Morgen sind wir frei

D 2019 (96 Min.)
  • Drama
  • Geschichte
Die in der DDR lebende Chemikerin Beate (Katrin Röver) und ihr aus dem Iran stammender Mann Omid (Reza Brojerdi) sind entschlossen, in den Iran zu ziehen und dort mit ihrer Tochter Sarah Fuß zu fassen. – Bild: Little Dream Entertainment /​ © Little Dream Entertainment
Die in der DDR lebende Chemikerin Beate (Katrin Röver) und ihr aus dem Iran stammender Mann Omid (Reza Brojerdi) sind entschlossen, in den Iran zu ziehen und dort mit ihrer Tochter Sarah Fuß zu fassen.

Im Sommer 1979, nach dem Sturz des Schahs und der Gründung der „Islamischen Republik“ im Iran, verlässt Beate mit ihrer Tochter Sarah die DDR und folgt ihrem Mann Omid, der nach 16 Jahren Exil wieder heimkehren kann. Beate muss sich in einem fremden Land zurechtfinden, eine neue Sprache lernen, ihre Tochter erziehen. Sie will sich, selbstbewusst wie sie ist, in ihrem neuen Umfeld behaupten und ihr Leben, so gut es geht, nach eigenen Vorstellungen gestalten, was ihr auch in der ersten Zeit gut gelingt. Bald jedoch wird ihr schönes, neues Leben vom gewaltsamen Wandel im Land überschattet.

Die politische Situation ändert sich radikal: Das Leben der Menschen, insbesondere das der Frauen und Mädchen, wird stark eingeschränkt; eine religiöskonservative Kleiderordnung wird eingeführt, die auch für Beate und sogar für Sarah gilt. Universitäten werden geschlossen, Beate kann dort nicht mehr arbeiten. Hunderte Zeitungen werden einfach verboten, Omid muss plötzlich untertauchen, um sich vor dem Übergriff der Revolutionswächter zu schützen. Trotzdem bleiben er und seine kommunistischen Parteigenossen der Revolution treu, was Beate nicht nachvollziehen kann.

Während Beate instinktiv und aus dem Bauch heraus die Gefahren dieser Entwicklung für sich und ihre Familie zu erkennen vermag, lässt sich Omid von seinem Intellekt treiben und glaubt, dass die Probleme im Iran vorläufig und überwindbar sind. Beate will, aus Liebe zu ihrem Mann, loyal sein und weiter bei Omid im Iran ausharren, damit ihre Familie zusammenbleiben kann. Gleichzeitig liebt sie ihre Tochter zu sehr, als dass sie akzeptieren kann, dass Sarah unter dem extremreligiösen Joch der Mullahs erzogen wird.

Schließlich werden die politischen Verhältnisse unerträglich, und Beate will 1981 mit Sarah nach Berlin zurück, doch für Sarahs Ausreisegenehmigung müssen Beate und Omid ein enormes Opfer bringen. „Die Revolution frisst ihre Kinder“ heißt es in Anlehnung an die französische Revolution. „Morgen sind wir frei“ ist die dramatische Geschichte einer Frau, welche die historische Wahrhaftigkeit dieses Zitats auf schmerzlichste Art und Weise erfährt. Online first ab 2. April und nach der Ausstrahlung 30 Tage in der ARD Mediathek (Text: ARD)

Hossein Pourseifis Filmdrama „Morgen sind wir frei“ beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt das traurige Schicksal einer Familie, die alle Hoffnung in eine zum Scheitern verurteilte Revolution steckt. Pourseifi selbst stammt ebenfalls aus dem Iran und kam im Alter von neun Jahren nach Deutschland. „Morgen sind wir frei“ ist Pourseifis Spielfilmdebüt und wurde 2020 beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden mit dem MFG-Star für die beste Nachwuchsregie ausgezeichnet. (Text: arte)

Deutsche TV-Premiere21.07.2021arteDeutscher Kinostart14.11.2019

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