Schauspielerin und Chansonnette Gisela May verstorben

    Verdiente Künstlerin hatte beliebte Fernsehrolle in „Adelheid und ihre Mörder“

    Bernd Krannich – 02.12.2016, 14:07 Uhr

    Gisela May (r.) mit Serientochter Evelyn Hamann in „Adelheid und ihre Möder“ in der Folge „Die letzte Tasse“ (1996)

    Die deutsche Schauspielerin Gisela May ist am Freitag im Alter von 92 Jahren in Berlin verstorben. Das berichtet die Tagesschau unter Berufung auf das Berliner Ensemble, dem May 30 Jahre lang aktiv angehörte. Als Sängerin und Schauspielerin hatte sie eine lange und erfolgreiche Karriere, jüngeren Generationen ist sie als Muddi in „Adelheid und ihre Mörder“ bekannt geworden.

    Gisela May wurde im Jahr 1924 als Tochter eines Schriftstellers und einer Schauspielerin geboren und besuchte in der Schlussphase des Dritten Reichs die Schauspielschule in Leipzig. Nach dem Kriegsende lebte sie in der DDR und war an verschiedenen Theatern aktiv und ließ sich in Berlin nieder. In der Frühzeit wurde ihr Gesangstalent entdeckt. So tourte sie schließlich mit einem eigenen Programm mit Chansons, Gedichten und politischem Liedgut auch durch Westeuropa, die USA und Australien. Daneben stand sie in verschiedenen Stücken von Berthold Brecht auf der Bühne und war eine der renommiertesten Theater-Künstler der DDR. So spielte sie 14 Jahre lang die „Mutter Courage“, der sie eine eigene, viel beachtete Interpretation gab.

    Dem westlichen Publikum war sie May zunächst vor allem durch ihre Chansons bekannt geworden. Nach der Wiedervereinigung übernahm sie die Rolle der Mutter der von Evelyn Hamann gespielten Protagonistin in „Adelheid und ihre Mörder“. Die ARD-Serie lief von 1993 bis zum überraschenden Krebstod von Hamann 2007 in 65 Episoden.

    Sowohl in der DDR wie auch der BRD wurde May mit zahlreichen Ehrungen versehen. In der DDR etwa erhielt die Künstlerin den DDR-Nationalpreis 1. Klasse und den Stern der Völkerfreundschaft, im Westen gab es unter anderem den Verdienstorden des Landes Berlin und das Bundesverdienstkreuz, I. Klasse.

    1976 veröffentlichte May ihre erste Autobiografie „Mit meinen Augen. Begegnungen und Impressionen“, 2002 folge eine weitere mit dem Titel „Es wechseln die Zeiten. Erinnerungen“. May hinterlässt ein umfangreiches Lebenswerk in Wort, Ton, Bild und Schrift.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Chansonnette? Ihr meint wohl "Chansonnière". Chansonnette ist ein kleines Chanson......, also ein kleines Lied .
      RIP.........2016 ist kein gutes Jahr für Künstler.
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        Über die Pflegeeltern meiner Mutter aus der Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg habe ich in den 70ern meine erste LP aus der DDR bekommen: Gisela May singt Brecht/Weill. Für mich die beste Interpretin dieser bissig-schmissigen Songs!
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          Mach's gut, Muddi.
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            Ja, sie konnte was und ich habe sie sehr gern gesehen, auch und besonders als Muddi.
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              Lasst mich mit diesen famosen Auftritt an Gisela erinnern:

              https://youtu.be/eJZpXzzZqfs
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              Wirklich ein toller Auftritt. Ich sag ja, sie konnte was.
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            ..das ist eine traurige Nachricht.
            Sie war eine große Sängerin und ich mochte sie gern als Muddi in "Adelheid und ihre Mörder".
            92 - ein stattliches Alter!

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