Wälsungenblut

    D 1965
    Drama (85 Min.)
    Erzählt wird von einer bedingungslosen, nahezu inzestuösen Geschwisterliebe im Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. Die gräfliche Familie Arnstatt gehört zur sozialen Oberschicht im wilhelminischen Deutschland vor 1914. Familienvorstand ist der alte Graf Arnstatt, dessen längst erwachsene und berufstätige Kinder Kunz und Märit im Villenanwesen ebenso daheim sind wie die neunzehnjährigen Zwillinge Siegmund und Sieglinde Arnstatt, zwei Wesen von ätherischer Schönheit. Diese beiden, von feierlicher Ernsthaftigkeit getragenen jungen Menschen – „grazil wie Gerten und kindlich von Wuchs bei ihren neunzehn Jahren“ wie Mann sie in seiner Vorlage beschreibt – sind untrennbar, ihre Vorstellungen und Ansichten vom Leben wie die Beurteilungen ihrer Mitmenschen stets deckungsgleich und oft von hochnäsiger Distanz geprägt. Ihre Einschätzungen Anderer tragen sie ebenso snobistisch wie in scharfzüngiger Klarheit vor. Sieglinde ist verlobt mit Leutnant Beckerath, einem aufstrebenden, jungen Offizier, der den beiden Geschwistern jedoch in keiner Weise intellektuell ebenbürtig ist und von diesen als plump und gewöhnlich gering geschätzt wird. Von Anbeginn lassen Siegmund und Sieglinde ihre soziale wie geistige Überlegenheit gegenüber Beckerath durchscheinen. Vor allem Siegmund achtet darauf, dass Beckerath zu keiner Zeit eine Nähe zu seinem weiblichen Alter Ego Sieglinde erreicht, die er selbstverständlich für sich, und zwar nur für sich, reklamiert. Ein gemeinsamer Opernbesuch, Richard Wagners Die Walküre, wird zur narzisstischen Selbstbespiegelung; in den auf der Bühne agierenden, nordischen Götterkinder Siegmund und Sieglinde sehen sie niemand anderen als sich selbst. Fasziniert lauschen die Zwillinge dem musikalischen Liebesrausch ihrer Ebenbilder. Traum und Realität verschwimmen ineinander. Beckerath, der mit Sieglinde auf Hochzeitsreise nach Spanien wollte, fühlt sich mehr und mehr ausgeschlossen; er ahnt, dass es etwas zwischen den beiden Zwillingen gibt, das er niemals durchbrechen kann. Beider Beziehung streift den Tatbestand des Inzest – Berührungen, Wünsche und Verlangen prägen dieses ambivalente Gespann, ohne dass es zunächst zum entscheidenden Schritt kommt. Doch eines Abends, kurz vor der Nachtruhe, brechen schließlich alle Dämme. Gleich einem Ritual besucht Sieglinde wie an jedem Abend ihren Bruder, um ihm „gute Nacht“ zu sagen. Doch diesmal überhäufen sich beide mit Liebkosungen.
    Dieser Text basiert auf dem Artikel Wälsungenblut (Film) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
    Deutscher Kinostart23.12.1964

    DVD & Blu-ray

    Streams & Mediatheken

    Cast & Crew

    Reviews & Kommentare

      Erinnerungs-Service per E-Mail

      TV Wunschliste informiert Sie kostenlos, wenn Wälsungenblut im Fernsehen läuft.

      Wälsungenblut – News