Atempause

    D 2017 (90 Min.)
    • Drama
    Hannes wird in den Schockraum geschoben. Esther Baumann (Katharina Marie Schubert) und Frank Baumann (Carlo Ljubek) schauen gelähmt auf die Szenerie. – Bild: MDR/​Volker Roloff
    Hannes wird in den Schockraum geschoben. Esther Baumann (Katharina Marie Schubert) und Frank Baumann (Carlo Ljubek) schauen gelähmt auf die Szenerie.

    „Atempause“ erzählt die Geschichte von Esther (40) und ihrem Ex-Mann Frank (42). Ihr gemeinsamer, neunjähriger Sohn Hannes wird nach einem Unfall beim Fußball für hirntot erklärt. Von einer Sekunde auf die andere verlieren die Eltern ihr Kind. Nichts hätte sie auf diesen Moment vorbereiten können. Sie müssen nun hilflos zusehen und sich dem Schicksal stellen. In der Klinik treffen sie auf eine türkische Familie in der gleichen Situation. Gemeinsam steht das getrennte Paar vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens. Wann schalten wir die Geräte final ab? Geben wir die Organe zum Spenden frei? Esther und Frank müssen lernen, die harte Realität zu akzeptieren. Das einzige, was sie für ihren Sohn noch tun können, ist ihn loszulassen. Der Stoff zu „Atempause“ wurde im Hinblick auf die Themenwoche entwickelt.
    Daher steht der Umgang mit dem Thema Glauben im Mittelpunkt. Hier hoffen und trauern Eltern und Schwester (15) ganz unterschiedlich um den hirntoten Jungen. Die Mutter glaubt bis zum Schluss, dass das Kind gesund wird. Sie findet Halt in alltäglichen Dingen, besorgt Kleidung und Spielzeug für das Kind. Die verzweifelten Großeltern meinen sogar, mit Geld die Heilung von Hannes kaufen zu können. Alle hoffen, dass dadurch das Leben weiter geht und ein Wunder geschieht. Indem sie die traurige Wahrheit verdrängen. Nur der Vater akzeptiert sehr früh, dass Hannes Seele bereits verstorben ist und der kleine Körper nur noch künstlich am Leben gehalten wird. Die Ärzte bitten dringend darum, die Organe zu spenden. Frank sucht in der Krankenhauskapelle den Kontakt zu Gott.
    Hier lässt er seinen Gefühlen freien Lauf und weint seit Jahren zum ersten Mal wieder. Seine Tochter sammelt für ihren Bruder Fußballbilder und drückt dadurch ihre Liebe zu ihm aus. Im Sinne der Themenwoche erzählen wir somit die unterschiedlichen Wege des Glaubens in einer Lebenskrise. Die Familie wird sich fragen, was Gott sich dabei gedacht hat, dass ihr Kind stirbt. Man hat nie gemeinsam gebetet, aber doch als Familie zusammen gehalten. Diese Werte waren trotz der Trennung der Eltern weiterhin wichtig. Wir lernen auch den kleinen Yusuf kennen, der im gleichen Zimmer wie Hannes um sein Leben kämpft. Ständig an seiner Seite ist die türkische Großfamilie, die für Pfleger und Schwestern auch eine Belastung ist. Doch man lernt von ihnen, dass die gemeinsame Liebe zu den Kindern das Wichtigste ist.
    Auch, wenn jede Kultur ganz anders mit dem Thema Glauben umgeht. (Text: ARD)

    Deutsche TV-Premiere14.06.2017Das Erste

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