Neonstadt

    D 1982 (105 Min.)
    • Episodenfilm
    Michaela May in einer Szene aus der Neonstadt – Episode der Regisseurin Gisela Weilemann. – Bild: BR/​Telepool GmbH
    Michaela May in einer Szene aus der Neonstadt – Episode der Regisseurin Gisela Weilemann.

    Ein Episodenfilm mit fünf Geschichten aus dem Münchner Großstadtleben, inszeniert in den frühen 80er-Jahren von Absolventen der HFF München, die das damalige Lebensgefühl zwischen Exzess und Ernüchterung, Disco und Punk, Drogenrausch, Nachtleben und „No Future“ aufgreifen. Die Einzelbeiträge: „Verliebt, verlobt, BRDigt“ von Gisela Weilemann, „Star“ von Helmer von Lützelburg, „Running Blue“ von Dominik Graf, „Panter Neuss“ von Hans Schmid und „Disco Satanica“ von Wolfgang Büld. Eine Gemeinschaftsarbeit von fünf Absolventen der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München aus den frühen 1980er-Jahren, die jeweils eine Kurzfilm-Episode inszenierten, die das Lebensgefühl der Großstadtjugend teils satirisch, teils melodramatisch eingefärbt in Szene setzt.
    Die akustische Begleitung der einzelnen Episoden liefern die bekannten Bands der „Neuen Deutschen Welle“, als besondere Inspiration dient der „Fehlfarben“-Song „Paul ist tot“ („Was ich haben will, das krieg’ ich nicht /​ und was ich kriegen kann, das gefällt mir nicht.“). In der 1. Episode „Verliebt, verlobt, BRDigt“ beleuchtet Gisela Weilemann das Nachtleben in und um die damals angesagten Münchner Klubs. Neben Michaela May, Andreas Thiel und vielen Gästen der damaligen Szenetreffs, ist Christiane Feltscherinow als Bardame zu sehen, die 1978 als Christiane F. mit ihrem autobiografischen Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ bekannt geworden war. Helmer von Lützelburgs 2. Episode „Star“ erzählt von einer Telefonistin – gespielt von Billie Zöckler („Kir Royal“) -, die sich als Filmstar zurechtmacht und durch die Cafés zieht.
    Die 3. Episode „Running Blue“, inszeniert vom späteren Meister des deutschen Polizeifilms Dominik Graf, ist eine Hommage an die Klassiker des französischen Kriminalfilms, die Charles Brauer, Wolfgang Fink, Michaela May und Lisa Kreuzer in einen Gangsterfilm mit Film-Noir-Touch zeigt. Hans Schmids „Panter Neuss“, „Neonstadt“-Episode Nr. 4, erzählt von einem schwierigen Verhältnis zwischen einem Jungen und seiner Mutter. Für seinen mit Barbara Freier und Axel Milberg prominent besetzten Kurzfilm wurde Schmid 1982 mit dem Deutschen Filmpreis als „bester Nachwuchsregisseur“ ausgezeichnet.
    Die abschließende 5. Episode „Disco Satanica“ stammt von Wolfgang Büld, der später mit Komödien wie „Manta, Manta“ (1991) kommerzielle Erfolge feiern sollte und hier einen Horrorkurzfilm inszeniert, in dem ein bayerischer Jungbauer aus einer Schwabinger Disco geworfen wird und zum Amokläufer wird. Musik von Fehlfarben und D.A.F.; Christiane F. als Bardame; „No Future“, Sex, Gewalt und Drogen; Punk und Disco – der selten gezeigte Episodenfilm „Neonstadt“ ist heute ein besonderes Zeitdokument, nicht nur wegen der darin enthaltenen Fingerübungen diverser teils namhafter Regisseure, sondern auch, weil der Film fast unmittelbar das Lebensgefühl im München der frühen 80er-Jahre transportiert. Dass die einzelnen Episoden bisweilen roh, mitunter ungelenk wirken, ist weniger eine Schwäche, sondern trägt vielmehr zur Authentizität von „Neonstadt“ bei.
    „Fünf Episoden über das Lebensgefühl und die Probleme der Großstadtjugend der 80er-Jahre…: teils satirisch, teils melodramatisch, oft schick gestylt, meist allzu deutlich an ausländischen Vorbildern und Genre-Klischees orientiert – und durchgängig von der illusionslos-trotzigen ‚No Future‘-Attitüde geprägt, die damals Mode war.“ (Lexikon des Internationalen Films) (Text: BR Fernsehen)

    Sendetermine

    Do 11.07.2019
    01:05–02:45
    01:05–
    Sa 24.10.2015
    23:35–01:15
    23:35–

    Cast & Crew

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