Terraferma – Feindesland

    I 2011 (Terraferma)
    Drama (88 Min.)
    Alter Dickschädel: Mimmo Cuticchio als Ernesto – Bild: SRF/Telepool München
    Alter Dickschädel: Mimmo Cuticchio als Ernesto – Bild: SRF/Telepool München
    Filippo ist 20 und lebt mit seiner Mutter Giulietta auf der süditalienischen Insel Linosa. Sein Grossvater Ernesto fährt noch zur See, aber die meisten anderen Fischer haben dieses harte und kaum noch einträgliche Gewerbe aufgegeben und widmen sich dem Tourismus. So renoviert Giulietta die Wohnung, um Sommergäste aufnehmen zu können, und Filippos Onkel Nino fährt nur noch zur See, um Touristen einen Ausflug zu bieten.

    Als sich drei Rucksacktouristen, darunter die attraktive Maura , bei seiner Mutter einmieten, freundet sich Filippo mit diesen urbanen Altersgenossen an. Eines Tages begleitet er seinen Grossvater wieder zum Fischen, da treffen sie auf hoher See auf eine Gruppe afrikanischer Flüchtlinge. Einige von diesen schwimmen auf Ernestos Boot zu, und Filippo bekommt es mit der Angst zu tun. Sein Grossvater folgt den Gesetzen der See und rettet die Afrikaner vor dem Ertrinken.

    Unter den Flüchtlingen sind auch die hochschwangere Sara und ihr kleiner Sohn. Ernesto will, dass Giulietta die beiden bei sich aufnimmt, doch das ist behördlich verboten. Giulietta und Filippo behalten die kleine Familie zunächst bei sich und helfen Sara, ihre Tochter zur Welt zu bringen. Der Sohn versucht, das Kind zu töten, da es die Frucht einer Vergewaltigung durch einen libyschen Gefängniswärter ist. Sara will mit ihren Kindern nach Turin, wo der Vater des Knaben seit fünf Jahren arbeitet. Filippo ist entsetzt, weil das Fischerboot, mit dem er Touristen auf das Meer fahren wollte, wegen Ernestos illegaler Rettungsaktion beschlagnahmt wird. Es gelingt ihm trotzdem, mit Maura nachts auf See zu fahren. Doch bei dem romantischen Ausflug stossen sie auf eine neue Welle von Flüchtlingen.

    Emanuele Crialese ist zwar in Rom geboren und hat sich in New York zum Filmemacher ausgebildet, widmet sich in seinem Werk aber konsequent seinen sizilianischen Wurzeln. Nachdem er in «Respiro» (2002) eine psychisch labile Frau porträtiert hatte, deren Treiben in der Dorfgemeinschaft auf Unverständnis stösst, schilderte er in «Nuovomondo» (2006), wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine arme sizilianische Familie in die USA auswandert. In «Terraferma» nimmt Crialese die Migrantenthematik mit umgekehrten Vorzeichen wieder auf: Nun sind es die Pelagischen Inseln zwischen Sizilien und Tunesien, die einer wachsender Zahl von Flüchtlingen als Gelobtes Land erscheinen; wie Lampedusa ist auch Linosa eine der ersten Anlaufstellen für Boat People aus Nordafrika.

    In «Terraferma» konfrontiert Crialese verschiedene Lebenshaltungen miteinander und zeigt dabei durchaus auch Verständnis für die jüngere Generation, die dem traditionellen Gewerbe der Fischerei nichts mehr abgewinnen kann. Im Endeffekt sind die Sympathien des Cineasten jedoch eindeutig: Wirtschaftliche Entwicklungen dürfen nicht zu einem Verlust der Menschlichkeit führen. «Terraferma» wurde 2011 in Venedig mit dem Spezialpreis der Jury sowie mit dem Unicef-Preis ausgezeichnet. (Text: SRF)
    Deutsche TV-Premiere: 02.06.2013 BR-alpha
    Originalsprache: Italienisch
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      Fr 20.05.2016
    04:20–05:45
    04:20–SRF 1 (Schweiz)
      Di 06.10.2015
    00:50–02:15
    00:50–SRF 1 (Schweiz)
      Mi 04.06.2014
    00:15–01:40
    00:15–Bayerisches Fernsehen
      Fr 04.10.2013
    04:10–05:35
    04:10–SRF 1 (Schweiz)
      Fr 04.10.2013
    00:15–01:45
    00:15–SRF 1 (Schweiz)
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    23:10–Bayerisches Fernsehen
      So 02.06.2013
    22:15–23:45
    22:15–BR-alpha

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