Die Abenteuer des Kapitän Cousteau Folge 20: Die Geheimnisse des Baikalsees
Folge 20
20. Die Geheimnisse des Baikalsees
Folge 20 (48 Min.)
An der Grenze zwischen Sibirien und der Äußeren Mongolei, 4.200 Kilometer östlich von Moskau, erforschen die Taucher der Calypso die kristallklaren Wasser des Baikalsees, der Perle Sibiriens. Das Süßwassermeer liegt über einer Erdspalte, die sich Jahr für Jahr um zweieinhalb Zentimeter weiter öffnet. Mit 1.637 Metern Tiefe und 23.000 Kubikkilometern Wasser ist der Baikalsee das größte Binnengewässer der Erde. Er ist auch das älteste. Im Laufe der Jahrtausende entwickelte sich im See eine üppige, artenreiche Flora und Fauna. Immerhin ist der Baikalsee zehn Mal älter als der Tanganjika-See.
Im Baikalsee findet man über 1.500 verschiedene Tierarten. Gegen Ende des Frühlings, in den Tagen der Schneeschmelze, filmen die Taucher das wiedererwachende Leben im See. Das Wasser ist mit ein bis zwei Grad Celsius eiskalt. Ideale Temperaturen für die Vermehrung von Algen und Plankton, von denen sich zahlreiche Schalentiere ernähren. Tausende Lenok-Lachse an der Mündung des Kabanias leben jetzt im Überfluss. Myriaden von Mückenlarven vollenden in diesen Maitagen ihre Metamorphose. Schwarze Insektenwolken steigen auf und verdunkeln den Himmel über dem See.
Ein Festmahl für die Vögel. Auch die aus ihrem Winterschlaf erwachten Bären lecken die angespülten Insekten von den Steinen am Ufer des Sees. Auf den letzten Eisschollen am nördlichen Ufer des Sees aalen sich Seehunde und Robben in der Sonne. Die Buriaten haben sie aus ihrem Dorf Ongurjany vertrieben.
Die Taucher gleiten entlang steiler Canyons in die Tiefe. An deren Hängen wachsen Wälder aus bis zu 70 Zentimeter hohen Schwämmen. Sie bieten tausenden stacheliger Krebse ebenso Schutz wie Fischen, die über Wochen im Dickicht der Schwämme ihre Eier ablegen. Zu Beginn des Sommers steigen die Omuls (eine endemische Coregonus-Gattung) auf und sammeln sich in den Buchten.
Gewaltige Knäuel aus Fischleibern lassen den See aufschäumen. Es wimmelt von schlagenden Fischschwänzen und springenden Fischen. In dieser Zeit entstehen die schönsten Bilder auf den nächtlichen Tauchgängen, wenn Plankton und Milliarden Schalentiere im Licht der Scheinwerfer leuchten. Schon zu Dschingis Khans Zeiten brachen die buriatischen Reiter in dieser Jahreszeit mit ihren Pferden zur Bärenjagd auf. Die Buriaten halten an ihren Traditionen fest. Im Hafen von Khoujir auf der Insel Oleron finden noch heute jedes Jahr Reiterspiele mit Bogenschießen und Kämpfen statt.
Der Baikalsee ist nicht nur für die Buriaten, sondern auch für russische Intellektuelle und Dissidenten ein heiliger Ort. Die Stadt Irkutsk ist ihr „sibirisches Paris“. Sie wehren sich gegen den geplanten Bau einer riesigen Zellulosefabrik an den Ufern des Baikal, die Wälder zu zerstören und das Wasser des Sees zu verunreinigen droht. Doch wie weit ist die Umweltverschmutzung tatsächlich schon fortgeschritten? Im Februar-März wird das Eis dünn und durchsichtig. Dann zeigt der Baikalsee sein wahres, einzigartiges Gesicht. (Text: arte)
Deutsche TV-PremiereFr. 26.08.2005arte
Sendetermine
Fr. 26.08.2005
20:00–20:45
20:00– NEU
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