1968 – Ostberlin
- D 2008 (45 Min.)
- Dokumentation
- Geschichte

„1968“ – Eigentlich rankt sich der Mythos dieser Jahreszahl um das rebellische Aufbegehren der jungen Generation in den westlichen Gesellschaften. Gegen Vietnamkrieg, Kapitalismus und überkommene Konventionen. Aber auch den Osten ließ dieses kulturelle und politische Erdbeben nicht unerschüttert. Was geschah 1968 in Ostberlin? Auch hier wurden neue Lebensmodelle diskutiert und probiert. Die ungemeine Kraft von Rock ‚n‘ Roll, Flowerpower, Marcuse und Jim Morrison ließ sich an der Berliner Mauer nicht stoppen. Eine Kommune 1 gab es auch in Ostberlin, besser gesagt in Rahnsdorf.
Wolf Biermann nahm in seiner Wohnung die berühmte Platte „Chausseestr. 131“ auf, und zu diskutieren gab es auch in Ostberlin genug. Über einen erstarrten Staat, über fehlende Freiheiten. Frischer Wind kam vor allem auch aus Richtung Süden: Die benachbarte Tschechoslowakei erlebte ihren „Prager Frühling“, noch radikaler als im Westen war hier Veränderung zu spüren. „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ hieß hier die Übersetzung von „All You Need Is Love“.
Ein Traum, der im August 68 ein jähes Ende fand: Auch junge Ostberliner mussten an der militärischen Gegenoffensive Moskaus und seiner Alliierten teilnehmen. Die Herrschenden in der Hauptstadt der DDR wähnten sich nämlich schon dort, wo die (in ihren Augen verwirrten) Rebellen auf den Straßen Westberlins noch hinwollten: in einer neuen Gesellschaft mit neuen Menschen. Die Dokumentation von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich dokumentiert unterhaltsam und informativ den Zeitgeist des turbulenten Jahres 1968 in Ostberlin. (Text: rbb)
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