Es liegt mir auf der Zunge

    D 2009 (90 Min.)
    • Biografie
    ARD/​NDR ES LIEGT MIR AUF DER ZUNGE, am Mittwoch (25.11.09) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Mittels Zeichensprache unterstützt die patente Erika (Anna Loos) ihren Ehemann hinter der Kamera. © NDR/​Marion von der Mehden, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellem Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung „Bild: NDR/​Marion von der Mehden“ (S2). NDR Presse und Information/​Fotoredaktion, Tel: 040/​4156–2306 oder -2305, pressefoto@ndr.de – Bild: Credit: NDR/​Marion von der Mehden, Source: NDR Presse und Information,
    ARD/​NDR ES LIEGT MIR AUF DER ZUNGE, am Mittwoch (25.11.09) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Mittels Zeichensprache unterstützt die patente Erika (Anna Loos) ihren Ehemann hinter der Kamera. © NDR/​Marion von der Mehden, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellem Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung „Bild: NDR/​Marion von der Mehden“ (S2). NDR Presse und Information/​Fotoredaktion, Tel: 040/​4156–2306 oder -2305, pressefoto@ndr.de

    Am 20. Februar 1953 strahlte der Nordwestdeutsche Rundfunk die erste Kochsendung des deutschen Nachkriegsfernsehens aus. Clemens Carl Hahn wurde der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod. Als „Bitte in zehn Minuten zu Tisch“ über die Bildschirme flimmerte, ging für den Moderator der Sendung ein Traum in Erfüllung: Er hatte mit der Kochshow nicht nur das erste TV-Format konzipiert, das sich an Frauen richtete, sondern auch sich selbst neu erfunden. Es war Freitag, halb zehn, und kaum etwas an diesem Fernsehabend war mit heutigen Verhältnissen vergleichbar. Ein tägliches Programm gab es erst seit wenigen Monaten, und noch längst nicht jeder deutsche Haushalt besaß ein eigenes Empfangsgerät. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen steckte in den Kinderschuhen, es herrschte Pionierstimmung.
    Aus dem zwar ambitionierten, aber erfolglosen Schauspieler Clemens Carl Hahn wurde über Nacht der Fernsehkoch Clemens Wilmenrod. Dass er über eher bescheidene Kochkünste verfügte, störte ihn wenig. Als Schauspieler kam es ihm auf seine Wirkung an, und die würde er weniger durch fachmännische Zubereitung als durch seine Eloquenz erzielen, da war er zuversichtlich. Der Plan ging auf. Die Hausfrauen mochten seinen filouhaften Charme und fühlten sich durch seine – sprachlich reich garnierten – Ausflüge in die Küchen fremder Länder gut unterhalten. Auch wenn ihnen die Schwächen ihres Fernsehkochs wohl kaum entgangen sein dürften, ließen sie sich von ihm gern zu Experimenten am heimischen Herd animieren.
    Der „Toast Hawaii“, das „Päpstliche Huhn“, das „Arabische Reiterfleisch“ – all diese den Duft der weiten Welt verströmenden Gerichte fanden über Wilmenrod den Weg auf die deutschen Esstische. Da er nun allwöchentlich live auf Sendung war, brauchte der Koch-Darsteller tatkräftige Unterstützung. Die leistete vor allem seine Ehefrau Erika. Sie bemühte sich, unsichtbar neben ihm im Studio, die schlimmsten Fauxpas am Herd zu verhindern und entwickelte hinter den Kulissen schon bald eine erstaunliche eigene Kreativität: Während Clemens zu öffentlichem Ruhm gelangte, entdeckte sie die Vermarktung seiner Prominenz als zusätzliche Einnahmequelle und schloss lukrative Zusatzverträge mit Geräteherstellern und Lebensmittellieferanten.
    Viele Jahre lang schwang Wilmenrod öffentlich den Kochlöffel und trotzte aller, nicht nur von Profiköchen vorgebrachten, Kritik an seiner Person. Nach Plagiats- und Betrugsvorwürfen geriet seine nonchalante Art der Schleichwerbung Anfang der 1960er-Jahre jedoch immer stärker in den Fokus, und bald fühlte der Sender sich gezwungen, zu reagieren. Wilmenrods Sendung wurde zunächst ins Nachmittagsprogramm verbannt und 1964 schließlich ganz aus dem Programm genommen. Für den Privatmann Wilmenrod hatte der ebenso tragische wie unaufhaltsame Abstieg zu diesem Zeitpunkt längst begonnen. Er starb 1967. Das filmische Porträt „Es liegt mir auf der Zunge“ stellt den schillernden Fernsehkoch vor.
    Es wirft einen augenzwinkernd nostalgischen Blick zurück in die Frühzeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und versetzt die Zuschauer für 90 Minuten zurück in die bunte, turbulente Zeit des deutschen Wirtschaftswunders, die Figuren wie Wilmenrod hervorgebracht hat. (Text: 3sat)

    Deutsche TV-Premiere25.11.2009Das Erste

    Sendetermine

    So 05.01.2020
    12:00–13:30
    12:00–
    So 03.06.2018
    20:15–21:45
    20:15–
    Mo 04.08.2014
    23:15–00:45
    23:15–
    Do 28.10.2010
    21:45–23:15
    21:45–
    Fr 12.03.2010
    12:30–14:00
    12:30–
    Fr 12.03.2010
    07:00–08:30
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    Do 11.03.2010
    18:30–20:00
    18:30–
    Do 03.12.2009
    12:30–14:00
    12:30–
    Do 03.12.2009
    07:00–08:30
    07:00–
    Mi 02.12.2009
    18:30–20:00
    18:30–
    So 29.11.2009
    09:00–10:30
    09:00–
    Sa 28.11.2009
    20:15–21:45
    20:15–
    Do 26.11.2009
    10:30–12:00
    10:30–
    Mi 25.11.2009
    20:15–21:45
    20:15–

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