Ex-SWR-Fernsehdirektor Dieter Ertel ist tot

    „3 nach 9“-Initiator starb mit 86 Jahren

    15.10.2013, 13:48 Uhr – Michael Brandes

    Ex-SWR-Fernsehdirektor Dieter Ertel ist tot – "3 nach 9"-Initiator starb mit 86 Jahren – Bild: SWR/Wolfgang Gitzinger
    Dieter Ertel

    Einer der prägenden Fernsehmacher der 1960er und 1970er Jahre ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Journalist und Dokumentarfilmer Dieter Ertel bereits am 8. Oktober im Alter von 86 Jahren in Stuttgart. Er war von 1981 bis zu seinem Ruhestand 1989 Fernsehdirektor des Südwestfunks (SWF) in Baden-Baden.

    Nach seiner Zeit beim Spiegel kam Dieter Ertel bereits 1955 zum damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) nach Stuttgart. Er zählte dort zu den Mitbegründern der Reihe „Zeichen der Zeit“ – zunächst als Autor, später als Redakteur. Als Programmchef Kultur und Gesellschaft konzipierte er ab 1968 unter anderem die Sendereihen „Cartoon“ mit Loriot und „Sterns Stunde“ mit Horst Stern.

    Ertel verließ den SDR 1974 und übernahm den Posten des Fernsehdirektors bei Radio Bremen. Dort initiierte er die Talkshow „3 nach 9“. In den Jahren 1979 und 1980 war er Programmchef Fernsehspiel, Film, Unterhaltung und Familie beim WDR und zugleich von 1976 bis 1986 mit zweijähriger Unterbrechung ARD-Unterhaltungskoordinator. Während seiner Amtszeit als SWF-Fernsehdirektor ab 1981 wurde unter anderem die noch heute existierende Filmreihe „Debüt im Dritten“ geboren. Nach seiner Pensionierung übernahm er von 1991 bis 1994 den Vorsitz des Hauses des Dokumentarfilms in Stuttgart.

    SWR-Intendant Peter Boudgoust würdigt Ertel als eine der herausragendsten Persönlichkeiten des deutschen Fernsehens: „Ohne Dieter Ertel sähe die deutsche Fernsehlandschaft anders aus, nämlich ärmer. Dieter Ertel hat als Programmmacher und als Programmgestalter für die beiden Vorgängersender des SWR unser heutiges Verständnis eines modernen und regional verankerten Fernsehprogramms ganz wesentlich mitgeprägt. Für ihn gab es kein Entweder-Oder zwischen leichter Unterhaltung und kritischer Dokumentation. Dieser vermeintlich schwere Spagat war für ihn immer eine kreative Herausforderung. Du sollst nicht langweilen war dabei stets oberste Maxime für ihn. Mit dieser zuschauerorientierten Haltung ist er auch heute noch Vorbild für uns.“

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