Tanz auf der Kippe

    D 1991 (105 Min.)
    • Drama
     – Bild: MDR/​DEFA-Stiftung/​Waltraut Pathenheimer, Matthias Leupold

    Der 17-jährige Gerat wird so brutal zusammengeschlagen, dass er erblindet. Für ihn ist es das Wichtigste, die Wahrheit zu sagen, auch auf die Gefahr hin, alle vor den Kopf zu stoßen. Die einzige, von der er sich verstanden fühlt, ist seine ehemalige Lehrerin Claudia. Doch Gerats Anspruch an Ehrlichkeit überschattet auch diese Beziehung. Am Abend des 7. Oktober 1989. Mitten auf einer Müllkippe wird Gerat Lauter (Frank Stieren) zusammengeschlagen und mit dem Kopf in ätzende Lauge gedrückt. Auf einem Fernseher im Hintergrund laufen die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR. Während die Ärzte im Krankenhaus um das Augenlicht des 17-Jährigen kämpfen, erinnert sich Gerat an die Zeit davor. Schon als Schüler gibt es für ihn nichts Wichtigeres als die Wahrheit zu sagen, auch wenn er dadurch seinen Traumjob nicht bekommt.
    Kein Wunder, dass es nicht nur zwischen ihm und seinen Eltern (Winfried Glatzeder und Elisabeth Richter) Spannungen gibt. Auch dem Ausbilder vom Stahlbau (Peter Bause) sind die gnadenlose Ehrlichkeit und der Veränderungswille des jungen Mannes zu viel. Aber Gerat will sich unter keinen Umständen den Zwängen der Gesellschaft anpassen. Er hält es zu Hause nicht mehr aus, bricht mit seinem Vater und findet mit Hilfe seiner Lehrerin Claudia (Dagmar Manzel) ein Zimmer zur Untermiete. Sie ist die Einzige, von der er sich verstanden fühlt. Zwischen den Beiden entsteht eine Romanze. Doch auch Claudia hat Angst vor zu viel Ehrlichkeit und Veränderung. Sie kann sich zwischen Gerat und ihrem Mann (Eberhard Kirchberg) nicht entscheiden und bricht letztendlich den Kontakt zu Gerat ab. Der hat mittlerweile Arbeit auf einer Mülldeponie gefunden.
    Einen Job, den sonst niemand machen möchte. Aber auch hier eckt er wieder mit seiner unerschütterlichen Moral an. Während sich seine Kollegen mit dem illegalen Weiterverkauf von Altmetall und Sperrmüll etwas dazu verdienen, bleibt Gerat ehrlich. Da taucht Claudia plötzlich auf der Kippe auf, mit Neuigkeiten, die sein Weltbild ins Schwanken bringen. „Tanz auf der Kippe“ entstand nach dem Roman „Augenoperation“ des sorbischen Autors Jurij Koch. Das Drehbuch wurde in der DDR nicht zur Verfilmung freigegeben. Erst 1990 schaffte es der Leipziger Regisseur Jürgen Brauer, das Projekt zu realisieren. An der Seite von Dagmar Manzel, deren Rolle der Claudia noch lange im Gedächtnis bleibt, feierte der damals 24-jährige Frank Stieren in der Hauptrolle als Gerat sein Filmdebüt. Der Film bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die letzten Wochen der DDR.
    Die Müllkippe wird zum Sinnbild des Verfalls eines Systems. Während die Einen sich ans Alte klammern und Angst vor Veränderung haben, will die Jugend ihre Werte neu definieren. Ein Generationenkonflikt ausgetragen zwischen Familienidyll und Müll. Der Film läuft zum ersten Mal im MDR-Fernsehen. Gerat Lauter: Frank Stieren Claudia Johanz: Dagmar Manzel Vater: Winfried Glatzeder Johanz: Eberhard Kirchberg Frau Kleebusch: Christa Pasemann Kaderleiter: Peter Prager Petra: Sylvia Burza Prof. Hedderoth: Dirkpeter Schulze Mutter: Elisabeth Richter Ausbilder: Peter Bause und andere (Text: MDR)

    Deutscher Kinostart18.04.1991Internationaler Kinostart18.04.1991

    DVD & Blu-ray

    Sendetermine

    So 23.05.2021
    06:25–07:55
    06:25–
    Sa 22.05.2021
    00:00–01:35
    00:00–
    Di 03.10.2000
    21:05–22:50
    21:05–

    Cast & Crew

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