutschen Fernsehens ist lausig. Was bei all den Unterstützer-Rufen geneigter Zuschauer jetzt aber schnell vergessen wird: Das Fernsehen ist das Abbild der Gesellschaft. Sie, liebe Fernsehzuschauer, wünschen sich das Programm genauso wie es ist - das zeigen die täglichen Quoten. Insofern ist die deutsche Fernsehkultur kein hausgemachtes Problem der Sender, sondern der Beweis für die gnadenlose Anspruchslosigkeit und Blödheit deutscher Zuschauer. Und das, liebe Leute, die Ihr jetzt voll hinter Reich-Ranickis Auftritt steht, wird sich in ein paar Wochen erneut beweisen, wenn Reich-Ranicki mit seiner anspruchsvollen Sendung total floppt - weil Sie dann doch lieber wieder bei einer Reality Show reinzappen.
                  • am via tvforen.de

                    zieh Dich schon mal warm an: in diesem Forum gibt es nichts Schlimmeres ale einen neuen Thread zu einem bereits behandeltem Thema aufzumachen. Gleich gibt es Saures :-)
                  • am via tvforen.de

                    zieh Dich schon mal warm an: in diesem Forum gibt es nichts Schlimmeres ale einen neuen Thread zu einem bereits behandeltem Thema aufzumachen. Gleich gibt es Saures :-)
                  • am via tvforen.de

                    ...das ist in allen Foren so - und ich mache es immer falsch. Insofern perlt Kritik an mir ab. Aber von mir aus: Nur zu! [augen_zukneif]
                  • am via tvforen.de

                    Jetzt biste integriert mit deiner total innovativen Kritik ;-)
                  • am via tvforen.de

                    Hallo,

                    vielleicht bin ich eine Minderheit, aber ganz ehrlich ich habe glaube ich noch nie den Fernseher angemacht um mich kulturell zu unterhalten.
                    Den wenn ich das Bedürfnis nach Kultur habe, lese ich ein Buch, höre mir klassische Musik bzw. Jazz bzw. was mir sonst gefällt an, gehe ins Theater oder in ein Konzert, aber ich werde ganz sicher nicht den Fernseher einschalten, und das selbst wenn die TV Sender mehr Kultur in ihrem Programm aufnehmen würde.
                    Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich zwei mal versucht habe mir eine Theateraufführung im TV anzuschauen und ich persönlich fand, das dort nicht das gleiche herein überkam als wenn man wirklich im Publikum sitzt. Das gleiche gilt für diverse Buchbesprechungen wenn ich interesse an einem Buch habe, schaue ich mich nach Kritiken dieses Buches in den diversen Online Ausgaben der diversen Zeitungen um. Aber ich brauche nicht studierte Literaturwissenschafter die mir mitteilen wollen wie sie das buch finden, schon gar nicht zu Nachtschlafender Zeit.
                    Wie gesagt vielleicht zähle ich zu einer Minderheit, aber meistens läuft der Fernseher ohnehin nur im Hintergrund und ich könnte wohl genauso gut Radio hören (wenn mich dabei nicht die ständigen Verkehrsmittelungen nerven würden)
                    viele Grüsse
                    Dan
                  • am via tvforen.de

                    Hallo,

                    vielleicht bin ich eine Minderheit, aber ganz ehrlich ich habe glaube ich noch nie den Fernseher angemacht um mich kulturell zu unterhalten.
                    Den wenn ich das Bedürfnis nach Kultur habe, lese ich ein Buch, höre mir klassische Musik bzw. Jazz bzw. was mir sonst gefällt an, gehe ins Theater oder in ein Konzert, aber ich werde ganz sicher nicht den Fernseher einschalten, und das selbst wenn die TV Sender mehr Kultur in ihrem Programm aufnehmen würde.
                    Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich zwei mal versucht habe mir eine Theateraufführung im TV anzuschauen und ich persönlich fand, das dort nicht das gleiche herein überkam als wenn man wirklich im Publikum sitzt. Das gleiche gilt für diverse Buchbesprechungen wenn ich interesse an einem Buch habe, schaue ich mich nach Kritiken dieses Buches in den diversen Online Ausgaben der diversen Zeitungen um. Aber ich brauche nicht studierte Literaturwissenschafter die mir mitteilen wollen wie sie das buch finden, schon gar nicht zu Nachtschlafender Zeit.
                    Wie gesagt vielleicht zähle ich zu einer Minderheit, aber meistens läuft der Fernseher ohnehin nur im Hintergrund und ich könnte wohl genauso gut Radio hören (wenn mich dabei nicht die ständigen Verkehrsmittelungen nerven würden)
                    viele Grüsse
                    Dan
                  • am via tvforen.de

                    "Als ob ZDF und ARD so flexibel wären, mal eben ein neues Sendekonzept anzubieten und zwei Wochen später an den Start bringen zu wollen. "

                    An einer Geprächsrunde mit ca. 2 Leuten besteht keine Schwierigkeit. Schau dir nurmal an, wie schnell man bei einem aktuellen Ereignis Leute von A nach B schafft und ggf. auch stundenlange Berichterstattung mit Beiträgen, Talkgästen etc. anbieten kann.

                    Inszeniert war das sicher nicht, aber es wurde dankbar ausgeschlachtet. Von allen Seiten.


                    ", der inhaltliche Anspruch des deutschen Fernsehens ist lausig. Was bei all den Unterstützer-Rufen geneigter Zuschauer jetzt aber schnell vergessen wird: Das Fernsehen ist das Abbild der Gesellschaft. "

                    Das ist das Wichtigste an der ganzen Sache. Besonders bei Spiegel Online im Forum regen sich alle über das lausige Niveau auf, dabei sind es in der Summe auch alle, die das nachfragen.
                  • am via tvforen.de

                    "Als ob ZDF und ARD so flexibel wären, mal eben ein neues Sendekonzept anzubieten und zwei Wochen später an den Start bringen zu wollen. "

                    An einer Geprächsrunde mit ca. 2 Leuten besteht keine Schwierigkeit. Schau dir nurmal an, wie schnell man bei einem aktuellen Ereignis Leute von A nach B schafft und ggf. auch stundenlange Berichterstattung mit Beiträgen, Talkgästen etc. anbieten kann.

                    Inszeniert war das sicher nicht, aber es wurde dankbar ausgeschlachtet. Von allen Seiten.


                    ", der inhaltliche Anspruch des deutschen Fernsehens ist lausig. Was bei all den Unterstützer-Rufen geneigter Zuschauer jetzt aber schnell vergessen wird: Das Fernsehen ist das Abbild der Gesellschaft. "

                    Das ist das Wichtigste an der ganzen Sache. Besonders bei Spiegel Online im Forum regen sich alle über das lausige Niveau auf, dabei sind es in der Summe auch alle, die das nachfragen.
                  • am via tvforen.de

                    maddiekean schrieb:
                    -------------------------------------------------------
                    > Zu diesem Coup kann man nur gratulieren: Da wird
                    > ein hübscher, kleiner Eklat inszeniert, auf den
                    > die Presse prompt dankend einsteigt - und schon
                    > steigen die Quoten bei der Ausstrahlung um einige
                    > Prozentpunkte. Als ob ZDF und ARD so flexibel
                    > wären, mal eben ein neues Sendekonzept anzubieten
                    > und zwei Wochen später an den Start bringen zu
                    > wollen.

                    An einen inszenierten Coup mit Blick auf die Zuschauerquoten glaube ich nicht. Das würde bedeuten, dass sich Reich-Ranicki dafür hätte instrumentalisieren lassen. Bei ihm kann ich mir das nicht (na gut: nur sehr, sehr schwer ...) vorstellen.

                    > Dabei trifft Reich-Ranickis Kritik durchaus den
                    > Kern: Ja, der inhaltliche Anspruch des deutschen
                    > Fernsehens ist lausig. Was bei all den
                    > Unterstützer-Rufen geneigter Zuschauer jetzt aber
                    > schnell vergessen wird: Das Fernsehen ist das
                    > Abbild der Gesellschaft. Sie, liebe
                    > Fernsehzuschauer, wünschen sich das Programm
                    > genauso wie es ist - das zeigen die täglichen
                    > Quoten. Insofern ist die deutsche Fernsehkultur
                    > kein hausgemachtes Problem der Sender, sondern der
                    > Beweis für die gnadenlose Anspruchslosigkeit und
                    > Blödheit deutscher Zuschauer. Und das, liebe
                    > Leute, die Ihr jetzt voll hinter Reich-Ranickis
                    > Auftritt steht, wird sich in ein paar Wochen
                    > erneut beweisen, wenn Reich-Ranicki mit seiner
                    > anspruchsvollen Sendung total floppt - weil Sie
                    > dann doch lieber wieder bei einer Reality Show
                    > reinzappen.

                    Das ist nicht die ganze Wahrheit, denke ich. Einerseits reagieren die TV-Sender natürlich auf das - wie auch immer geartete - Zuschauerinteresse. Andererseits formen sie dieses auch durch ihre tagtägliche Berieselung, z.B. in Richtung Desensibilisierung durch Reizüberflutung (Folge: ständig wachsende "Anmache" im TV). Es dürfte sich hier um einen sich wechselseitig beeinflussenden Prozess handeln. Die Frage ist nur, welche Seite den stärkeren Part dabei innehat.

                    Unter dem Strich aber führt dieser Prozess jedenfalls unter den gegebenen Vorzeichen bergab. Ich befürchte, in zwei, drei Jahrzehnten werden die heutigen TV-Verhältnisse geradezu idyllisch erscheinen im Lichte dessen, was dann angesagt ist.
                  • am via tvforen.de

                    maddiekean schrieb:
                    -------------------------------------------------------
                    > Zu diesem Coup kann man nur gratulieren: Da wird
                    > ein hübscher, kleiner Eklat inszeniert, auf den
                    > die Presse prompt dankend einsteigt - und schon
                    > steigen die Quoten bei der Ausstrahlung um einige
                    > Prozentpunkte. Als ob ZDF und ARD so flexibel
                    > wären, mal eben ein neues Sendekonzept anzubieten
                    > und zwei Wochen später an den Start bringen zu
                    > wollen.

                    An einen inszenierten Coup mit Blick auf die Zuschauerquoten glaube ich nicht. Das würde bedeuten, dass sich Reich-Ranicki dafür hätte instrumentalisieren lassen. Bei ihm kann ich mir das nicht (na gut: nur sehr, sehr schwer ...) vorstellen.

                    > Dabei trifft Reich-Ranickis Kritik durchaus den
                    > Kern: Ja, der inhaltliche Anspruch des deutschen
                    > Fernsehens ist lausig. Was bei all den
                    > Unterstützer-Rufen geneigter Zuschauer jetzt aber
                    > schnell vergessen wird: Das Fernsehen ist das
                    > Abbild der Gesellschaft. Sie, liebe
                    > Fernsehzuschauer, wünschen sich das Programm
                    > genauso wie es ist - das zeigen die täglichen
                    > Quoten. Insofern ist die deutsche Fernsehkultur
                    > kein hausgemachtes Problem der Sender, sondern der
                    > Beweis für die gnadenlose Anspruchslosigkeit und
                    > Blödheit deutscher Zuschauer. Und das, liebe
                    > Leute, die Ihr jetzt voll hinter Reich-Ranickis
                    > Auftritt steht, wird sich in ein paar Wochen
                    > erneut beweisen, wenn Reich-Ranicki mit seiner
                    > anspruchsvollen Sendung total floppt - weil Sie
                    > dann doch lieber wieder bei einer Reality Show
                    > reinzappen.

                    Das ist nicht die ganze Wahrheit, denke ich. Einerseits reagieren die TV-Sender natürlich auf das - wie auch immer geartete - Zuschauerinteresse. Andererseits formen sie dieses auch durch ihre tagtägliche Berieselung, z.B. in Richtung Desensibilisierung durch Reizüberflutung (Folge: ständig wachsende "Anmache" im TV). Es dürfte sich hier um einen sich wechselseitig beeinflussenden Prozess handeln. Die Frage ist nur, welche Seite den stärkeren Part dabei innehat.

                    Unter dem Strich aber führt dieser Prozess jedenfalls unter den gegebenen Vorzeichen bergab. Ich befürchte, in zwei, drei Jahrzehnten werden die heutigen TV-Verhältnisse geradezu idyllisch erscheinen im Lichte dessen, was dann angesagt ist.
                • am via tvforen.de

                  Nun habe ich mir die Sendung extra wegen des "Eklats" angeschaut.

                  Also ein Eklat sieht für mich anders aus, wenngleich der Auftritt sehr ungewöhnlich war.

                  Ich denke, die Vorabmeldungen haben mal wieder heillos übertrieben.
                  • am via tvforen.de

                    Thoraxprellung schrieb:
                    -------------------------------------------------------
                    > Nun habe ich mir die Sendung extra wegen des
                    > "Eklats" angeschaut.
                    >
                    > Also ein Eklat sieht für mich anders aus,
                    > wenngleich der Auftritt sehr ungewöhnlich war.
                    >
                    > Ich denke, die Vorabmeldungen haben mal wieder
                    > heillos übertrieben.


                    So hab ich das jetzt auch empfunden.

                    Und ehrlich gesagt wirkte doch MRR danach auch ganz erheitert und zufrieden :-)
                  • am via tvforen.de

                    Thoraxprellung schrieb:
                    -------------------------------------------------------
                    > Nun habe ich mir die Sendung extra wegen des
                    > "Eklats" angeschaut.
                    >
                    > Also ein Eklat sieht für mich anders aus,
                    > wenngleich der Auftritt sehr ungewöhnlich war.
                    >
                    > Ich denke, die Vorabmeldungen haben mal wieder
                    > heillos übertrieben.


                    So hab ich das jetzt auch empfunden.

                    Und ehrlich gesagt wirkte doch MRR danach auch ganz erheitert und zufrieden :-)
                  • am via tvforen.de

                    Da bewahrheitet sich doch der Spruch: "Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird"

                    Der eigentliche Eklat war doch, dass er Gottschalk das DU angeboten hat...;-)
                  • am via tvforen.de

                    Da bewahrheitet sich doch der Spruch: "Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird"

                    Der eigentliche Eklat war doch, dass er Gottschalk das DU angeboten hat...;-)
                  • am via tvforen.de

                    Fragt sich nur, für wen von beiden das nun schlimmer war ;-)
                  • am via tvforen.de

                    Ja, warum nur...?

                    Hab ich auch nicht verstanden.

                    Der Lonewolf Pete
                • am via tvforen.de

                  Hab ich was verpasst, oder war die (wahrscheinlich Blödel-) Laudatio von Lafer + Lichter geschnitten? Da wurde die kategorie Wissen plötzlich aus dem Off präsentiert und Stadler & Waldorf...äh...Lafer & Lichter überreichten den Preis. So wirkten sie völlig fehl am Platz, wie Kabelträger, die man mal eben schnell in nen Smoking gesteckt hat, weil niemand da war, der den Preis überreichen konnte...

                  Komisch...

                  Der Lonewolf Pete
                  • am via tvforen.de

                    Also wenn ich mir dieses Gesocks aus der "KenntkeineSau"-Fraktion anschaue, ist es wohl kein Wunder, das MRR dort das Kotzen bekam....

                    Bisher war nur Michael Gwisdek erfrischend lustig, trotz jedweder Darstellung eines Ossis...
                    • am via tvforen.de

                      Jawoll, stimme voll zu!

                      Ingolf Lück war ja oberpeinlich - und über Gloria von Thurn und Taxis kann man sagen, was man will... sie als absolutes Dummchen hinzustellen, war niveaulos.

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      Jawoll, stimme voll zu!

                      Ingolf Lück war ja oberpeinlich - und über Gloria von Thurn und Taxis kann man sagen, was man will... sie als absolutes Dummchen hinzustellen, war niveaulos.

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      Man sieht die ganze Veranstaltung natürlich jetzt auch mit ganz anderen Augen...

                      Die Zettelnummer gerade war aber stark.
                    • am via tvforen.de

                      Pete Morgan schrieb:
                      -------------------------------------------------------
                      > Jawoll, stimme voll zu!
                      >
                      > Ingolf Lück war ja oberpeinlich - und über
                      > Gloria von Thurn und Taxis kann man sagen, was man
                      > will... sie als absolutes Dummchen hinzustellen,
                      > war niveaulos.
                      >
                      > Der Lonewolf Pete


                      Sie lebt ja auch in Bayern. Die sind doch eh nicht ganz dicht, diese Kraut- und Knödelfresser...;-)
                    • am via tvforen.de

                      Pete Morgan schrieb:
                      -------------------------------------------------------
                      > Jawoll, stimme voll zu!
                      >
                      > Ingolf Lück war ja oberpeinlich - und über
                      > Gloria von Thurn und Taxis kann man sagen, was man
                      > will... sie als absolutes Dummchen hinzustellen,
                      > war niveaulos.

                      Na wenn man über sie sagen kann, was man will, passt es doch :-)
                    • am via tvforen.de

                      Nix gegen Semmelknödel und Schweinsbraten, gell?

                      Der Lonewolf Pete
                  • am via tvforen.de

                    Marcel Reich-Ranicki nimmt nichts zurück: Einen Tag nach dem Eklat beim Deutschen Fernsehpreis bekräftigte der Literaturkritiker sein Urteil über die ZDF-Gala: "Das war empörend". Die Sondersendung mit ihm und Gottschalk soll bereits diese Woche gesendet werden.

                    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,583676,00.html
                    • am via tvforen.de

                      Quotenmässig dürfte es dem ZDF wohl nützen, jetzt schalten bestimmt mehr Leute ein!
                    • am via tvforen.de

                      Quotenmässig dürfte es dem ZDF wohl nützen, jetzt schalten bestimmt mehr Leute ein!
                  • am via tvforen.de

                    Wieviel hat das ZDF diesem "Literaturpapst" gezahlt, dass er so viel Werbung für eine Sendung macht, die sonst kaum einer entdeckt hätte?
                    • am via tvforen.de

                      Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?

                      Wenn es einen im deutschen "Kulturgeschäft" gibt, denn ich für absolut unbestechlich und geradeheraus halte, ist es Marcel Reich-Ranicki.

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?

                      Wenn es einen im deutschen "Kulturgeschäft" gibt, denn ich für absolut unbestechlich und geradeheraus halte, ist es Marcel Reich-Ranicki.

                      Der Lonewolf Pete
                  • am via tvforen.de

                    Marcel Reich-Ranicki ist mir irgendwie schon immer zuwider gewesen. Sehr selbstgefällig und arrogant!

                    Was beschwert er sich über das Fernsehen? Er hat diesem Medium weiß Gott sehr viel zu verdanken...
                    • am via tvforen.de

                      Hallo,

                      wenn ich das richtig verstanden habe, beschwert er sich darüber das das heutige TV-Programm nicht mehr hohen kulturellen Ansprüchen genügt. Aber warum ihm das ausgerechnet klar wird, wenn es um einen Preis für sein Lebenswerk geht, erschließt sich mir auch irgendwie nicht so ganz.
                      Viele Grüsse
                      Dan
                    • am via tvforen.de

                      Hallo,

                      wenn ich das richtig verstanden habe, beschwert er sich darüber das das heutige TV-Programm nicht mehr hohen kulturellen Ansprüchen genügt. Aber warum ihm das ausgerechnet klar wird, wenn es um einen Preis für sein Lebenswerk geht, erschließt sich mir auch irgendwie nicht so ganz.
                      Viele Grüsse
                      Dan
                  • am via tvforen.de

                    Hallo zusammen,

                    ich habe mit einer gewissen Belustigung hier im Forum gelesen wie Herr Reich-Ranicki, den Fernsehpreis abgelehnt hat. Aber irgendwie gehen mir dazu zwei Fragen durch den Kopf, warum hat sich der gute Mann das nicht vor der Preisverleihung überlegt? Den in meinen Augen erzeugt er gerade dadurch ein verstärktes interesse der Medien die er so kritisiert. Man könnte nun sagen das seine Aussage dadurch einem größeren Publikum zugänglich wird und die Kritik somit weiter trägt. Aber wenn ich nun daran denke wann seine Sendungen liefen und diese Sendetermine auch nicht gerade dazu gemacht sind damit ein grösseres Publikum zu erreichen, betrachte ich dieses als ein äußersts schwaches Argument.

                    Darüber hinaus ergibt sich für mich persönlich die Frage, was diesen Preis eigentlich rechtfertigt, vielleicht liegt es an meinem geringeringen interesse an Literaturkritiken, aber in meinen Augen ist es keine große Leistung Bücher in Grund und Boden zu reden, oder über den grünen Klee zu loben.
                    Viele Grüsse
                    Dan
                    • am via tvforen.de

                      mercutio schrieb:
                      -------------------------------------------------------
                      > Hallo zusammen,
                      >
                      > ich habe mit einer gewissen Belustigung hier im
                      > Forum gelesen wie Herr Reich-Ranicki, den
                      > Fernsehpreis abgelehnt hat. Aber irgendwie gehen
                      > mir dazu zwei Fragen durch den Kopf, warum hat
                      > sich der gute Mann das nicht vor der
                      > Preisverleihung überlegt? Den in meinen Augen
                      > erzeugt er gerade dadurch ein verstärktes
                      > interesse der Medien die er so kritisiert. Man
                      > könnte nun sagen das seine Aussage dadurch einem
                      > größeren Publikum zugänglich wird und die
                      > Kritik somit weiter trägt. Aber wenn ich nun



                      > daran denke wann seine Sendungen liefen und diese
                      > Sendetermine auch nicht gerade dazu gemacht sind
                      > damit ein grösseres Publikum zu erreichen,
                      > betrachte ich dieses als ein äußersts schwaches
                      > Argument.
                      >
                      > Darüber hinaus ergibt sich für mich persönlich
                      > die Frage, was diesen Preis eigentlich
                      > rechtfertigt, vielleicht liegt es an meinem
                      > geringeringen interesse an Literaturkritiken, aber
                      > in meinen Augen ist es keine große Leistung
                      > Bücher in Grund und Boden zu reden, oder über
                      > den grünen Klee zu loben.
                      > Viele Grüsse
                      > Dan




                      zu ersten Frage : wie hier ja auch schon erwähnt ,reifte der entschluss erst während der Veranstalltung ! ! !

                      zur 2. Frage : wenn Du bis heute nicht verstanden hast was dieser Mann allgemein für eine Wirkung im Fernsehen hinterlassen hat - lohnt sich die Diskusion erst gar nicht.....

                      Gruß Sir Hilary
                    • am via tvforen.de

                      mercutio schrieb:
                      -------------------------------------------------------
                      > Hallo zusammen,
                      >
                      > ich habe mit einer gewissen Belustigung hier im
                      > Forum gelesen wie Herr Reich-Ranicki, den
                      > Fernsehpreis abgelehnt hat. Aber irgendwie gehen
                      > mir dazu zwei Fragen durch den Kopf, warum hat
                      > sich der gute Mann das nicht vor der
                      > Preisverleihung überlegt? Den in meinen Augen
                      > erzeugt er gerade dadurch ein verstärktes
                      > interesse der Medien die er so kritisiert. Man
                      > könnte nun sagen das seine Aussage dadurch einem
                      > größeren Publikum zugänglich wird und die
                      > Kritik somit weiter trägt. Aber wenn ich nun



                      > daran denke wann seine Sendungen liefen und diese
                      > Sendetermine auch nicht gerade dazu gemacht sind
                      > damit ein grösseres Publikum zu erreichen,
                      > betrachte ich dieses als ein äußersts schwaches
                      > Argument.
                      >
                      > Darüber hinaus ergibt sich für mich persönlich
                      > die Frage, was diesen Preis eigentlich
                      > rechtfertigt, vielleicht liegt es an meinem
                      > geringeringen interesse an Literaturkritiken, aber
                      > in meinen Augen ist es keine große Leistung
                      > Bücher in Grund und Boden zu reden, oder über
                      > den grünen Klee zu loben.
                      > Viele Grüsse
                      > Dan




                      zu ersten Frage : wie hier ja auch schon erwähnt ,reifte der entschluss erst während der Veranstalltung ! ! !

                      zur 2. Frage : wenn Du bis heute nicht verstanden hast was dieser Mann allgemein für eine Wirkung im Fernsehen hinterlassen hat - lohnt sich die Diskusion erst gar nicht.....

                      Gruß Sir Hilary
                    • am via tvforen.de

                      Wenn man sich den Artikel von Elke Heidenreich durchliest, der hier verlinkt wurde, kann man verstehen, warum er sich das offensichtlich erst während der Sendung überlegt hat. Nebenbei gesagt, weiß ich nicht, was ich vom Heidenreich-Artikel halten soll. Sie hat das offenbar in der ersten Aufregung geschrieben. Ich bin kein Gottschalk-Fan, eher das Gegenteil - aber so über einen Kollegen herziehen, selbst wenn man nicht viel von ihm hält...? Fand ich einen Tick zu stark.

                      Zur zweiten Frage: natürlich hat Reich-Ranicki keine Sendung für die Masse gemacht. Kultursendungen sind nur für Zuschauer gemacht, die schon Interesse daran mitbringen. Wer sich nicht für Literatur interessiert, hat sich ganz bestimmt nicht "das literarische Quartett" angesehen. Kultur ist immer eine Minderheitenveranstaltung im Fernsehen. Reich-Ranicki hat es immerhin verstanden, das interessant zu gestalten, etwas, das heute im Fernsehen nicht mehr selbstverständlich ist. Und er war mit Herzblut dabei, auch dies eine absolute Seltenheit im Fernsehen, wenn man sich "Moderatoren" wie Marco Schreyl ansieht, der seine Moderation abliest oder auswendig lernen kann. Marcel Reich-Ranicki hat Fernsehen für kluge Menschen gemacht, Marco Schreyl mit ihm überhaupt auf eine Stufe stellen zu wollen ist schon so absurd... Das hat Reich-Ranicki gestern erkannt und entsprechend gehandelt, er blieb nicht konsequent genug, aber immerhin.

                      Ich habe nicht alles gesehen gestern abend, sicher war nicht alles abgrundtief schlecht, aber Lück und Schröder waren wirklich Tiefpunkte, die dort nichts zu suchen hatten. Hier ging es nicht um den Comedypreis. Als sehr angenehmen "Comedian" hingegen empfinde ich immer wieder Ralf Schmitz.
                    • am via tvforen.de

                      Paula Tracy schrieb:
                      -------------------------------------------------------
                      Als sehr angenehmen "Comedian"
                      > hingegen empfinde ich immer wieder Ralf Schmitz.

                      Das meinst Du ernsthaft ?
                    • am via tvforen.de

                      MonaSchnute schrieb:
                      -------------------------------------------------------
                      > Paula Tracy schrieb:
                      > --------------------------------------------------
                      > -----
                      > Als sehr angenehmen "Comedian"
                      > > hingegen empfinde ich immer wieder Ralf
                      > Schmitz.
                      >
                      > Das meinst Du ernsthaft ?


                      Also im vergleich zu den anderen Prolls ist Schmitz wirklich eine Wohltat...
                    • am via tvforen.de

                      Ja, im Vergleich zu anderen Comedians empfinde ich ihn als sehr angenehm, das meine ich schon ernsthaft. Vergleiche ihn mal mit Barth, dann weißt du, was ich meine.
                    • am via tvforen.de

                      Guten morgen

                      vielleicht habe ich Herrn Reich Ranicki falsch beurteilt, aber in meinen Augen sollte man solche Entscheidungen nicht spontan fällen, sondern sich vorher überlegen ob man den Preis annimmt oder es sein läßt. Den dieses war nicht die erster Veranstaltung wo sich die TV Macher gegenseitig auf die Schulterklopfen.

                      Was meine zweite Frage betrifft bin ich gerne bereit etwas dazu zu lernen. Aber in meinen Augen sassen beim literarische Quartett (durch aus hochgebildete) Leute zusammen, die ihre persönliche Meinung (den in meinen Augen ist jede Meinung subjektiv) über ein Buch vertraten, und ich brauche ehrlich gesagt nicht mehrere Akademiker um zu wissen ob mir ein Buch gefällt oder nicht bzw. ob ich es in Erwägung ziehe es zu lesen.
                      Aber wie ich oben sagte, ich bin gerne bereit dazu zulernen und wenn der Einfluß von Herrn Reich-Ranicki darüber hinaus geht, würde ich es gerne hören, es ist ja durch aus möglich das ich eine gewisse Blindheit aufweise.
                      Viele Grüsse
                      Dan
                  • am via tvforen.de

                    Herr Reich-Ranicki, das war SPITZE!

                    ... sagt einer, der vor zweieinhalb Jahren den Programmempfang gestoppt hat.

                    Wäre toll, wenn das jetzt mal einen maschendrahtmäßigen Medienhype erzeugen würde: wer gibt noch den MRR?
                    • am via tvforen.de

                      Übrigens hat ihm ja bei der Veranstaltung anscheinend niemand widersprochen, oder?

                      Mag sein, dass die versammelten TV-Größen einfach baff waren. Wahrscheinlicher deucht mir zu sein, sie geben ihm insgeheim recht. Sie wissen, was sie tun.

                      Karl Dall hat Mitte der 90er mal sinngemäß in der NDR-Spätshow bei Götz Alsmann gesagt: "Unglaublich, was wir alles so anstellen, nur um nicht vernünftig arbeiten zu müssen!" Und Alsmann antwortete lachend: "Recht hat er, meine Damen und Herren! Er hat wirklich recht!"

                      Wobei es mir fern liegt, TV komplett zu verurteilen. Es gab (und gibt wohl auch) immer noch ein paar Perlen in dem unsäglichen Bildergeflirre! Bloss gehen die mehr und mehr unter!
                    • am via tvforen.de

                      Übrigens hat ihm ja bei der Veranstaltung anscheinend niemand widersprochen, oder?

                      Mag sein, dass die versammelten TV-Größen einfach baff waren. Wahrscheinlicher deucht mir zu sein, sie geben ihm insgeheim recht. Sie wissen, was sie tun.

                      Karl Dall hat Mitte der 90er mal sinngemäß in der NDR-Spätshow bei Götz Alsmann gesagt: "Unglaublich, was wir alles so anstellen, nur um nicht vernünftig arbeiten zu müssen!" Und Alsmann antwortete lachend: "Recht hat er, meine Damen und Herren! Er hat wirklich recht!"

                      Wobei es mir fern liegt, TV komplett zu verurteilen. Es gab (und gibt wohl auch) immer noch ein paar Perlen in dem unsäglichen Bildergeflirre! Bloss gehen die mehr und mehr unter!
                  • am via tvforen.de

                    Bitte, bitte, bitte nichts rausschneiden ZDF. Das muß man gesehen haben. Ein fernsehhistorisches Ereignis. Reich-Ranicki haut den Fernsehfuzzis eins auf die Mütze. Endlich sagt mal jemand daß es viel Müll im Fernsehen gibt. Natürlich kann so etwas auch mal Spaß machen aber es gibt auch Sendungen die ich mir nie anschauen würde. Aber vielleicht gilt beim Fernsehen ein leicht verändertes Sprichwort. Da konnte man vor lauter Müll den Müll nicht mehr sehen.
                    • am via tvforen.de

                      "Marcel Reich-Ranicki haut den fernsehfuzzis eins auf die Mütze".

                      Ja - und du erwartest, dass die Fernsehfuzzis vom ZDF zeigen, wie sie eins auf die Mütze kriegen?

                      Sicher bin ich mir da nicht, aber wünschen würd ich es mir und dem ZDF - das wäre immerhin genauso mutig wie der Auftritt von MRR.

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      "Marcel Reich-Ranicki haut den fernsehfuzzis eins auf die Mütze".

                      Ja - und du erwartest, dass die Fernsehfuzzis vom ZDF zeigen, wie sie eins auf die Mütze kriegen?

                      Sicher bin ich mir da nicht, aber wünschen würd ich es mir und dem ZDF - das wäre immerhin genauso mutig wie der Auftritt von MRR.

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      Mein erster Gedanke war auch, dass das ZDF das wenn überhaupt bestimmt nur stark geschnitten zeigt. Aber mittlerweile könnte sich das ganze als PR-Geschichte für das ZDF entwickeln... abwarten, was wir heute abend zu sehen bekommen.

                      "Das ZDF wollte die Preisverleihung am heutigen Sonntag um 20.15 Uhr übertragen. Nach Angaben eines ZDF-Sprechers wird der Auftritt Reich-Ranickis in voller Länge zu sehen sein."

                      und

                      "Mainz - Nach dem von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ausgelösten Eklat bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises bietet das ZDF dem 88-Jährigen nun eine TV-Sendung an.

                      Ein Sendungskonzept solle bei einer Zusage des Kritikers bald erarbeitet werden, teilte der Sender am Sonntag in Mainz mit. Den Angaben zufolge sollen Moderator Thomas Gottschalk und Reich-Ranicki dabei über die Qualität des Fernsehens diskutieren, die Letzterer bei der Verleihung kritisiert hatte."

                      Quelle: http://www.digitalfernsehen.de/news/news_615381.html
                    • am via tvforen.de

                      Ein strategisch gar nicht mal so schlechter Schachzug des ZDF.

                      Wobei der Schuss auch nach hinten losgehen kann, denn wenn R-R in der TV-Sendung in Rage gerät, kann auch das wieder zum Eklat geraten...

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      Wann ungefähr wird denn der Auftritt von Marcel Reich-Ranicki kommen? Normalerweise für das Lebenswerk doch am Ende, oder?

                      Das möchte ich mir unbedingt anschauen, kann aber leider nicht die ganze Sendung gucken. Andererseits wird es mit Sicherheit auch auf youtube zu sehen sein.

                      Auf die Frage, warum er sich das nicht eher überlegt hat: ich kann mir schon vorstellen, dass er den Preis vielleicht vorher annehmen wollte, und je mehr "Blödsinn" er sich dann ansehen und -hören mußte, er zu der Überzeugung gekommen ist, dass dies nicht sein Preis ist.
                    • am via tvforen.de

                      Mit Sicherheit wird es nicht lange dauern, bis der Auftritt von Herrn RR auch auf Youtube zu sehen sein wird.

                      Ich denke, er wird so im letzten Drittel der Show kommen...

                      Der Lonewolf Pete
                  • am via tvforen.de

                    Ich denke schon, dass das ZDF das mit-überträgt. Es weiß doch ohnehin jeder darüber Bescheid, da macht es doch wenig Sinn "etwas zu vertuschen"!

                    Mhm, ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Aktion meine Bewunderung findet. Generell finde ich es klasse, wenn sich endlich mal jemand traut seine Meinung zu sagen und das bei einer offiziellen Preisverleihung, aber irgendwie ist das auch eine sehr direkte Ansage, ein Interview hätte es vielleicht auch getan.
                    • am via tvforen.de

                      Ein Interview hätte nicht dieses Echo gefunden und wo sonst soll man Kritik anbringen? Es war genau der richtige Ort.
                    • am via tvforen.de

                      Ein Interview hätte nicht dieses Echo gefunden und wo sonst soll man Kritik anbringen? Es war genau der richtige Ort.
                    • am via tvforen.de

                      Sauber! Freue mich schon auf heute abend.
                      Gratulation an R.R.
                    • am via tvforen.de

                      Hat er toll gemacht :-)
                    • am via tvforen.de

                      Ein Interview hätte aber weder Gottschalk noch die anwesenden Fernsehgrößen so getroffen wie beim Auftritt. Papier ist geduldig, und da zucken Fernsehleute und Filmleute schon mal einfach nur die Achseln, wenn sie sowas lesen. Wenn man es ihnen aber quasi ins "Gesicht" sagt, und sie so abwatscht, fällt es ihnen schwer, einfach mal so zur Tagesordnung überzugehen.

                      Der Lonewolf Pete
                    • am via tvforen.de

                      Ein Interview hätte aber weder Gottschalk noch die anwesenden Fernsehgrößen so getroffen wie beim Auftritt. Papier ist geduldig, und da zucken Fernsehleute und Filmleute schon mal einfach nur die Achseln, wenn sie sowas lesen. Wenn man es ihnen aber quasi ins "Gesicht" sagt, und sie so abwatscht, fällt es ihnen schwer, einfach mal so zur Tagesordnung überzugehen.

                      Der Lonewolf Pete

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