So endet „How to Get Away with Murder“ – Review

Unser Recap zum bittersüßen Serienfinale

Rezension von Jana Bärenwaldt – 15.05.2020, 17:04 Uhr

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Während sie auf die Urteilsverkündung warten, gesteht Tegan gegenüber Annalise ihre Gefühle, die jedoch erwidert, dass sie ihr nicht versprechen kann, dass sie sie ebenfalls glücklich machen würde. Die beiden werden unterbrochen, da die Jury zu einem Urteil gelangt ist. Annalise Keating wird in sämtlichen Punkten freigesprochen.

Tegan (Amirah Vann) gesteht Annalise (Viola Davis) ihre Gefühle. ABC

Unter Tränen verabschieden sich Oliver und Michaela von Connor, der nun seine Gefängnisstrafe antreten muss. Connor bedankt sich bei Oliver dafür, dass er ihm gezeigt hat, was Liebe ist. Als Connor fort ist fährt Oliver Michaela an und eröffnet ihr, dass sie an Connors Stelle sein sollte. Als Michaela unter Tränen versucht, Laurel zu erreichen, muss sie feststellen, dass diese ihre alte Nummer deaktiviert hat. Ihre Entschlossenheit, mit allen Mitteln eine Gefängnisstrafe zu vermeiden, hat sie am Ende all ihre Freunde gekostet.

Auf der anschließenden Pressekonferenz vor dem Gerichtsgebäude beantwortet Annalise Fragen zu ihrem Sieg und fordert, dass Governor Birkhead zur Rechenschaft gezogen wird. In einem Szenenwechsel sieht man, wie Jorge Castillo im Gefängnis erstochen wird. Auf einmal erblickt Bonnie in der Menge vor der Pressekonferenz Frank, der mit entschlossenem Gesichtsausdruck auf das Gerichtsgebäude zuhält.

Laurel will mit Christopher fortgehen. Gerade als sie ihn in ein Auto setzt, fallen vor dem Gerichtsgebäude Schüsse. Entsetzt ergreift sie die Flucht. Es wird offenbart, dass Frank Governor Birkhead erschossen hat, die nun leblos auf der Treppe zusammensinkt. Im daraufhin entstehenden Kreuzfeuer werden allerdings auch Frank und Bonnie getroffen. Frank stirbt zuerst vor Bonnies Augen, während Bonnie kurz darauf in Annalises Armen ihren Verletzungen erliegt.

Bonnie (Liza Weil) und Frank (Charlie Weber) finden ein tragisches Ende. ABC

In der finalen Sequenz wird enthüllt, dass Annalise tatsächlich gestorben ist, allerdings erst in hohem Alter nach einem langen und augenscheinlich glücklichen Leben. In der Kirche haben sich viele Menschen versammelt, um von Annalise Abschied zu nehmen. Darunter befinden sich auch Laurel und ihr nun erwachsener Sohn Christopher (Alfred Enoch), der seinem Vater Wes wie aus dem Gesicht geschnitten ist, da er vom selben Schauspieler verkörpert wird. Sie blickt sich um und lächelt Connor und Oliver zu, die allen Widrigkeiten zum Trotz scheinbar immer noch ein Paar sind. Abgesehen von dem überzogenen Alterungs-Make-Up der ehemaligen Studenten ist dies eine sehr mitreißende Szene.

Die emotionale Grabrede wird von Eve (Famke Janssen), der großen Liebe von Annalise, gehalten. Während der Rede wird in kurzen Ausschnitten gezeigt, wie das Leben der Protagonisten in den letzten Jahren verlaufen ist. Nate hat auf seine Weise Wiedergutmachung geleistet, indem er zu Ehren seines Vaters ein Rehabilationszentrum eröffnet hat. Michaela wird als Richterin vereidigt und hat augenscheinlich zwei Töchter. Da sie als einzige der verbliebenen Studenten aus dem inneren Kreis nicht auf der Beerdigung von Annalise war, war der Bruch zwischen ihr und den anderen wohl endgültig.

Die letzte Szene schließt den Bogen zur ersten Episode der Serie. Christopher kommt mit dem Rad auf dem Middleton Campus an. Er ist nun Professor für Strafrecht und damit in die Fußstapfen von Annalise getreten. Christopher bezeichnet Annalise als seine Mentorin und nennt den Kurs zu ihrem Andenken „How to Get Away with Murder“. Nachdem er den ikonischen Satz an die Tafel geschrieben hat, dreht er sich zu seiner Klasse um und sieht für einen kurzen Moment Annalise im Raum sitzen und lächeln.

Christopher (Alfred Enoch) tritt in die Fußstapfen von Annalise. ABC

Fazit

Nach all den Wendungen, Cliffhangern, Geheimnissen und offenen Fragen, schien es fast unmöglich, all dies in einer Folge zu einem befriedigenden Ende zu führen. Aber genau das ist „How to Get Away with Murder“ im Finale gelungen. Auch wenn es hier und da kleine Unstimmigkeiten gab, manche Dinge nicht ganz klar geworden sind und bestimmte Handlungsstränge nicht in ihrer Gänze erläutert wurden, hat sich die Episode doch in ihrer Gesamtheit rund angefühlt und noch einmal die besten Seiten der Serie nach außen gekehrt.

Durch verschiedene spannende Wendungen, dramatische Enthüllungen, emotionale Dialoge und flammende Plädoyers, wurden in der finalen Folge die wichtigsten offenen Fragen geklärt und das bittersüße Ende der Dramaserie erzählt. Es war nicht für alle Figuren ein Happy End, aber das wäre auch nicht passend für die Serie gewesen.

Besonders dramatisch ist das Ende von Bonnie und Frank, die gerade ihr Glück miteinander gefunden hatten, denen aber kaum Zeit blieb, um das zu genießen. Ihr tragischer Tod schien jedoch fast unausweichlich. Michaela hat sich ein eigenes Leben aufgebaut und ihre beruflichen Ziele erreicht, musste dafür aber ihre Freundschaften opfern.

Connor (Jack Falahee) und Oliver (Conrad Ricamora) haben ihr Glück gefunden. ABC

Connor und Oliver haben hingegen wieder zusammengefunden. Laurel und insbesondere Christopher scheinen ein enges Verhältnis zu Annalise gewahrt zu haben, sodass Christopher schließlich in ihre Fußstapfen getreten ist und sich der Kreis somit schließt.

Somit lässt sich die Frage, wer mit seinen Taten ungeschoren davongekommen ist nicht pauschal beantworten, denn jeder hat auf seine Weise einen Preis für die Geschehnisse bezahlt. Nahezu der einzige, der ungestraft mit einem Mord davongekommen ist, ist jedoch Nate, der das Rehabilationszentrum eröffnet hat, um seinen Teil der Schuld zu begleichen.

Nate (Billy Brown) schlägt eine neue Richtung ein. ABC

Einige Fragen wurden jedoch auch bewusst offen und damit der Interpretation des Zuschauers überlassen. In der Schlussmontage von verschiedenen Paaren, die sich an den Händen halten, wird suggeriert, dass Annalise ein langes und glückliches Leben gelebt hat. Die Partner, die sie dabei begleitet haben, könnten dabei sowohl aus Beziehungen ihren stammen, die sie im Laufe der Serie geführt hat, als auch den Verlauf ihres restlichen Lebens symbolisieren. Es wird impliziert, dass sie eine Beziehung mit Tegan eingegangen und ihre letzten Jahre mit Eve verbracht haben könnte.

Serienschöpfer Pete Nowalk gibt in einem Interview an, dass man die die Hände interpretieren kann wie man möchte und selbst entscheiden kann, ob eine von ihnen Eve ist oder von einer gänzlich neuen Person. Nowalk erklärt, dass er möchte, dass die Leute träumen, was sie träumen wollen. Deshalb wurden einige Details im Finale der Fantasie der Zuschauer überlassen.

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Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am

    Ich bin in der (ich glaube) 4. Staffel ausgestiegen. Dieses ewige hin- und herspringen zwischen den verschiedenen Zeitebenen hat mich echt fertiggemacht. Ich habe letztendlich gar nicht mehr verstanden, um was es eigentlich gerade geht. Schade, weil eigentlich habe ich die Serie gemocht.

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