Wasserpioniere Folge 10: Die Wasserkanäle der Kapverden
Folge 10
10. Die Wasserkanäle der Kapverden(Cap-Vert, l’ile aux canaux)
Folge 10 (25 Min.)
Santo Antão, die zweitgrößte der Kapverdischen Inseln, ist ein grünes Juwel inmitten des Atlantiks – doch ihr Reichtum ist bedroht. Die steilen Hänge der Vulkaninsel sind mit Terrassenfeldern überzogen, auf denen Bananen, Maniok und Süßkartoffeln gedeihen. Möglich wird dies durch ein jahrhundertealtes Kanalsystem: die Levadas. Diese Wasserleitungen, einst von den portugiesischen Kolonialherren angelegt, fangen das Regenwasser auf, speichern es in Rückhaltebecken und verteilen es in der Trockenzeit bis in die entlegensten Parzellen.
Das Prinzip ist genial: In der kurzen Regenzeit dringt das Wasser in das poröse Vulkangestein ein, wird aufgefangen und über kilometerlange Kanäle zu den Feldern geleitet. Doch der Klimawandel macht den Menschen einen Strich durch die
Rechnung: Regen wird seltener, die Dürreperioden dauern länger. Veloso, Wasserwärter am Kanal Ribeira da Torre, ist einer der Hüter dieses Systems. Er repariert die Levadas, kontrolliert die Becken und sorgt für eine gerechte Verteilung – eine Aufgabe, die immer schwieriger wird.
Mixinha kämpft um jeden Tropfen, während Balthazar seine Bananenplantage mit Tröpfchenbewässerung modernisiert, um Wasser zu sparen. Die Insel steht vor einer Zerreißprobe: Tradition oder Innovation? Die Levadas sind das Lebenselixier einer ganzen Kultur. Doch wenn der Regen ausbleibt, müssen die Menschen neue Wege finden. Zwischen traditioneller Wasserkultur, Terrassenanbau und Klimaanpassung – für die Menschen aus Santo Antão ist der Schutz ihres Wassers oberste Priorität. (Text: arte)
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