8 Folgen

  • 32 Min.
    Paris, 1969: Nach den Studentenunruhen im Mai 1968 entsteht am Rand der Stadt in Vincennes ein modernes Universitätsgebäude, in dem die Studierenden ein antiautoritäres, selbstverwaltetes Lernexperiment praktizieren und die gesellschaftliche Ordnung auf den Kopf stellen. Die Vorgänge werden jedoch unter offizieller wie auch heimlicher Kontrolle des Ministeriums und des Geheimdienstes beobachtet – unter anderem von Jacques, Polizist und Spitzel, der überzeugt ist, die Revolution sei von linken Terroristen gesteuert. So prallen in Vincennes verschiedenste Ideologien aufeinander: Kommunisten, Maoisten, Außenstehende, Studierende und der Staat als Überwachungsorgan. Im Zentrum steht zunächst die Prostituierte Claudine, die mit dem verheirateten Jacques liiert ist. Sie lebt in ihrem Wohnwagen im Wald neben der Universität. Als sie die Universität entdeckt und erkundet, wird sie als „echte Proletarierin“ zu ihrem Aushängeschild. Claudine entfacht sogar in Merloux, dem Rektor der Universität, den Glauben an die Veränderbarkeit der Verhältnisse. Dieses Ziel treibt auch den aktivistischen Gérard an, Dozent aus wohlhabenden Verhältnissen und zugleich Gründer einer militanten linken Gruppe. Als er auf die engagierte Studentin Françoise stößt, die ihr bürgerliches Elternhaus hinter sich gelassen hat, um die Gesellschaft zu verändern, weiß er noch nicht, was für eine hitzige Mitstreiterin er in ihr gefunden hat … Die Serie „Die Revoluzzer“ erzählt vom studentischen Abenteuer der Reformuniversität Vincennes: dem einzigartigen Versuch, ein Jahr nach der Mai-Revolution 1968, unter der konservativen Staatsmacht de Gaulles eine Reformuniversität zu betreiben. Die Serie von Benjamin Charbit und Dominique Baumard integriert auf kreative Art Original-Archivmaterial. Darin kommen namhafte Intellektuelle von damals zu Wort. Neben den – heute wieder aktuellen – Debatten um Rollenbilder, Machtverhältnisse und Revolution als Kampf um die Wahrheit ist die Serie vor allem ein großer Spaß für junge und jung gebliebene Revoluzzer. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte
  • 30 Min.
    Gérard, Françoise und Amadéo suchen fieberhaft nach dem „wahren Proletariat“, um ihrer maoistischen Gruppe Legitimität zu verleihen. Mit Claudine tritt eine Figur auf den Plan, die alle Zuschreibungen sprengt: Arbeiterin, Prostituierte, Studentin, Projektionsfläche. In ihrer Unbedarftheit erschüttert sie die theoretischen Gewissheiten gründlich und schließt sich der Gruppe an. Während Rektor Merloux Vincennes als „Universität des Volkes“ für einen kommunistischen Imagefilm inszenieren will, protokolliert die Polizei längst mit. Gérard und Françoise kapern die Werbefilmvorführung, um die Arbeit der Putzkräfte, Migranten und Frauen hinter dem Bild der Universität des Volkes offenzulegen. Zugleich treten erste Konflikte um Geschlechterverhältnisse offen zutage. Die Frauen wollen sich als eigene Gruppe formieren. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte
  • 29 Min.
    An der Reformuniversität Vincennes fordern Studentinnen verschiedener linker und feministischer Gruppen einen eigenen Raum, um sich jenseits männlicher Dominanz zu organisieren. Als ihre Forderung von Präsident Merloux herablassend abgewiesen wird und auch linke Männer wie Gérard den Feminismus als Nebenwiderspruch behandeln, ziehen die Frauen kurzerhand in den Wald. Dort errichten sie ein autonomes Lager mit Küche, Bibliothek, Kursen und Versammlungen. Während die Situation an der Universität zunehmend chaotisch wird, verfolgt Claudine die Ereignisse aufmerksam. Angesichts der feministischen Debatten, ihres eigenen Doppellebens und der alltäglichen Improvisation in Vincennes begreift sie, dass ein Studium für sie mehr sein könnte als die Befriedigung ihrer Neugier. Als sie erfährt, dass sie möglicherweise Anspruch auf Studienbeihilfe hat, eröffnet sich erstmals eine reale Perspektive auf ein anderes Leben. Am Ende erhalten die Frauen tatsächlich einen eigenen Raum, und Françoise gründet einen autonomen maoistischen Bund. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte
  • 34 Min.
    An der Universität Vincennes spitzen sich die Widersprüche zwischen revolutionärer Theorie und sozialer Realität zu: Claudine fällt bei ihren Prüfungen zunächst durch und erkennt schmerzhaft, wie stark Bildung von sozialer Herkunft bestimmt bleibt. Gleichzeitig radikalisiert sich der maoistische Kreis um Gérard, Françoise und Amadéo: Auf Worte sollen Taten folgen, man diskutiert Waffen und politische Aktion. Gérard, der seinen großbürgerlichen Hintergrund verschweigt, versucht, seinen eigenen Klassenwiderspruch aufzulösen, indem er mit Jimmy, der sich eine Baracke mit anderen Migranten teilt, den Schlafplatz tauscht. Deren existenzielle Sorgen treffen bei der Diskussion um einen Streik auf die akademischen Revolutionsutopien von Gérard und Françoise. Claudine, die des Geldes wegen weiter als Informantin für Jacques arbeitet, verrät ihm schließlich das Waffenversteck, handelt aber zugleich ihre eigene Flucht aus. Sie beginnt, sich von ihm zu emanzipieren – auch aufgrund eines überraschenden Semesterendes … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 arte
  • 30 Min.
    Der politische Aufbruch an der Universität Vincennes kippt in Misstrauen, Paranoia und groteske Selbstentlarvung. Nachdem Jimmy verhaftet wurde und das versteckte Arsenal in Gérards Wohnung unentdeckt blieb, wächst innerhalb der Gruppe der Verdacht, dass es einen Informanten geben muss. Claudine gerät schnell in den Fokus der Anschuldigungen. Während Gérard und Françoise fieberhaft nach einem Verräter suchen, zeigt sich, wie fragil Solidarität wird, sobald Angst, Schuld und Eitelkeit ins Spiel kommen. Claudines Situation verschärft sich, denn Jacques drängt sie, ihm brisante Informationen über die linke Gruppe zu liefern. Doch Claudine beginnt, sich diesem Zugriff zu entziehen. Während ein Foucault-Vortrag über Überwachung und staatliche Kontrolle die Ereignisse auf theoretischer Ebene spiegelt, wird auf dem Campus immer deutlicher, wie eng politische Praxis und Beobachtung miteinander verknüpft sind. Schließlich entladen sich die inneren Spannungen der Gruppe in einer Reihe schmerzhafter Selbstbekenntnisse. Klassenherkunft, Begehren, Eifersucht und revolutionäre Pose brechen offen hervor. Was als Suche nach einem Verräter beginnt, wird zu einer bitteren Offenlegung bürgerlicher Widersprüche und politischer Illusionen. Claudine erkennt dabei endgültig, dass ihr weder Jacques noch die Polizei einen Ausweg bieten können. Indem sie sich von ihm lossagt, entscheidet sie sich erstmals klar für die eigene Wahrheit. Doch der Preis bleibt hoch: Jimmy kehrt geschunden von der Polizei zurück und bekommt die Folgen der temporären Festnahme zu spüren. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte
  • 29 Min.
    In Vincennes wird aus politischer Theorie offene Konfrontation. Die Entlassung von Jimmy und die prekäre Lage der Reinigungskräfte lösen an der Universität einen Streik aus, den Gérard und Françoise zu einem größeren Aufstand ausweiten wollen. Mit Parolen, Liedern und wachsender Entschlossenheit versuchen sie, Studierende und Beschäftigte zu mobilisieren und die Arbeitskämpfe der „Unsichtbaren“ ins Zentrum des Campus zu rücken. Für einen kurzen Moment scheint die Vision einer gemeinsamen Bewegung greifbar. Doch die politische Dynamik kollidiert schnell mit institutionellen Zwängen, persönlichen Interessen und sozialer Realität. Während Merloux sich gesprächsbereit zeigt und Zugeständnisse macht, verweigert er gleichzeitig die zentrale Forderung nach einer direkten Anstellung der Reinigungskräfte durch die Universität. Damit bleibt die strukturelle Unsicherheit der Arbeiter bestehen. Zugleich droht Claudines eigener Lebensentwurf zu zerbrechen: Weil der Streik den Lehrbetrieb lahmlegt, geraten ihre Prüfungen, ihre Stipendienchancen und damit ihre gesamte Zukunft ins Wanken. Währenddessen wird auch Jacques wieder aktiv und versucht, im Schutz des Chaos Informationen für die Polizei zu sammeln. Auch innerhalb der Gruppe verschieben sich die Beziehungen: Zwischen Françoise und Gérard knistert es – sowohl intellektuell als auch körperlich. Doch der Traum einer solidarischen Revolte hält nicht lange. Als die Universitätsleitung die Müllberge räumen lässt und damit den Streik faktisch bricht, kippt die Stimmung. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte
  • 29 Min.
    Die Lage in Vincennes spitzt sich zu: Präsident André Merloux wird seit Tagen von einer Gruppe maoistischer Studierender festgehalten. Was als politische Aktion begann, kippt zunehmend in ein gefährliches Machtspiel zwischen Ideologie, persönlicher Verzweiflung und moralischer Grenzüberschreitung. Während Jimmy und Ahmed auf konkrete Zusagen für Arbeit und ein würdiges Leben drängen, macht die Kerntruppe die Besetzung zum symbolischen Tribunal über Klassenkampf, Gewalt und Verrat. Mitten im Chaos aus Vollversammlungen, improvisierter Bürokratie und revolutionärer Rhetorik werden auch die Widersprüche der Institution selbst sichtbar: Opportunismus, Manipulation und die Frage, wie viel Befreiung ein System verträgt, das sich doch permanent selbst verwaltet. Claudine sieht angesichts brennender Zertifikate ihren Klassenaufstieg sich in Luft auflösen. Sekretärin Nino versucht, den Universitätsalltag im Krisenmodus aufrechtzuerhalten; Merloux verteidigt sich in seiner Notlage mit philosophischer Schärfe. Als aus dem politischen Schauprozess existenzieller Ernst wird, droht die Situation endgültig zu eskalieren. Doch ausgerechnet im Moment größter Zuspitzung offenbart sich, dass nicht nur die Revolution, sondern auch die Universität selbst auf Fiktionen, Improvisationen und Täuschungen gebaut ist. Auf Regierungsseite sieht sich Jacques durch einen Mitschnitt aus Merloux’ verwanztem Büro schon als entscheidender Akteur bei der Auflösung von Vincennes triumphieren. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte
  • 43 Min.
    An der Universität Vincennes kehrt keine Ruhe ein. Ein geheimer Mitschnitt bringt neue Unruhe auf den Campus, und als bekannt wird, dass Büros und Hörsäle möglicherweise verwanzt sind, wächst das Misstrauen in alle Richtungen. Studierende und Hochschulleitung geraten gleichermaßen unter Druck, denn plötzlich steht nicht nur die Frage im Raum, wer wen belauscht hat, sondern auch, wer auf welcher Seite steht. Claudine gerät dabei immer stärker zwischen die Fronten: Sie weiß mehr, als die anderen ahnen, und muss sich zwischen Verschweigen, Loyalität und einem längst überfälligen Schritt zu einer eigenen Position entscheiden. Auch Jacques verfolgt weiter seinen eigenen erpresserischen Plan, um einen Neuanfang mit Claudine zu wagen – und macht damit klar, dass persönliche Motive und politische Interessen in Vincennes kaum noch voneinander zu trennen sind. Die Suche nach den Tonbändern setzt eine Reihe von Begegnungen und Enthüllungen in Gang, die den Druck auf alle Beteiligten weiter erhöhen. Für Claudine birgt die Situation unerwartetes Potenzial. Jacques dagegen droht die Kontrolle gleich doppelt zu entgleiten … (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Do. 01.10.2026 arte
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