Ein Licht zwischen den Wolken

    AL 2018 (Streha mes reve, 85 Min.)
    • Drama
    • Liebesfilm

    Der Hirt Besnik hütet die Ziegen eines albanischen Bergdorfes, in dem Muslime und Christen leben. Er ist ein gläubiger Muslim. Sein Vater ist Kommunist und war Anhänger des Regimes von Enver Hoxha. Er verhinderte gewaltsam, dass Besnik seine Liebe, ein Mädchen aus einer Familie, die nicht in das kommunistische Raster seines Vaters passte, heiraten konnte. Seitdem hat Besnik psychische Probleme. Manchmal überfallen ihn Geräusche. Er gilt im Dorf als behindert, ist aber allgemein anerkannt als zuverlässiger Hirte und gläubiger Muslim. Die Schulkinder lieben ihn, weil er mit ihnen Fußball spielt. Seine Mutter war Katholikin, starb aber früh. Sein Bruder mit Familie emigrierte wegen der Lebensbedingungen nach Griechenland und nahm den griechisch-orthodoxen Glauben an, um dort besser anerkannt zu werden. Seine Schwester lebt als gläubige Muslimin mit der Familie in Albanien. Nun lebt er allein mit seinem Vater im Dorf und pflegt den Todkranken aufopferungsvoll. Nach einem intensiven Gebet auf der Weide hat Besnik eine Eingebung. Nach dem Gebet in der alten Moschee des Dorfes legt er unter dem Innenputz einen rötlichen Fleck frei, zum Befremden des Imam. Der Imam bringt ihn dazu, diesen wieder mit Putz zu verschließen. Aber noch ehe das ausgeführt werden kann, kommen zwei Frauen vom Denkmalschutz aus Tirana, die von dem Fleck erfahren hatten. Sie erzählen die Geschichte der Moschee. Sie war vor der Eroberung durch die Osmanen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine Kirche und wurde unter osmanischer Herrschaft in eine Moschee umgewidmet. Die Osmanen erlaubten aber die Doppelnutzung durch Muslime und Christen. Dieser rötliche Fleck war ein Teil des christlichen Freskos, das die beiden Restauratorinnen wieder freilegen und wiederherstellen können. Besnik stößt an, dass man diese Doppelnutzung doch wiedereinführen könnte, zumal die Christen des Dorfes einen weiten Weg zurücklegen mussten, um zu einer Kirche zu kommen. Die islamische Gemeinde des Dorfes stimmt dieser Doppelnutzung zu. Besnik darf zusammen mit einer der Restauratorinnen, Vilma, dieses Angebot an den katholischen Priester in der fernen Kirche bringen. Dieser ist unsicher und misstrauisch ob dieses ungewöhnlichen Angebotes. Er will darüber nachdenken. Besniks Bruder mit Familie und auch seine Schwester mit Familie kommen, um den todkranken Vater zu besuchen, aber auch, um sich ihres Erbteiles zu versichern. Eindrucksvoll das gemeinsame Essen: der kommunistische Vater, Besnik, die islamische Familie der Schwester und die christliche Familie des Sohnes an einem Tisch. Da kommt es zu Missverständnissen, die aber durch die Autorität des Vaters nicht eskalieren. Vilma findet den scheuen Besnik anziehend. Auf einer Bergwanderung übernachten beide auf Besniks Almhütte. Sie entdeckt, dass Besnik schnitzt, erkennt sein besonderes Talent. Sie bekundet das Interesse an Besnik beim Lagerfeuer. Doch Besnik ist zu scheu, so dass ihr Kussversuch misslingt. Auch Besnik empfindet etwas für Vilma, auch seine Annäherung misslingt an seinem Gefühl des Unvermögens. So schläft Vilma in der Hütte, während Besnik am Lagerfeuer seine Frauenfigur fertig schnitzt. All seine Gefühle kann er nur im Schnitzwerk ausdrücken. Misstrauisch beäugen die islamischen Dorfbewohner und Besniks Schwester das sich anbahnende Verhältnis von Besnik und Vilma. Die Schwester erklärt Vilma, dass Besnik psychisch krank sei, die islamischen Dorfbewohner meinen, dass Besnik die Doppelnutzung der Moschee ihnen nur eingebrockt hat, weil er von Vilma gesteuert wurde, zumal christliche Dorfbewohner noch auftrumpfen und darauf hinweisen, dass die Moschee doch vorher eine Kirche war. Besnik erleidet einen psychischen Anfall und flieht. Als die Restaurierungsarbeiten beendet sind, verabschiedet sich Vilma traurig vom nun wieder scheuen Besnik. Sie schenkt ihm ein Schnitzmesser. Eine Geste der Hoffnung wenigstens für Besniks Gabe als Holzschnitzer. Besniks Vater stirbt. Er hat in seinem Testament verfügt, dass derjenige das Gehöft bekommt, der Besnik versorgt. Das soll Alban, der christliche Bruder sein. Alban will daraufhin seine Schwester vom Hof vertreiben. Als Besnik das erfährt, schreitet er aktiv ein. Er zwingt Alban, zuzulassen, dass beide, er und seine Schwester, für ihn sorgen, und deshalb beide Familien das Gehöft bekommen. So wird der Hof zwischen beiden Familien geteilt. Doch angeblich sei nun für Besnik nur noch in der Scheune Platz. Der Versuch eines gemeinsamen Essens scheitert jetzt an den unterschiedlichen religiösen Ritualen. Das führt nun auch noch zur Teilung des gemeinsamen Tisches. Besnik ist nun mehr bei seinen Ziegen, weil es ihm schwerfällt, sich in dem Vaterhaus der Separation aufzuhalten. Er fragt den Imam, warum alle ihren Gott lieben, aber sich die Menschen untereinander hassen. Doch als Zeichen der Hoffnung hält seine Nichte, die Tochter der islamischen Schwester, Kontakt zu ihm und bringt ihm das Essen. Sie erinnern sich gemeinsam der Kinderlieder der katholischen Mutter beziehungsweise Großmutter. Am Ende des Filmes ist die gemeinsame Nutzung der Moschee durch die Katholiken und die Muslime gängige Praxis, auch wenn es dem Imam schwerfällt. Das Schlussbild: Der Hirte Besnik kommt mit seiner Herde direkt auf die Kinozuschauer zu.

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    Deutscher Kinostart19.09.2019

    Originalsprache: Albanisch

    Alternativtitel: A Shelter Among the Clouds

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