Freistatt

    D 2014 (Sanctuary)
    Jugendfilm/Drama (104 Min.)
    Freistatt – Bild: Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen
    Freistatt – Bild: Zum Goldenen Lamm/Boris Laewen
    Sommer 1968. Der Wind der Veränderung ist in den norddeutschen Kleinstädten bereits als Brise zu spüren. Mit selbstverständlicher pubertärer Aufmüpfigkeit begegnet der 14-jährige Wolfgang seinem Alltag, seiner Mutter und vor allem seinem Stiefvater. Als er von diesem in die abgelegene kirchliche Fürsorgeanstalt „Freistatt“ abgeschoben wird, findet er sich in einer Welt wieder, der er nur mit noch unbändigerem Freiheitsdrang begegnen kann: Verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill während der als Erziehung verbrämten täglichen Arbeitseinsätze in den Mooren der Umgebung. Doch für Wolfgang ist eins klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit wird er so schnell nicht im Moor begraben. „Freistatt“ entstand nach dem mit dem Emder Drehbuchpreis ausgezeichneten Buch von Nicole Armbruster und Marc Brummund, die 2013 dafür auch mit dem deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnet wurden. „Uns hat diese unerhörte Gleichzeitigkeit fasziniert.“ sagt Marc Brummund. „Auf der einen Seite eine Gesellschaft, die zwischen Rock’n’Roll und Studentenrevolte schier unbändig nach Freiheit zu streben scheint, auf der anderen Seite die Fortschreibung eines institutionalisierten und in seiner Dimension kaum vorstellbaren Missbrauchs in Erziehungsheimen und Institutionen.“ Der Film basiert auf wahren Begebenheiten: In den 1950er und 1960er Jahren wurden über eine halbe Million Kinder und Jugendliche in kirchlichen und staatlichen Heimen der Bundesrepublik oft seelisch und körperlich schwer misshandelt und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Manchmal genügte den Ämtern der Hinweis der Nachbarn auf angeblich unsittlichen Lebenswandel, Nichtigkeiten wie „Arbeitsbummelei“, Schulschwänzen oder auch die reine Willkür der Eltern, um junge Menschen für Jahre in Heimen verschwinden zu lassen. In diesen Institutionen regierten gar nicht oder nur unzureichend ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, die oft einem Orden angehörten und als Verfechter christlicher Werte auftraten, mit aller Härte. Den Jugendlichen wurden keine oder nur mangelhafte Ausbildungsmöglichkeiten ermöglicht. Nur wenig von dem, was im Inneren der angeblichen Erziehungsheime stattfand, drang damals nach außen. Marc Brummund und Kamerafrau Judith Kaufmann erzählen von Isolation und Demütigung in großen und eindringlichen Bildern. Louis Hofmann, 2017 europäischer Shooting Star der Berlinale, ist in einer seiner ersten Hauptrollen zu erleben, für die er 2014 den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Eindringlich verkörpert er das Ausgeliefertsein, die Isoliertheit und den trotzdem nie gänzlich unterdrückten Widerstand des jungen Wolfgang. (Text: SWR)
    Deutsche TV-Premiere: 20.01.2017 arte
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    Sendetermine

      Di 05.11.2019
    23:40–01:20
    23:40–WDR
      So 07.04.2019
    23:35–01:05
    23:35–SWR Fernsehen
      Fr 07.09.2018
    00:55–02:35
    00:55–arte
      Fr 17.08.2018
    20:15–21:55
    20:15–arte
      Mi 31.01.2018
    22:25–00:05
    22:25–3sat
      Sa 15.07.2017
    23:45–01:15
    23:45–One
      Mo 10.07.2017
    20:15–21:45
    20:15–One
      Do 13.04.2017
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    00:30–Das Erste
      Mi 12.04.2017
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    20:40–Das Erste
      Di 31.01.2017
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      Fr 20.01.2017
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