Lebende Ware
- DDR 1966 (97 Min.)
- Fernsehfilm
- Geschichtsdrama
Nachdem die ungarische Regierung dem verbündeten Deutschland nicht mehr zuverlässig erschienen war, zogen im März 1944 die deutschen Truppen in Ungarn ein und setzten umgehend eine Kollaborationsregierung unter Döme Sztójay ein. Mit den deutschen Invasionstruppen kam ein Sondereinsatzkommando des RSHA unter Führung von SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann mit dem Auftrag, die „Endlösung“ einzuleiten und die Durchführung durch die ungarischen Behörden zu überwachen. In Budapest wurde ein achtköpfiger Judenrat errichtet, der die deutschen Maßnahmen innerhalb der jüdischen Gemeinde durchsetzen sollte. Zu dieser Zeit hatte für die Juden außerhalb von Budapest das jüdische Gemeindeleben bereits aufgehört zu bestehen. Eine weitere Aufgabe dieser jüdischen Organisationen war die Sicherstellung der vollständigen Übertragung jüdischer Vermögenswerte. Die neue Regierung erließ über 100 Gesetze, um die Juden aus dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben völlig auszuschließen. Betriebe in jüdischem Besitz wurden geschlossen, und wertvolle Gegenstände wurden eingezogen. Zur gleichen Zeit bezog SS-Obersturmbannführer Kurt Andreas Becher in einer Villa in Budapest Quartier, um für die SS-Reiterstandarte Ausrüstung und Pferde zu kaufen. Bei der Besichtigung des Hauses sah er die kostbaren Schätze des Inventars und erfuhr, dass der jüdische Hausbesitzer Dr. Chorin ein Werk vertritt, welches der ebenfalls jüdischen Familie Weiss gehört und mit der Firma Krupp in Deutschland zu vergleichen ist. Er ließ Dr. Chorin, der bereits im Gefängnis saß, zu sich kommen und bot ihm an, die Familie Weiss, ihre Angehörigen, alle Aktionäre und ihn selbst vor den Vernichtungslagern zu retten, wenn er ihm das Werk für 25 Jahre in Treuhand übereignet. Des Weiteren stellte Becher eine Ausreise in das neutrale Ausland für alle Betroffenen in Aussicht. Alle Bedenken und Befürchtungen Dr. Chorins wurden von Becher ausgeräumt und dieser bekam auf diese Weise „aus freien Stücken“ den großen Konzern. Da dieser Handel funktionierte, begann SS-Obersturmbannführer Becher weiterhin nach der Devise „Menschen gegen Waren“ jüdische Bürger für Geld und Schmuck vor den Vernichtungslagern zu schützen. Hierbei bekam er auch die Unterstützung des Judenrates, der dies auch nicht in allen Fällen uneigennützig tat. Nur in SS-Obersturmbannführer Eichmann fand er einen Gegner, da dieser alle Juden in die Vernichtungslager schicken wollte. Doch gegen die Beziehungen Bechers fand Eichmann keinen Weg. Mit den in die Schweiz und Anderenorts gebrachten Geldbeträgen und Wertgegenständen gründete Becher nach dem Krieg mehrere Handelsfirmen. Für seine Taten wurde er bis an sein Lebensende nie zur Rechenschaft gezogen.
Dieser Text basiert auf dem Artikel Lebende Ware (1966) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
DVD & Blu-ray
Streaming & Mediatheken
Cast & Crew
Reviews & Kommentare
TV Wunschliste informiert dich kostenlos, wenn Lebende Ware online als Stream verfügbar ist oder im Fernsehen läuft.Erinnerungs-Service per
E-Mail