Große Vögel – Kleine Vögel

    I 1966 (Uccellacci e uccellini)
    Spielfilm (88 Min.)
    Bild: rbb
    Große Vögel – Kleine Vögel – rbb
    Ein Vater wandert mit seinem Sohn unbekümmert durch Italien. Ein sprechender Rabe gesellt sich zu den beiden Wanderern und versucht, sie mit philosophischen Fragen über den Sinn des Lebens aufzuklären. Da die beiden seine Ausführungen nicht verstehen, erzählt der Rabe ihnen die Legende vom Heiligen Franziskus, der seine Mönche aufgefordert hatte, den Vögeln zu predigen. Das Gerede des Vogels wird den beiden hungrigen Wanderern schließlich so lästig, dass sie ihn töten und aufessen. Ein Vater und sein Sohn Ninetto sind unterwegs in der italienischen Provinz. Wohin die beiden Wanderer wollen, wissen sie selbst nicht so genau. Sie plaudern über Gott und die Welt, das neue Gebiss der Mutter und den üppigen Busen der Nachbarin. Ein sprechender Rabe „aus einem Land, das Ideologie heißt“, gesellt sich zu den beiden, um sie in Debatten über Religion und Marxismus zu verwickeln. Der gelehrte Vogel ist ihnen nicht ganz geheuer, doch sie dulden ihn, denn seine Erzählungen vertreiben die Zeit. Eine seiner Geschichten versetzt Vater und Sohn als Ordensbrüder ins Jahr 1200. Im Auftrag des Heiligen Franz von Assisi ziehen die beiden als Mönche los, um die Sprache der Vögel zu erlernen, damit auch diesen Kreaturen die Liebe Gottes gepredigt werden kann. Nach jahrelanger Anstrengung versteht der Vater tatsächlich die Sprache der Tiere. Doch kaum hat er die Vögel bekehrt, da stürzen sich die Falken auf die Spatzen, um sie zu fressen. Zurück in der Gegenwart, bestehen Vater und Sohn weitere Abenteuer, bei denen sie abwechselnd Ausbeuter und Ausgebeutete, Jäger und Gejagte sind. Dabei werden sie nicht nur müde, sondern auch hungrig. Da der Rabe den Schnabel nicht halten will, drehen sie dem Tier den Hals um, braten es und essen es auf. Pier Paolo Pasolinis „Große Vögel – Kleine Vögel“ ist eine virtuos inszenierte Parabel über einen Vater und seinen Sohn auf dem „Weg des Lebens“. Der episodisch erzählte Film ist eine ebenso komplexe wie poetische Reflexion über christliche und marxistische Grundwerte, die Pasolini mit geschickt platzierten Zitaten von Mao, Marx und Papst Paul VI. listig gegeneinander ausspielt und auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft. Spielerisch übersetzt Pasolini dabei abstrakte Themen in sinnlich konkrete, humorvolle Szenarien. So ist die Figur des sprechenden Vogels unter anderem ein Verweis auf den italienischen Kommunistenführer Togliatti, im Volksmund „der Rabe“ genannt, auf dessen Begräbnis Pasolini mit dokumentarischen Bildern anspielt. Vom gesungenen Vorspann (Musik: Ennio Morricone) über die kargen, visuell beeindruckenden Landschaftsbilder bis hin zur unnachahmlichen Mimik des großen italienischen Komikers Totó („Diebe haben’s schwer“) zählt „Große Vögel, kleine Vögel“ zu den Meisterwerken der Filmkunst. (Text: BR Fernsehen)
    Originalsprache: Italienisch

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    Sendetermine

    Di21.11.201702:10–03:35hr
    02:10–03:35
    Fr23.06.201702:35–04:00Das Erste
    02:35–04:00
    Di25.10.201601:35–03:00MDR
    01:35–03:00
    So01.02.201500:40–02:05rbb
    00:40–02:05
    Di24.12.201323:30–00:55Bayerisches Fernsehen
    23:30–00:55
    Di23.03.201001:20–02:45hr
    01:20–02:45
    Di19.02.200800:55–02:20MDR
    00:55–02:20
    Di04.12.200722:50–00:15rbb
    22:50–00:15
    Mo05.03.200702:05–03:30Das Erste
    02:05–03:30

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