Pinselheinrich

    DDR 1979
    Spielfilm (75 Min.)
    Berlin 1925. Man bereitet den ersten Zille-Ball vor. Um über den Namensgeber ein Feuilleton zu schreiben, besucht ein Journalist den greisen Zille. Seine Geschichte beginnt rückblickend mit dem Tag des Jahres 1907 als ihm und seinem Freund Gustav Nogler nach 30 Jahren Anstellung vom Prokuristen der „Photografischen Gesellschaft“, Hübel, gekündigt wird. Für beide beginnt eine schwere Zeit, denn ihre Familien brauchen den Wochenlohn zum Überleben. Zille, dem Hübel vorwirft zu sozialistisch zu denken, muss sich und seine Frau Hulda von nun an mit seinen Zeichnungen aus dem Armenmilieu ernähren. Nogler hofft auf eine staatliche Anstellung als Zeichenlehrer. Doch als „Friedens“-Invalide ist er für den Staatsdienst untauglich. Er beantragt auf Zilles Rat hin eine Rente, da ihm als Soldat seine Verletzung mutwillig zugefügt wurde. Als ihn seine Frau Lena verlässt, weil ihr Mann gegen den Staat, den sie heilig wähnt, geklagt hat, nimmt sich Nogler das Leben. Von den Zilles will Lena nie wieder etwas hören. Zilles Zeichnungen stoßen zuerst bei denen, die er porträtiert auf Ablehnung – wer will sich schon am Rande der Gesellschaft dokumentiert wissen! Die Reichen, auch Hübel, sehen in ihnen eine zukünftige lukrative Geschäftsanlage. Viele Jahre später, im letzten Kriegsjahr 1918. Lena Nogler hat ihren Sohn Willi an der Front verloren. „Radieschen“, einst Straßenmädchen, jetzt Hilfspostbotin, bringt es nicht fertig, der verhärmten Frau den Feldbrief zu übergeben. Und wieder gehen Jahre ins Land. Die Inflation hat Deutschland erschüttert. Zille ist jetzt Witwer. Seine Zeichnungen sind inzwischen anerkannt, man stellt sie sogar in der Berliner Nationalgalerie aus und man hofiert ihm, seit er zum Professor ernannt wurde. Doch sein Herz und seine Fürsorge gelten nach wie vor denen, die nicht wissen, wie sie sich oder ihre Familien über die Runden bringen sollen. Als Hübler, inzwischen Kommerzienrat, seiner mondänen Frau ein Zille-Ball-Kostüm vom Meister persönlich entwerfen lässt, skizziert Zille Frau Nogler so, wie er ihr nach Jahren in seiner alten Lieblingskneipe „Zum Nussbaum“ wieder begegnet war: blind und zerlumpt. Das Honorar soll ihr eine Augenoperation ermöglichen. Es ist das Ende seiner Geschichte, der Journalist ratlos. Zilles Kommentar: Schreiben Sie, dass ich Heinrich heiße und Bilder male. (Text: mdr)
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    Sendetermine

      Mi 12.08.2009
    00:10–01:25
    00:10–MDR

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