Das neunte Herz

    CSSR 1978
    Film (90 Min.)
    Marktplatz [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Meine sehr geschätzten Damen und Herren und Verehrer der hohen Komödiantenkunst, gleich hebt sich der Vorhang und das Spiel kann beginnen. Eine Darbietung, lehrreich, voller Dramatik und zu Herzen gehend, wir zeigen Ihnen in höchster künstlerischer Vollendung eine Geschichte von unglücklicher Liebe und erschrecklichen Fährnissen, die Geschichte vom hochberühmten Ritter Filoden und der liebreizenden Prinzessin Beatrice im Neapolitanerland – so verkündet es der Puppenspieler. Das bunte Leben des Marktplatzes verzaubern Komödianten. Ein Messerwerfer zeigt seine Kunst. Zwischen den Verkaufsständen balanciert eine Seiltänzerin. Dazwischen schlendert ein ortsfremder junger Mann. Es ist der Student Martin. Er schaut nach den schönen Mädchen und sieht sich um in der Welt. Am besten gefällt ihm die Tochter des Puppenspielers. Aber als er der Reizenden eine stibitzte Rose verehren will, verhindert es der kleine freche Bruder von Toncka. Da fährt die hochherrschaftliche Kutsche des Großherzogs vorbei. Darin sitzt die Prinzessin. Martin wirft der stolzen Adriena keck die Rose durchs offene Fenster. Die blasse Schöne lächelt ihm rätselhaft nach. Auf dem Markt geht das Treiben weiter, misstrauisch beäugt vom General und seinen Ordnungshütern. Das Puppenspiel von Filoden und Beatrice beginnt. Es handelt von einem Ritter, der die Prinzessin Beatrice von dem Fluch ihres allnächtlichen, spukhaften Verschwindens befreit. Ärgerlich fühlt ein Zuschauer, ein General, durch das Stück die hochherrschaftliche Herzogsfamilie beleidigt, sieht in der Darbietung eine offensichtliche Anspielung auf Prinzessin Adriena. Er behält die Komödianten misstrauisch im Auge.Das Gastmahl [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Das Stück ist aus. Toncka, die Puppenspielertochter, sammelt die Münzen ein. Noch einmal versucht Martin sein Glück und lädt sie zum Essen ein. Toncka sagt freundlich zu, aber sie sagt, sie könne nicht allein kommen und lädt die ganze Komödiantengesellschaft mit ein. Martin gewährt tapfer, obwohl er keinen Pfennig hat.Beim Wirt lässt Martin tüchtig auffahren – sogar der Spielmann in der Ecke wird geladen. Man schmaust, singt und feiert. Soldaten machen einen Aushang: Es wird ein Retter für Prinzessin Adriena gesucht. Der Puppenspieler und Toncka zelebrieren noch einmal das Stück von der verschwundenen Prinzessin – diesmal ausdrücklich mit Bezug auf Adriena. Dem rumorigen Wirt ist das peinlich und er will sogleich die Zeche. Martin gesteht seine Armut. Der Wirt macht Geschrei. Martin wird eingesperrt – doch der geheimnisvolle Spielmann schenkt ihm zum Dank einen Mantel. Es ist ein Zaubermantel der unsichtbar macht. Mit Hilfe des Mantels und vielen sichtbaren und unsichtbaren Späßen mit der Obrigkeit entkommt Martin dem herzoglichen Gefängnis. Aber er verliert den Mantel vorerst.Liebe [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Martin versteckt sich bei den Komödianten. Im Glockenturm erkennen Martin und Toncka ihre Liebe. Toncka schenkt ihm eine Kette mit einem wundertätigen Herz – es soll Martin beschützen – aus Liebe. Auf dem Markt singen die beiden fürs Publikum – da erspäht sie die Obrigkeit und es beginnt eine burleske Verfolgung des jungen Studiosus. Martin entkommt, doch der General greift zur List. Er will alle Komödianten einsperren. Um die Freunde zu retten, erscheint Martin – er will sich der gefährlichen Aufgabe stellen und Prinzessin Adrienas Verschwinden ergründen. Acht junge Männer sind auf diese Weise bereits verschwunden. Die Komödianten und besonders Toncka sind verzweifelt.Narr [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Bei Hof will kein junger Mann mehr etwas mit der todbringenden Adriena zu tun haben. Ihr Vater ist ärgerlich. Er will die Tochter verheiraten und Nachfolger sehen. Als Belohnung für die Rettung darf man sogar um die Hand der Prinzessin anhalten. Der Herzog instruiert den Studenten. Er muss Adriena nachts bewachen und ihr folgen, wenn sie verschwindet. Der Hofnarr bittet Martin in den Garten. Hier erfährt Martin einiges mehr, und er erhält vom Narren den Zaubermantel wieder: Der alte Narr hat die Prinzessin väterlich ins Herz geschlossen und er weiß Dunkles zu berichten: Der Herzog hat einen Pakt mit einem finsteren Hofastrologen, Graf Aldobrandini. Der wusste den Willen zur Macht zu steuern und hat den Herzog mit alchemistischen Versprechungen großen Reichtums in seinen Händen. Schließlich schnappt die Falle zu, der finstere Aldobrandini fordert die Hand der lebenslustigen Adriena. Die will von dem hässlichen Zauberer nichts wissen. Aber der weiß in einsamer Stunde dem Mädchen einen Tropfen Blut abzuluchsen. Seither ist sie in hypnotischem Bann und seinem Willen unterworfen. Nach diesem Alb bleibt der Graf verschwunden, und Adrienas seltsame, allnächtliche Wanderung begann. Der Narr befürchtet ein weiteres schreckliches Geheimnis, da die Hand Adrienas für Aldobrandini mit Hilfe des Herzogs leicht zu erzwingen wäre. Martin sieht seine Lage hoffnungslos. Der Narr tröstet. Er wird Martin begleiten.Der Weg zum Schloss [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] In der Nacht wachen Martin und der Narr. Adriena erhebt sich und geht schlafwandelnd. Unter dem Zaubermantel folgen ihr unsichtbar Martin und der Narr. Am Ende eines düsteren Ganges wird die Prinzessin von zwei schwarzen Dienern abgeholt und mit einer venezianischen Gondel auf einem Kanal durch eine unterirdische, weiße Traumlandschaft gefahren. Es folgt eine Wanderung. Hier stolpert der Narr, stürzt aus dem schützenden Mantel und wird sichtbar. Missgünstig und belustigt sehen dies die Diener: Endlich ist ein Retter da, das neunte Herz! Sie ergreifen den armen alten Pierrot. Sie gelangen zu dem düsteren Bau eines schwarzen Schlosses. Eine bleiche Hofgesellschaft tummelt sich hier in fahlem Licht. Ihr Herrscher ist Graf Aldobrandini. In böser Begeisterung empfängt Aldobrandini den Narren – Sein neuntes Herz! Man dreht sich in Geistertänzen. Aldobrandini weckt Adriena aus der Trance ihrer Hypnose. Entsetzt sieht das Mädchen Macht und Ohnmacht.Das Geheimnis des Magiers [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Aldobrandinis Ziel ist eine geheimnisvolle Essenz. Eine solche, aus Pharaonengräbern stammende, verjüngt ihm seit dreihundert Jahren das Leben. Aber diese geht zur Neige. Die Essenz wird aus neun lebenden Herzen gewonnen. Des Narren Herz vollendet den alchemistischen Zauber. Die leblosen Körper der neun Opfer brächte nur die Essenz ins Leben zurück – aber die kostbaren Tropfen verwahrt Aldobrandini – wie sich denken läßt. Das erklärt der Magier prahlend der verschreckten Adriena – aber sie haben noch einen Lauscher – den unter dem Tarnmantel verborgenen Student Martin.Der Saal der Zeit [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Aus dem Raum der finsteren Destillationen führt der Zauberer die Prinzessin zu einem mystischen Saal voller brennender Kerzen – umgeben von riesigen Uhrwerken. Es ist der Saal der unterirdischen Zeit, als deren Fürst und Magier Aldobrandini sich ausgibt. Auf eine Geste Aldobrandinis stehen hier alle Uhren still – auch das riesige Pendel mit Sonnengesicht. Eine Sekunde zählt in diesem Raum so viel wie ein Tag. Doch während Aldobrandini in seiner Hybris schwelgt, hat Martin sich der Essenz bemächtigt und den Narren und die anderen Opfer ins Leben zurückgeholt. Sie flüchten mit Adriena durch die labyrinthischen Gänge. Aldobrandini ist gebrochen, er altert im Zeitraffer. Doch die Flucht von Martin, dem Narren und Adriena endet im Saal der Zeit, aus dem es kein Entrinnen gibt – und die Zeit vergeht rasend – schon ist ein Jahr vorbei.Freiheitsglocken [ Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Auf der Welt läuten die Neujahrsglocken. Toncka steht im Glockenturm und ruft Martin. Schon lange hat sie die Hoffnung begraben. Aber sie liebt aus Liebe. Im selben Augenblick fühlt Martin Tonckas Geschenk in seiner Hand – der herzförmige Anhänger leitet leuchtend die drei Gefangenen zwischen Kerzen und Uhren zu einer neuen Öffnung aus dem Saal der Zeit. Glücklich eilen sie zu der Gondel, wo Adriena das wundertätige Herz ärgerlich und undankbar in einen Winkel schleudert.Zurückgekehrt auf der Welt herrscht große Erleichterung am herzoglichen Hof, und man betrachtet mehr oder minder Martin als den Zukünftigen Adrienas. Man hat auch schon wieder einen neuen finsteren Hofastrologen gefunden – Graf Merlini. Adriena wird immer hochmütiger. Und Martin glaubt unglücklich alles verloren. Doch wieder hat der Narr etwas für Martin bewahrt und drückt ihm das wundertätige Herz von Toncka in die Hand. Martin kehrt zu seinen Komödianten zurück, Toncka und er fliegen sich in die Arme, und der Puppenspieler schließt mit seinem großen schwarzen Künstlerhut das Stück.
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    Originalsprache: Tschechisch
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      Sa 26.11.2005
    11:03–12:30
    11:03–Das Erste
      So 15.05.2005
    08:45–10:15
    08:45–Bayerisches Fernsehen
      So 07.11.2004
    08:30–10:00
    08:30–hr-Fernsehen
      Mo 06.09.2004
    08:30–10:00
    08:30–Südwest Fernsehen
      Sa 10.04.2004
    09:15–10:45
    09:15–Bayerisches Fernsehen
      Mo 25.08.2003
    14:30–16:00
    14:30–Bayerisches Fernsehen
      Fr 29.03.2002
    09:00–10:30
    09:00–Bayerisches Fernsehen
      So 17.05.1998
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