4 Folgen
1. Wie Tiere sich selbst heilen
Folge 1 (43 Min.)Überall auf der Welt gibt es Tiere, die in der Lage sind, sich selbst medizinisch zu behandeln. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen Zoopharmakognosie. Von der extrem starken Magensäure der Geier, die sogar Milzbrandbakterien zerstört, bis zu Ameisen, die ihre Ameisensäure mit Baumharz zu einem wirksamen antibakteriellen Mittel mischen, zeigt sich: Manche Tiere wissen genau, wie Heilung funktioniert.Um herauszufinden, welche Rolle dabei der Instinkt spielt, wagt der Film ein Experiment mit Kapuzineraffen, die trotz fehlender Wildnis-Erfahrung stark riechende Pflanzen in ihr Fell reiben, um Insekten abzuwehren. Krähen dagegen provozieren Ameisen, damit diese sie mit Ameisensäure besprühen – eine Art „Säuredusche“ zur Gefiederpflege. Auch beim Schutz vor der Sonne zeigt die Tierwelt Einfallsreichtum: Flusspferde sondern eine rötliche Flüssigkeit ab, die UV-Strahlen streut und antiseptisch wirkt. Elefanten dagegen bedecken ihre Haut mit einer dicken Schlammschicht – nicht elegant, aber effektiv. Im Primatenreich wird es besonders spannend. Auf Sansibar fressen Stummelaffen Holzkohle, um sich selbst nach dem Verzehr von unverträglichen Früchten zu entgiften. Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, sind wahre Meister der Selbstmedikation. Sie nutzen eine Vielzahl natürlicher Heilmittel gegen Beschwerden und behandeln nicht nur sich selbst, sondern auch einander. Jede Gemeinschaft verwendet dabei eigene Mittel – Hinweise auf unterschiedliche medizinische Kulturen. Schon lange vor der Erfindung des Aspirin war dieses Wissen in der Tierwelt vorhanden. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 24.08.2026 arte Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tv 2. Wie Tiere ihre Fruchtbarkeit steuern
Folge 2 (43 Min.)Fortpflanzung ist das höchste Ziel in der Tierwelt. Kein Wunder also, dass viele Arten erstaunliche Tricks und raffinierte Verhaltensweisen entwickelt haben, die ihnen helfen, ihre Gene erfolgreich weiterzugeben. Tiere nutzen Pflanzen, Düfte oder sogar giftige Substanzen, um ihre Chancen zu erhöhen: Männliche Orchideenbienen sammeln komplexe Duftmischungen, um wählerische Weibchen anzulocken. Trächtige Elefanten suchen gezielt nach bestimmten Heilbäumen, die Wehen auslösen – es sind dieselben Pflanzen, die auch kenianische Frauen traditionell nutzen.Bei Ameisen herrschen Königinnen über riesige Kolonien, Weberameisen nutzen ihre Larven wie kleine „Seiden-Klebepistolen“, und Holzameisen sichern ihre Dominanz durch verdeckte Machtübernahmen oder Paarungen über Artgrenzen hinweg. Im Meer kehren Seepferdchen und Clownfische klassische Rollen um: Seepferdchen-Männchen bringen den Nachwuchs zur Welt, während Clownfische ihr Geschlecht wechseln, um den Fortbestand ihrer Art zu sichern. Auch Vögel optimieren ihre Chancen, indem sie medizinische Kräuter in ihre Nester einarbeiten, die Keime abwehren und die Gesundheit der Küken stärken. Löwinnen und Dschelada-Paviane schützen ihren Nachwuchs durch clevere Strategien: etwa durch Paarung mit mehreren Männchen, um Vaterschaft zu verschleiern, oder durch spontane Fehlgeburten bei drohender Übernahme durch rivalisierende Männchen. Sogar winzige Fruchtfliegen nutzen ungewöhnliche Hacks: Sie legen ihre Eier in vergorene Früchte, deren Alkoholgehalt Parasiten abtötet. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 24.08.2026 arte Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tv 3. Wie Tiere den Rausch suchen
Folge 3 (43 Min.)High zu werden ist kein rein menschliches Vergnügen – auch Tiere suchen bewusst veränderte Bewusstseinszustände. Im Amazonas kauen Jaguare auf halluzinogenen Lianen und fallen in tranceartige Zustände. In Australien fressen Wallabys narkotische Mohnpflanzen und torkeln wie Diskobesucher. Seidenschwänze berauschen sich an vergorenen Beeren, während Delfine vorsichtig Kugelfische weiterreichen, die geringe Mengen Nervengift freisetzen – für eine scheinbar entspannte Unterwasser-Session. Auf St. Kitts stehlen Grüne Meerkatzen mit einer Vorliebe für Alkohol den Touristen die Cocktails. Auf Madagaskar kauen Rotstirnmakis auf giftigen Tausendfüßern, die stimmungsaufhellende Stoffe freisetzen. Sogar Dickhornschafe wagen riskante Klettertouren, um an ein angeblich psychedelisches Flechtengewächs zu gelangen.Doch all diese Verhaltensweisen dienen oft mehr als bloßer Lust. Häufig handelt es sich um Zoopharmakognosie – Selbstmedikation mit natürlichen Substanzen, die Stress und Schmerzen lindern, oder Parasiten abwehren. Manchmal stärken solche Erfahrungen soziale Bindungen oder schärfen kurzzeitig die Sinne. Was wie reiner Spaß wirkt, hat oft tiefere biologische Gründe. Die Wissenschaft entdeckt zunehmend, dass diese „Trips“ kein Zufall sind, sondern ein instinktives Verhalten mit tiefen evolutionären Wurzeln. Ob Überlebenstaktik, medizinische Selbsthilfe oder ein Moment des Wohlbefindens – die Suche nach dem Rausch ist eines der faszinierendsten Phänomene im Tierreich. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 arte Deutsche Streaming-Premiere Di. 25.08.2026 arte.tv 4. Wie Tiere Stress abbauen
Folge 4 (43 Min.)Entspannung wirkt wie ein Luxus, den nur Menschen kennen – doch auch Tiere nehmen sich bewusst Auszeiten. In Japan baden Makaken in heißen vulkanischen Quellen, um Winterstress abzubauen, während im Kongo-Regenwald Schimpansen einander ausgiebig pflegen und so ihre Stresshormone senken. In der afrikanischen Savanne legen Elefanten Wanderpausen ein, um in Wasserlöchern zu planschen und ihre Gelenke zu entlasten. In tropischen Riffen besuchen Fische „Reinigungsstationen“, wo Putzerfische Parasiten entfernen – eine Art natürliche Spa-Behandlung mit klarem Gesundheitsnutzen.Doch all das ist keine Faulheit, sondern Überlebensstrategie: Entspannung hilft, Stress zu regulieren, den Körper zu reparieren, Energie zu sparen und soziale Bindungen zu stärken. Vögel verbringen Stunden mit sorgfältiger Gefiederpflege, um flugtauglich zu bleiben. Schweine suhlen sich in kühlendem Schlamm, der Muskeln entspannt, und Madenhacker befreien große Säugetiere wie Giraffen und Nashörner von Parasiten. Selbst Reptilien gönnen sich Momente der Ruhe beim Sonnenbaden, um Stoffwechsel und Wohlbefinden anzukurbeln. Studien zeigen: Verhaltensweisen wie gemeinsames Ruhen, Wälzen oder gegenseitige Pflege senken Cortisol und fördern Sicherheit sowie soziale Nähe. Für viele Arten sind diese stillen Momente ebenso wichtig wie Schlaf oder Nahrung. In einer Welt, die laut, gefährlich und unberechenbar ist, stellt Entspannung keinen Luxus dar, sondern ein Lebenselixier. Die verborgene Wissenschaft der tierischen „Downtime“ zeigt, dass manchmal der klügste Überlebensinstinkt darin besteht, einfach abzuschalten. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 arte
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