„Saboteure im Eis“: Das Erste zeigt norwegisch-britische Miniserie

    Historienserie um Widerstandskämpfer gegen Atombombenbau

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 17.11.2017, 12:18 Uhr

    „Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser“ – Bild: Pandastorm Pictures
    „Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser“

    Kurz nach dem Jahreswechsel nimmt das Erste eine historische Miniserie ins Programm:„Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser“ ist eine norwegisch-dänisch-britische Koproduktion. Sie erzählt von den norwegischen Schwerwasser-Sabotagen, die während des Zweiten Weltkrieges durchgeführt wurden, um die Nutzung des im norwegischen Kraftwerk Vemork hergestellten Schweren Wassers für die Entwicklung einer Atombombe durch die Nationalsozialisten zu verhindern. Sowohl der örtliche Widerstand im von den Nazis besetzten Norwegen als auch die Alliierten waren an den Aktionen beteiligt. Die insgesamt sechs Folgen sind jeweils im Doppelpack am 2., 3. und 4. Januar 2018 ab 23.00 Uhr zu sehen.

    Christoph Bach verkörpert den deutschen Nobelpreisträger Werner Heisenberg, der von den Nazis beschuldigt wird, politisch unzuverlässig zu sein. Seine Stelle an der Universität und seine wissenschaftliche Karriere stehen auf dem Spiel, doch seine Mutter pflegt gute Kontakte zur Mutter von Heinrich Himmler. So wird Heisenberg ins Heereswaffenamt nach Berlin einberufen, um im geheimen Atomenergieprojekt der Nazis zu forschen, dem Uranverein. Heisenberg soll eine Atombombe herstellen – eine tödliche Waffe, mit der Deutschland der sichere Sieg gelingen soll. Um dies zu bewerkstelligen, benötigt Heisenberg allerdings Schweres Wasser (Deuteriumoxid), das in einer Fabrik im besetzten Norwegen hergestellt wird.

    Der norwegische Wissenschaftler Leif Tronstad (Espen Klouman Høiner) erfährt von den Plänen der Deutschen und lässt seine Frau und Kinder zurück, um die Norsk Hydro zu warnen, die unter dramatischen Bedingungen das Schwere Wasser nach Frankreich verschickt. Daraufhin wird eine Gruppe norwegischer Widerstandskämpfer entsandt und eine nervenaufreibende Mission der Saboteure im Eis beginnt. Es folgt ein erbitterter Kampf um das Schwere Wasser und den Ausgang des Zweiten Weltkriegs.

    Regisseur Per-Olav Sørensen schildert in der Serie das Dilemma einzelner Menschen, in deren Händen das Schicksal ganzer Nationen liegt und die sich scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen stellen. Sie wurde mit deutschen, englischen und norwegischen Schauspielern besetzt, um ein möglichst authentisches Porträt realer Figuren der Zeitgeschichte nachzuzeichnen, darunter Anna Friel, Pip Torrens und Peri Baumeister. Dennoch sind einige Charaktere fiktiv und bestimmte Elemente wurden im Sinne der Dramaturgie dramatisiert und vereinfacht. Von Kritikern wurde die Miniserie aus dem Jahr 2014 hochgelobt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. In Norwegen sorgte „Saboteure im Eis“ für einen Quotenrekord.

    Bereits 1965 wurde der historische Stoff in dem britischen Kinofilm „Kennwort „Schweres Wasser““ von Regisseur Anthony Mann aufgearbeitet. In der BRD wurde der Film mit Kirk Douglas und Richard Harris in den Hauptrollen 1966 – in einer stark geschnittenen Version – in den Kinos gezeigt, in der DDR erst 1985.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Das RBB-Fernsehen wiederholt ...

      alle 6 Folgen hintereinander ohne Pause am Sa 31.03.2018 von 20.15h bis 00.45h.
      Noch nicht mal Nachrichten laufen dazwischen. Was'n bei den los?

      Achja, Prädikat sehenswert!
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      Hoffentlich bleibt die Serie noch etwas in der Mediathek, bin leider zeitweise immernoch ohne TV und werde dies noch aller Voraussicht nach bis Juni und dann wieder ab September.

      Gruß,
      Wicket
      • am via tvforen.demelden

        Wicket schrieb:
        -------------------------------------------------------
        > Hoffentlich bleibt die Serie noch etwas in der
        > Mediathek, bin leider zeitweise immernoch ohne TV
        > und werde dies noch aller Voraussicht nach bis
        > Juni und dann wieder ab September.
        >
        > Gruß,
        > Wicket

        Aus der ARD Seite:

        >Aus welchem Grund wird diese Serie nicht in die Mediathek gestellt? Nicht nachzuvollziehen! **DasErste: Da dies eine angekaufte, ausländische Produktion ist, dürfen wir die Serie nicht in die Mediathek stellen.>
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        Ja , das ist leider bei allen ausländischen Produktionen so .

        Mir hat die Serie sehr gut gefallen , war realistisch und nüchtern inszeniert . Allerdings hätte die Action etwas spektatukälerer ausfallen können. Ich meine damit keinen zusätzliche Action , sondern die vorhandenen etwas ausführlicher und mit besseren Effekten umgesetzt .

        Ansonsten eine wirklich sehenswerte und auch lehrreiche Serie !
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        Mir hat es auch gut gefallen.

        Was mich aber gewundert hat: Bei jedem Einsatz, der Menschenleben kostete wund jeden Schießbefehl wurde mehr oder weniger endlos darüber diskutiert ob das wirklich nötig ist. Aus heutiger Sicht völlig richtig. Aber aus historischer Sicht auch?
        Bei den vielen Toten und Bombenabwürfen im Krieg kann ich mir nicht vorstellen, dass da immer einer war der sagte: "Das können wir nicht machen, da werden Menschen getötet." Dieses Hinterfragen ist auch eher typisch neudeutsch. Wenn ich in internationalem Umfeld arbeite gelten die Deutschen bei ausländischen Vorgesetzten oft als schwierig weil sie alles hinterfragen. Die englischen Kollegen tun das eher nicht. Und die Amerikaner und Asiaten schon gar nicht. Die tun was ihnen gesagt wird ohne mit dem Chef zu diskutieren, auch wenn es noch so unsinnig ist was ihnen aufgetragen wird, oder ihren Prinzipien widerspricht. Und ich denke, das Hinterfragen kommt auch daher, dass unsere Generation aus dem 2. Weltkrieg gelernt hat, dass man nicht einfach blind einem Befehl folgen darf. Die Menschen im 2. Weltkrieg hatten das nicht gelernt.
        Dass der eine oder andere es trotzdem getan hat denke ich zwar schon, aber sicher nicht jeder, wie das in der Serie war.
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        Sehr schade. :( Mal sehen, ob ich mal günstig die DVDs bekomme.

        Gruß,
        Wicket
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        Jetzt weiß man nicht wie genau die day recherchiert haben , und ob diese moralischen Bedenken verbürgt sind . Interessant : Im Zuge dieser Verfilmung hsbe ich mir den Kinofilm " Kennwort: Schweres Wasser" mit Kirk Douglas und Richard Wirdmark bestellt , beruht auch auf dieser Geschichte , aber ist natürlich ein spektakuläres Actionabenteur . Dann habe ich mich allgemein mit dem Thema beschäftigt und fest gestellt das es ein paar Jahre nach dem Krieg eine erste Verfilmung des Stoffes gab . Das Interessant : Viele der damals beteiligten spielten in dem Film sich selbst das wäre sicher auch mal spannend zu sehen ...
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        " Kennwort: Schweres Wasser" gibt es auch auf einer kannten Plattform zu schauen.
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        Danke für den Tipp euch beiden!
        Den hab ich mir auch mal bestellt.
      • am via tvforen.demelden

        faxe61 schrieb:
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        > " Kennwort: Schweres Wasser" gibt es auch auf
        > einer kannten Plattform zu schauen.


        Danke für den Tipp, aber da ich fan von Kirk Douglas bin , hab ich ihn mor gekauft , hatte ihn zuvor als VHS Aufzeichnung aus de 90' noch
    • am via tvforen.demelden

      Hochinteressante Folgen,man hat förmlich auf die weiteren Fortsetzungen gewartet.
      Dabei wurde sehr deutlich, wo überall der Widerstand gegen die Nazis erfolgt, aber
      gleichzeitig auch eine gefährliche Mission, denn der deutsche Geheimdienst schlief auch
      nicht und Projekte kamen zum Scheitern.

      Altenberg
      • am via tvforen.demelden

        TV Wunschliste schrieb:
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        > Kurz nach dem Jahreswechsel nimmt das Erste eine
        > historische Miniserie ins Programm:"Saboteure im
        > Eis - Operation Schweres Wasser" [...] Von Kritikern wurde
        > die Miniserie aus dem Jahr 2014 hochgelobt und mit
        > internationalen Preisen ausgezeichnet. In Norwegen
        > sorgte "Saboteure im Eis" für einen Quotenrekord.

        Ich kann mich dem Lob nur anschließen. Alles sehr spannend, obwohl man ja eigentlich weiß, wie die Sache ausging.
        • am via tvforen.demelden

          Ich habs bisher nur aufgenommen.

          Aber wahre Geschichten (auch mit fiktiven Elementen) interessieren mich immer sehr, und Werner Heisenberg ganz besonders. Ich hab bei seinem Sohn studiert und hab in den Semesterferien auch öfter seine Vorzimmerdame vertreten. Er war immer sehr nett, und ich hab mich gut mit ihm verstanden. Den Job hab ich immer sehr gern gemacht. Es gab auch immer interessante Anrufe, z.B. vom Kultusministerium, wo es darum ging, dass eine Büste seines Vaters im Deutschen Museum enthüllt werden sollte. Als junge Studentin hat mich das total beeindruckt.

          Damals gab es auch mal eine Mini-Serie, in der es um die deutschen Forscher am Atomprogramm ging, als sie in England interniert waren nach dem Krieg. Ich glaube, das war diese:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Ende_der_Unschuld
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          Auch ich werde heute Abend wieder dabei sein . Genau mein Themenfeld ! ! !


          Gruß Sir Hilary

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