Katja Riemann will in „German Guilt“ mit Thilo Mischke mehr über das Schicksal ihrer Großmutter herausfinden.
Bild: ZDF/Leonard Schmidt
Seit vielen Jahren produziert Thilo Mischke für ProSieben investigative Reportagen. Nun ist der Journalist erstmals auch für das ZDF im Einsatz: In der mehrteiligen Doku-Serie „German Guilt“ geht er zusammen mit Schauspielerin Katja Riemann und Autorin Ronja von Rönne der Frage nach: „Wer waren meine Vorfahren zur Zeit der NS-Diktatur – Täter, Opfer, Mitläufer? Und warum wurde darüber in vielen Familien nie offen gesprochen?“ Veröffentlicht werden die drei Teile am 21. Januar auf ZDF.de. Lineare Sendetermine sind noch nicht bekannt.
Das Trio begibt sich auf Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte. Bei seinen Recherchen stößt Thilo Mischke auf ein verborgenes Kapitel: Seine Großmutter wurde unehelich in einem sogenannten Lebensborn-Heim geboren. Dabei handelte es sich um einen staatlich geförderten Verein unter der Trägerschaft der SS, der „arische“ Schwangere unterstützte, Kinder von SS-Vätern zur Welt brachte und verschleppte Kinder zwangsweise „eindeutschte“. Mischke fragt sich, welche Bedeutung diese Vergangenheit für das Leben seiner Großmutter hatte – und welche für sein eigenes.
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Auch Schauspielerin Katja Riemann begibt sich auf die Suche nach Antworten. Sie möchte herausfinden, was mit ihrer Großmutter geschah, die 1945 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Für sie ist klar: Es ist meine Familie. Ich will das wissen – bis zum Ende.
Schriftstellerin Ronja von Rönne kennt die Geschichte ihrer Familie nur in Fragmenten. Dazu zählt die geheimnisvolle Erzählung ihres Großvaters, der bis zu seinem Tod eine Kugel im Kopf trug. Bei uns gibt es viele Legenden, aber wenig Fakten. Für mich geht es um emotionale Aufarbeitung. Die dunklen Ecken auskratzen – das ist wichtig.
Der Publizist Michel Friedman ergänzt die Sicht der Opfer und ihrer Nachfahren. Er kritisiert, dass Erinnerungskultur oft ein schwarzes Loch sei. Wir müssen dieses Schweigen überwinden.
Gemeinsam mit Moderator Thilo Mischke erzählt Filmemacher Boris Quatram in der dreiteiligen Doku „German Guilt“ eindringliche und sehr persönliche Familiengeschichten. Zugleich stellt die Reihe grundlegende Fragen: Wie kann Erinnerungskultur heute gelingen, wenn historische Verantwortung zunehmend relativiert wird? Und wie lässt sich verhindern, dass sich Geschichte wiederholt?
Kommentare zu dieser Newsmeldung
Dr. Seltsam (geb. 1966) am
Gääähn. Interessiert das wirklich jemanden? Also mich nicht.
Phantomias am
Und du bist der Maßstab, an dem sich alle orientieren müssen?