NBC stellt „American Odyssey“ ein, Zukunft von „Whispers“ bei ABC offen

    Neuigkeiten anlässlich des Stichtags 30. Juni

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 01.07.2015, 09:58 Uhr

    Der Cast von „American Odyssey“ – Bild: Universal Television
    Der Cast von „American Odyssey“

    Am gestrigen Dienstag, dem 30. Juni, endete die Frist, bis zu der in der Regel die Vertragsoptionen der Darsteller der (Herbst-)Serien der fünf Broadcast-Networks laufen. Aus diesem Anlass hat NBC die Entscheidung (getroffen und) verkündet, dass man keine zweite Staffel der quotenschwachen Verschwörungsserie „American Odyssey“ bestellen werde. Bei ABC hingegen wurde keine Entscheidung getroffen, ob es mit „The Whispers“ weitergehen wird. Die Darsteller der in den Sommer geschobene Serie sind damit zunächst von ihren Verträgen entbunden, im Falle einer späteren Verlängerung müsste neu verhandelt werden.

    Einschub: 30. Juni

    Im amerikanischen Fernsehgeschäft ist der 30. Juni ein für Schauspieler wichtiges Datum. Denn bis dahin sind in der Regel die (Vor-)Verträge bei den Networkserien datiert, die „zu den Upfronts“ bestellt werden – reine „Sommerserien“ sind also nicht betroffen, wohl aber Serien wie etwa „Hannibal“, die einst für eine Ausstrahlung in der Season zwischen September und Mai bestellt wurden.

    Spätestens an diesem Datum müssen die Showrunner, Produktionsstudios und Sender also entscheiden, ob sie einen bestimmten Darsteller in der kommenden Season unter Vertrag nehmen/halten wollen. Jährlich kann das also ein Stichtag sein, zu dem ein Serien-Hauptdarsteller fürchten muss, finanziellen Kürzungen oder inhaltlichen Änderungen zum Opfer zu fallen. „Grey’s Anatomy“-Darstellerin Chandra Wilson beschrieb einst, dass bei aller guten Zusammenarbeit und Kritikerlob sie erst dann durchatmen könne, wenn sie ihre Vertragsverlängerung im Postfach hat. Denn man könne nie wissen, was den Kreativen einfallen würde, wenn sie sich in Folge der Verlängerung zu den Upfronts ab Ende Mai mit der Entwicklung der Handlung der neuen Staffel zusammensetzen würden.

    Auf der andere Seite ist der 30. Juni in den letzten Jahren auch häufiger zum Stichtag geworden, zu dem Rettungsversuche von bei einem Sender abgesetzten Serien endgültig eingestellt werden mussten.

    American Odyssey

    Bei den Upfronts hatte NBC die Entscheidung über die Zukunft von „American Odyssey“ aufgeschoben. Als Begründung wurde angegeben, dass man sich die Quotenentwicklung der kompletten Staffel ansehen wollte.

    Die Quoten der Serie waren allerdings von Anfang bis Ende wenig hoffnungerweckend. In einer von TV Line zitierten Twitter-Mitteilung fasste es Serienschöpfer Peter Horton passend zusammen: „Wenn wir im Kabelfernsehen gelaufen wären, wären wir ein Hit gewesen“. Und das wohl im doppelten Sinn, denn dort wäre es der Serie leichter gefallen, ein passendes Publikum zu finden, als am Sonntagabend bei NBC.

    Die Premiere von „American Odyssey“ sahen am Ostersonntag 5,4 Millionen Amerikaner, in der werberelevanten Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen kam die Premiere auf ein Rating von 1.2. Jedoch pendelte dieser Wert schließlich zwischen enttäuschenden 0.5 und 0.4.

    The Whispers

    Bei ABC und „The Whispers“ war die Zeit laut Deadline noch nicht reif, um eine Entscheidung zu treffen. Nachdem der Versuch gescheitert sei, die Vertragsoptionen der Hauptdarsteller kurzfristig um zwei Wochen zu verlängern, wurde beschlossen, zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung zu treffen.

    Derzeit sind erst fünf Folgen ausgestrahlt, Daten zum Sehverhalten insbesondere in der für die Werbeeinnahmen wichtigen Kategorie C3 (Quoten inklusive der Werbepausen einschließlich zeitversetztem Sehens binnen dreier Tage) liegen erst für vier Folgen vor. Episode fünf gilt bei der Serie wegen einer wichtigen Enthüllung als „Gamechanger“. Weder war der Sender daher bereit, die Serie komplett aufzugeben, noch, sich zur Zahlung der Hauptdarstellergehälter für 13 weitere Episoden zu verpflichten.

    Während häufig Hauptdarsteller in Fernsehserien bereit sind, für die Chance auf weitere gute Gehaltschecks auch eine kurze zusätzliche Wartezeit zu schlucken, war bei „The Whispers“ laut dem Bericht Lily Rabe dazu nicht bereit, da sie die Serie eigentlich verlassen möchte. Denn der Serienpilot war in Los Angeles gedreht worden, und die Darsteller hatten erwartet, dass dort auch die Serie gedreht würde. Allerdings wurde die eigentliche Serienproduktion dann aus Kostengründen ins kanadische Vancouver verlegt, was insbesondere Rabe bei anderen Karriereoptionen behinderte.

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