Mephisto

    D / H / A 1981
    Literaturverfilmung (144 Min.)
    Der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer, r.) fühlt sich durch die Aufmerksamkeit des Generals (Rolf Hoppe) und dessen Freundin Lotte Lindenthal (Christine Harbort) geschmeichelt. – Bild: MDR/​Cine aktuell
    Der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer, r.) fühlt sich durch die Aufmerksamkeit des Generals (Rolf Hoppe) und dessen Freundin Lotte Lindenthal (Christine Harbort) geschmeichelt.

    Deutschland, Anfang der 1930er-Jahre: Der Schauspieler Hendrik Höfgen ist der Publikumsliebling auf Hamburgs Bühnen. Nach seinem Umzug nach Berlin avanciert er auch hier schnell zum gefeierten Star. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, schlägt Höfgen alle Warnungen seiner Freunde in den Wind und bleibt in Deutschland. Scheinbar mühelos arrangiert er sich mit den neuen Machthabern. Doch der Erfolg hat seinen Preis. Hendrik Höfgen ist ein talentierter Schauspieler und der Publikumsliebling am Hamburger Künstlertheater. Während des Gastspiels eines berühmten Berliner Kollegen beschließt Höfgen, dass von nun an einzig der Erfolg Ziel seines Lebens sein soll. Um die Karriereleiter zu erklimmen, heiratet er die gesellschaftlich weit über ihm stehende Barbara Bruckner. Bruckner ermöglicht Höfgen den Zugang zu gut situierten Kreisen des Bürgertums und nach Berlin. Bald umjubelt ihn auch dort das Theaterpublikum. In seinem Drang, ganz vorn im Rampenlicht zu stehen, können Höfgen weder politische Entwicklungen noch menschliche Beziehungen beirren. Als er bei Dreharbeiten in Budapest von der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfährt, entscheidet er sich spontan für die Rückkehr nach Deutschland und gegen Barbara, die ins Exil geht. Fortan führt seine Karriere steil nach oben und er steht unter Protektion eines einflussreichen Luftwaffengenerals. Schließlich kann Höfgen endlich seine Traumrolle, den „Mephisto“ in Goethes Faust, spielen und wird „Generalintendant der Preußischen Staatstheater“. Und doch muss er bald die Grenzen erkennen, die ihm von den neuen Machthabern gesetzt sind. Der ungarische Regisseur István Szabó schuf 1981 mit „Mephisto“ den Auftakt einer Trilogie, die er mit „Oberst Redl“ (1985) und „Hanussen“ (1988) vollenden sollte und in der er – jeweils mit Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle – den Komplex von Moral, Karrierismus und Untertanengeist in autoritäreren Systemen untersucht. „Mephisto“ basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Klaus Mann, die 1936 im Exil erschien und kaum verschleiert den Aufstieg des Theaterschauspielers, Regisseurs und Intendanten Gustaf Gründgens (1899–1963) in der Nazizeit nachzeichnet. Szabó gelang dabei die meisterliche Charakterstudie eines vom Ehrgeiz besessenen Mannes, der sich seinen Erfolg mit opportunistischer Anpassung an die Macht erkauft. Neben Brandauer als karrierebesessenem Schauspieler liefert Rolf Hoppe als spießbürgerlich-jovialer „Kunstkenner“ und zynischer NS-General eine Glanzleistung. „Mephisto“ wurde ein Welterfolg und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Oscar 1982 für den besten fremdsprachigen Film. Auf den Filmfestspielen von Cannes 1981 war „Mephisto“ zuvor mit dem Preis für das beste Drehbuch und dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet worden. „Nach Motiven des Romans von Klaus Mann gestaltetes Psychogramm eines Karrierebesessenen, der seine Überzeugungen dem Erfolg opfert. Höfgens Aufstieg ist zugleich ein Modellfall für einen vielschichtigen filmischen Diskurs über Politik, Macht, Moral, Kunst und Kultur unter den Bedingungen totalitärer Systeme. Herausragend die Leistung des Hauptdarstellers.“ (Lexikon des Internationalen Films) (Text: BR Fernsehen)

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