Störche – vom Glücksbringer zum Störenfried?
- D 2026 (45 Min.)
- Dokumentation
- Natur
- Tiere
Der Storch ist zurück. Einst war er selten, jetzt breitet er sich immer mehr aus. Das birgt Konflikte: Der Glücksbringer wird auch mal zur Nervensäge. Früher machten sich die Naturschützer Sorgen um den Storch, jetzt ist er eine Erfolgsgeschichte. Heute geht es den Vögeln gut. Einige überwintern sogar bei uns. In vielen Regionen Deutschlands sind die Störche zurückgekehrt. Die Bestände wachsen kontinuierlich. Doch gerade in der Nähe von Dörfern oder Siedlungen gibt es immer wieder Probleme. Denn manche – vor allem junge – Störche haben auch eine rabiate Seite.
Sie hacken auf Autos ein oder attackieren Fenster. Der Grund: Ihr Spiegelbild halten sie für einen Kontrahenten, der bekämpft werden muss. In Burgdorf in Niedersachsen ist zur Zeit Storch „Hans-Werner“ unterwegs. Anwohnerin Celina und ihre Familie beobachten und filmen, was der Storch so treibt. Celina meint: „In der Paarungszeit wird er richtig aktiv, das alles hier ist sein Gebiet, das verteidigt er auch.“ Die junge Familie mag es, den Storch zu beobachten. Eine Nachbarin findet „Hans-Werner“ nicht so lustig: „Jeder sagt, ach, ist der niedlich.
Aber wenn der hier die Autos demoliert und gegen die Fenster klopft, ist das schon heftig.“ Hinzu kommt: Storchennester blockieren Dächer und Schornsteine. Zum Ärger einiger Bewohner. Auch auf Strommasten bauen sie gerne. Mit Folgen: Immer wieder sorgen die Nester für Probleme mit der Statik, verursachen Kurzschlüsse und sogar Brände. Für die Störche kann das tödlich enden, Stromschläge sind keine Seltenheit. Die Nester müssen oft aufwendig entfernt werden. „Wenn man nichts tut und die Störche hier immer weiter brüten, gefährdet das die Stromversorgung.
Dann sind bald nicht mehr 20, sondern 40 Masten mit Nestern besetzt und irgendwann dann das gesamte Netz. Das wäre eine Katastrophe“, sagt Bernd Petri, der Sprecher Weißstorchschutz vom NABU. Vor 40 Jahren war der Weißstorch in Deutschland fast ausgestorben, es gab nur noch 3000 Paare bundesweit. Im Jahr 2024 geht der NABU von 13.000 Storchenpaaren aus. Ein Hot-Spot: das hessische Büttelborn. Bis zu 500 Störche verweilen hier. Der deutliche Zuwachs wird hauptsächlich auf ein verändertes Zugverhalten zurückgeführt.
Viele Störche fliegen nicht mehr bis nach Afrika, sondern überwintern in Spanien, Frankreich und zunehmend auch in Deutschland. Experten führen dies auf mildere Winter und ein verbessertes Nahrungsangebot zurück, dazu gehören auch offene Mülldeponien. Für den Ornithologen Bernd Petri ist es keine Überraschung, dass Störche auch im Winter in Deutschland bleiben: „Das warme Klima ist für die Störche gut, weil die Böden „stocherfähig“ sind. Da kann der Storch immer genug Nahrung finden, wie Würmer zum Beispiel.
Zusätzlich hat er im Winter offene Mülldeponien. Die sind für ihn immer verfügbar, als „Fast-Food-Stellen“. Es geht für den Storch immer um Nahrungsverfügbarkeit, da zieht er hin. Kalte Temperaturen machen ihm selbst eigentlich nichts aus.“ Maßnahmen wie die Renaturierung von Feuchtwiesen und Schutzstationen helfen dem Storch zusätzlich. Die Dokumentation zeigt, wie skurril sich manche Störche verhalten, wie Anwohner mit ihnen umgehen und warum die wachsenden Bestände – neben manchem Ärger – auch ein Grund zur Freude sind. (Text: ZDF)
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