Ganz im Norden der Region Rhône-Alpes, in Hoch-Savoyen, liegt der 800 Jahre alte Ort Combloux. Von hier aus hat man einen traumhaften Blick auf den Mont Blanc, der mit 4.810 Metern der höchste Berg Europas außerhalb des Kaukasus ist. Früher stiegen wohlhabende Urlauber aus ganz Europa im mondänen Grand Hotel du Mont Blanc ab. Heute buchen überwiegend „normale“ Familien aus der Gegend von Paris die Appartements. Fast alle Bewohner von Combloux sind in der Tourismusbranche aktiv, viele üben mehrere Berufe aus. Wie Familie Chambel: Vater, Mutter und Söhne arbeiten als Skilehrer und bewirtschaften im Nebenerwerb noch einen Bauernhof mit 40 Kühen, die im Sommer auf eine Alm getrieben werden. Außerdem vermieten die Chambels Ferienwohnungen und betreiben ein Fliesenlegergeschäft. Anlässlich eines Familienfestes bei den Chambels lernen die Zuschauer eine kulinarische Spezialität der Region kennen: Farcement à la savoyarde, eine Art Kartoffelauflauf. Nach einem kurzen Abstecher in das Bad von Combloux geht die Reise nach Annecy. Die Hauptstadt des Départements Haute-Savoie liegt am Fuß der Alpen. Im Sommer haben zahlreiche Cafés ihre Terrassen geöffnet, das Inselpalais der Stadt ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen. Viele
„Annéciens“ arbeiten in der benachbarten Schweiz. Schweizer wiederum wohnen gern in Annecy, denn hier waren die Grundstückspreise lange Zeit niedriger als beispielsweise am Genfer See. Einen See hat auch Annecy zu bieten. Mitte des 20. Jahrhunderts drohte er an Eutrophierung zu ersticken, heute dient er wieder als Trinkwasserreservoir. In Kontrast zum wohlhabenden Norden steht der südlichste Zipfel der Region Rhône-Alpes: die Drôme provençale, eine dünn besiedelte Gebirgslandschaft mit südlichem Flair: Es duftet nach Thymian und Lavendel, in den Tälern wachsen Wein, Oliven und Aprikosen. Lange Zeit war die Drôme eine vergessene Gegend, junge Leute wanderten scharenweise ab. Erst in jüngster Zeit kam der Natururlaub in Schwung. Viele Orte in der Drôme wirken nahezu menschenleer, auch das Dorf Chalancon, wo nur noch wenige Bergbauern ausharren – darunter die Familie Servan. Drei Generationen bewirtschaften einen Hof mit Schafen, Ziegen, Lavendel- und Käseproduktion. Die Servans leben in einer Landschaft, die zu den wertvollsten Naturparadiesen Frankreichs zählt. Hier wurden in den 1990er Jahren Gänsegeier wieder angesiedelt. Der Bestand ist inzwischen stabil, die mächtigen Vögel drehen ihre Kreise über den Bergen. (Text: ARD-alpha)
Deutsche TV-PremiereMi. 14.07.2004Südwest Fernsehen