Führer und Verführer

D 2024 (136 Min.)
  • Drama
  • Geschichte
  • Geschichtsdrama
 – Bild: SWR/​Zeitsprung/​Wild Bunch/​Stephan Pick

In „Führer und Verführer“ geht es um die größten Verbrechen der Menschheit: Holocaust und Zweiter Weltkrieg. Der Film sucht auf bisher nicht gezeigte Weise Antworten auf wichtige Fragen der Geschichte: Wie konnte es den Tätern gelingen, ihre Verbrechen umzusetzen, und warum folgte die Mehrheit der Deutschen Hitler in diese Katastrophe? Autor und Regisseur Joachim A. Lang beleuchtet die Zeit vom sogenannten „Anschluss“ Österreichs im März 1938 bis zum Untergang mit Mord und Selbstmord im Führerbunker im Mai 1945. Verhängnisvolle Jahre der Weltgeschichte, in denen Adolf Hitler seine beiden wichtigsten persönlichen Ziele konzipiert und in die Tat umsetzt: Den ‚Lebensraum der Deutschen‘ im Osten zu erweitern und die europäischen Juden zu vernichten.

Am Ende dieser blutigen Zeitspanne stehen 60 Millionen Kriegstote, darunter sechs Millionen ermordete Juden. Dieses wäre ohne die mächtige Propagandamaschine unter Leitung von Joseph Goebbels nicht möglich gewesen. Der Minister hat das öffentliche Erscheinungsbild des Nationalsozialismus geprägt. Ein Bild, das auf fatale Weise bis heute nachwirkt. Goebbels verbog so perfide wie wirkungsvoll Nachrichten zu Lügen, Filme zu antisemitischen Werken des Hasses, Dokumente zu Fälschungen, Ansprachen zu Tiraden.

Und auch heute, im Zeitalter von fake news und disinformation warfare, sind es wieder die gleichen Mechanismen der Propaganda, die moderne Hetzer und Herrscher anwenden, um Macht zu gewinnen und zu missbrauchen. Auch in unserem Land bedienen sich antidemokratische Kräfte ganz aktuell wieder dieser Methoden, um die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen. „Führer und Verführer“ begibt sich direkt ins Zentrum der Macht. Der Film erlaubt die Auseinandersetzung mit Historie genauso wie einen konzentrierten Blick auf menschliches Verhalten und essenzielle Wirkmechanismen von öffentlichen Bildern und öffentlicher Sprache bis in die Gegenwart.

Um die übliche, auf inszenierten Bildern basierende Darstellung zu vermeiden, wählt der Film eine Fiktionalisierung, die auf historischen Quellen – bis hin zu verbrieften Dialogen – basiert. Ergänzt wird dieses mit bislang selten gezeigten Archivaufnahmen sowie Interviewsequenzen mit Überlebenden des Holocaust. Die Hauptrollen spielen so intensiv wie überzeugend Robert Stadlober als Joseph Goebbels, Franziska Weisz als Magda Goebbels sowie Fritz Karl als Adolf Hitler. (Text: ARD)

Deutscher Kinostart 11.07.2024Deutsche TV-Premiere 25.01.2026 Das Erste

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Sendetermine

Di. 27.01.2026
20:15–22:30
20:15–
So. 25.01.2026
23:35–01:45
23:35–

Cast & Crew

Reviews & Kommentare

  • am

    Doku-Dramen sind immer so eine Sache.


    Die Vermischung von Dokumentaraufnahmen und fiktionalen Szenen ist eine Herausforderung an Wahrheit und Glaubwurdigkeit. Der Film gibt sich Mühe dem gerecht zu werden. Nachprüfen lässt sich das am Ende nur mit detaillierten Geschichtskenntnissen.
    Die Hauptaussagen kann man erkennen: die Psychologie der Macht und der Propaganda bei der Nazis von 1938-45. Leider wird die Grausamkeit und der Zynismus in der Konsequenz der Entscheidungen nicht immer deutlich und die zum Teil lockeren fiktionalen Dialoge (Witze bei Goebbels' 'Probe' zur Sportpalastrede!) verleiten dazu, das alles für 'normale' Politik zu halten, vor allem für das heutige Publikum. Der bodenlose Zynismus der Nazis wird nicht deutlich. Insofern wird die Sprache der Protagonisten im Film dieser Anforderung nicht gerecht. 
    Hier liegen Schwächen des Dokudramas. Und auch bei der Wahl des Castes ist nicht alles gelungen. Stadlober als Goebbels und Karl als Hitler sind wenig authentisch, obwohl sie sich wirklich Mühe geben. Franziska Weisz als Magda Goebbels ist da eine positive Ausnahme.
    Gut gelungen ist die oft direkte Gegenüberstellung von Spielszenen und Dokumentaraifnahmen, da wird vieles visuell deutlich.
    Die eingestreuten Interviewschnipsel von Augenzeugen (Friedländer u.a.) sind zwar zusätzlich informativ, aber m.E. nicht unbedingt zielführend. Ihre Schlussaussagen bilden aber dann einen sinnvollen Abschluss des Ganzen.
    Fazit: 
    Auf jeden Fall sehenswert als Beitrag zur Einordnung des Nationalsozialismus, rechter Propaganda und aktuellen Entwicklungen auf der Welt.
    Insgesamt ambitioniert, aber in Details (s.o.) mit Luft nach oben.

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