Hass im Netz: Eine bessere Welt – Die Dokumentation
- D 2026 (30 Min.)
- Dokumentation
- Gesellschaft
Beleidigungen, Drohungen und gezielte Diffamierungen gehören für viele Menschen in Deutschland zum digitalen Alltag. Hass im Netz ist längst kein Randphänomen mehr, es kann jeden treffen. Die ZDF-Dokumentation „Hass im Netz: Eine bessere Welt – Die Dokumentation“ zeigt, wie digitale Gewalt Leben verändert – und stellt die Frage, wie wirksam Staat und Gesellschaft dagegen vorgehen. Der Film macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt. Er zeigt Betroffene nicht nur als Opfer, sondern als Akteurinnen und Akteure, die sich wehren – und fordert dazu auf, digitale Gewalt als gesamtgesellschaftliche Herausforderung ernst zu nehmen.
Was oft als Meinungsäußerung verharmlost wird, entfaltet für die Betroffenen reale, teils existenzielle Folgen. Die Dokumentation begleitet Menschen, die massive Hasskampagnen erlebt haben – und die sich entschieden haben, nicht zu schweigen. Der Film von Julia Lösch und Rebecca Kirkland erzählt von Angst, Ohnmacht und Scham, aber auch von Mut, Widerstand und der Frage, wie gut der Rechtsstaat im digitalen Zeitalter tatsächlich schützt.
Im Zentrum stehen persönliche Geschichten: die des ehemaligen Fußballprofis Kevin Plath, der nach einem TV-Auftritt Ziel rassistischer Hassattacken wurde, die der Drag Queen und Aktivistin Vicky Voyage, für die das Internet zugleich Bühne und Schlachtfeld ist und die der Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert, die für ihre fachliche Arbeit zu Klima- und Energiefragen mit massiven Drohungen konfrontiert wird. Ihre Erfahrungen zeigen: Digitale Gewalt trifft längst nicht nur Randgruppen – sie kann jeden treffen, der öffentlich sichtbar ist.
Parallel wirft der Film einen Blick hinter die Kulissen von Beratungs- und Meldestellen wie HateAid, die Betroffene juristisch und psychologisch unterstützen. Er begleitet ihre Arbeit im Spannungsfeld zwischen engagierter Hilfe, mangelnder Kooperation großer Plattformen und schleppender Strafverfolgung. Zugleich konfrontiert die Dokumentation Polizei und Justiz mit den Erwartungen der Opfer: Warum verlaufen so viele Anzeigen im Sande? Wo liegen die strukturellen Defizite zwischen Gesetz und Umsetzung? Dazu besucht Autorin Julia Lösch das Bayerische Landeskriminalamt sowie einen Ermittler aus München, der Hass im Netz seit Jahren verfolgt.
Ein weiterer Fokus liegt auf den Folgen digitaler Gewalt: Rückzug, Angst, Selbstzensur – aber auch dem Moment, in dem Hass aus dem Netz in die analoge Welt übergreift. Der Film zeigt, wie Worte zu realer Bedrohung werden können und warum Hatespeech keine Bagatelle, sondern eine Form von Gewalt ist. Mit Stimmen aus Zivilgesellschaft, Ermittlungsbehörden und prominenten Betroffenen wie Riccardo Simonetti wird die zentrale Frage gestellt: Wer schützt die Opfer – und was braucht es, damit Hass im Netz nicht weiter normalisiert wird? (Text: ZDF)
- siehe auch Eine bessere Welt
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