Amira und Oliver Pocher setzen Zeichen gegen Rassismus

    8 Minuten und 46 Sekunden Schweigen zu Ehren von George Floyd

    Glenn Riedmeier – 05.06.2020, 00:21 Uhr

    Oliver und Amira Pocher schweigen 8 Minuten und 46 Sekunden

    Am späten Donnerstagabend ging Oliver Pocher um 23:10 Uhr bei RTL mit seiner neuen Late-Night-Show „Pocher – gefährlich ehrlich!“ auf Sendung – wie gewohnt live. Die vorerst letzte Ausgabe begann jedoch völlig anders als sonst üblich. Vor dem Vorspann sagte Ehefrau und Ko-Moderatorin Amira Pocher: Olli, wir müssen heute mal etwas ernsthafter beginnen als in den vergangen Sendungen.Leider ja, entgegnete Oliver. Denn die USA haben ein großes Problem mit rassistisch motivierter Polizeigewalt gegen Schwarze. Der tragische Fall George Floyd macht dies ganz deutlich. Er wurde wegen eines mutmaßlichen Kleindelikts verhaftet und es endete mit seinem Tod.

    Oliver Pocher schilderte den traurigen Fall in Einzelheiten: Als die Polizisten versuchten, ihn in den Polizeiwagen zu zerren, ging er zu Boden und drei Polizisten knieten sich auf seinen Körper. Zwei auf Floyds Rücken und einer auf dessen Nacken. Amira fuhr fort: Ein Polizist blieb für 8 Minuten und 46 Sekunden auf George Floyds Nacken knien, der mindestens 16 Mal sagte, dass er nicht atmen kann. Rassismus tötet und Rassismus ist nicht nur ein amerikanisches Problem. Oliver: Deswegen sagen wir heute: Hier auf dieser Welt ist kein Platz für Rassismus. Und deswegen wollen wir jetzt, bevor wir mit der Sendung weitermachen, ein Zeichen gegen Rassismus setzen – am liebsten mit euch zusammen.

    RTL/Screenshot

    Das Intro wurde abgespielt – anschließend standen Oliver und Amira Pocher in der Mitte des abgedunkelten Studios und blickten schweigend in die Kamera. Im Hintergrund lief ein Countdown von 8:46 Minuten runter – so lange flehte George Floyd um Hilfe. Amira und Oliver trugen schwarze „nicht egal!“-Shirts. Am unteren Bildschirmrand liefen die Namen der Zuschauer als Laufband durch, die sich an dem Zeichen gegen Rassismus beteiligten, indem sie eine E-Mail oder eine Instagram-Nachricht an die Pochers geschickt hatten. Über 400 Namen wurden eingeblendet. 8 Minuten und 46 Sekunden Live-Sendezeit in völliger Stille auf dem größten deutschen Privatsender – auch angesichts der Tatsache, wie teuer Sendeminuten im Privatfernsehen sind, ein starkes Statement, das man so insbesondere nicht bei RTL vermuten würde.

    Anschließend kritisierte Oliver Pocher in seiner unnachahmlichen Art das teilweise heuchlerische Verhalten unterschiedlicher Prominenter in den sozialen Netzwerken, die nur halbherzig und wenig glaubhaft mit dem #BlackLivesMatter-Hashtag ihre Solidarität bekundeten – nur um kurz darauf wieder Bilder aus ihrem Privatleben zu posten.

    Um das Zeichen gegen Rassismus zu setzen, verzichtete Oliver Pocher schließlich auf die eigentlich angekündigte Abrechnung mit Influencerin Anne Wünsche, mit der sich der Comedian in den letzten Wochen angelegt hatte. Wir mussten uns entscheiden: 8 Minuten und 46 Sekunden Statement oder Anne Wünsche – und da haben wir die Wichtigkeit ganz klar verlagert. Der produzierte Clip soll allerdings online bereitgestellt werden.

    RTL/Screenshot

    Ob „Pocher – gefährlich ehrlich!“ mit einer zweiten Staffel zurückkehren wird, steht noch nicht fest. Es wäre RTL durchaus anzuraten, über eine Fortsetzung nachzudenken, denn nach vier Wochen wirkte die Sendung richtig rund. Und dem gerne mal albern agierenden Oliver Pocher stehen die ernsten Momente außerordentlich gut.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Ein Mensch ist grundlos gestorben, aber hier wird darüber geredet, was ein Komiker irgendwann für einen Gag gemacht hat.
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        Jeder der Pocher zujubelt soll sich das Musikvideo der Antilopen Gang anschauen und ganz wichtig, den Text im Abspann lesen und sich dann gut überlegen ob man so jemandem wirklich zujubeln will.
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          Ausgerechnet Pocher der nur Hass verbreitet und Mobbing betreibt heuchelt hier was vor.
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          • am via tvforen.demelden

            Ja, jetzt springen alle auf den Zug auf... Allerdings gibt es auch Rassismus beispielsweise in Asien gegen weiße Ausländer... oder in Südamerika gegen "Gringos"

            Das Thema ist wesentlich komplexer, als viele denken.
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              Starkes Statement, großer Respekt!
              Für Rassismus ist kein Platz im 21. Jahrhundert.
              Jeder, der der Vergangenheit nachhängt, wird das früher oder später einsehen müssen (oder dumm sterben).
              Jeder, der hier von diesem Thema ablenken will, sollte sich was schämen!
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                Der größte Mobber des Landes hat natürlich auch zu dem Thema was zu erzählen.logisch
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                • (geb. 1967) am melden

                  Ich bin ja auch kein so großer Fan von ihm, aber, dass er wegen seiner Aktion von gestern mit diesen Schweige Minuten so angefriffen wird, finde ich unter aller sau!!
                  • (geb. 1990) am melden

                    Ehrlich?? Finde ich nicht!! Er hat sich das doch selbst zuzuschreiben!!
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                • am via tvforen.demelden

                  ein starker Moment in der TV Geschichte, und das bei RTL .. chapeau , Oliver
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                    Nein DANKE keine Staffel 2. Der Typ kann zusammen mit Luke in den Keller gehen und heulen.
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                      Die USA sind ein Rassistisch geführtes Land, mit einem Rassisten als Präsident!

                      Oliver Pocher tut das, was er am besten kann, nämlich auf jeden vorbeifahrenden Zug aufzuspringen, der sich ihm bietet, deshalb nehme ich ihm seine Geste des Mitgefühls auch nicht wirklich ab.
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                        Ja klar, plötzlich kümmert sich der, seit Jahren humoristisch im geistigen Alter von 12 steckengebliebene Pocher, um die ernsten Dinge des Weltgeschehens. Dass er dabei angebliche Heuchler kritisiert, wirkt selbst ziemlich heuchlerisch. Ein Schelm, wer denkt, dass er vielleicht nur auf den Zug von Joko & Klaas Sexismus Special aufgesprungen ist und jetzt auf ähnlich gute Publicity hofft.
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