Die lange Welle hinterm Kiel

    A/D 2011
    Melodram (90 Min.)
    Mario Adorf (Prof. Martin Burian). – Bild: mdr
    Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.) Auf einer luxuriösen Kreuzfahrt kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung. Professor Burian ist ein Arzt, der Ende des 2. Weltkriegs als tschechischer Regierungsbevollmächtigter unter den verhassten Sudetendeutschen ein Blutbad anrichtete. Dabei kam Margaretes damaliger Ehemann ums Leben. Sie will ihn endlich zur Rechenschaft ziehen. Die exzentrische Millionärin Margarete Kämmerer (Christiane Hörbiger) geht 1990 in Jakarta an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes. Es ist die letzte Reise der unheilbar Kranken, sie hat Krebs im Endstadium. Ihr Neffe Sigi (Christoph Letkowski) soll nach ihrem Tod die Asche seiner Tante ins Meer streuen – in die lange Welle hinter dem Kiel. Eines Abends weckt in ihr die Stimme eines älteren Herrn am Nachbartisch schmerzhafte Erinnerungen. Die Nachforschungen ihres Neffen bestätigen, dass mit Martin Burian (Mario Adorf) tatsächlich jener Tscheche an Bord ist, der 1945 im Sudetenland viele Deutsche liquidieren ließ – darunter Margaretes erster Mann Sepp Pichler (Michael Steinocher). Um ihren Seelenfrieden zu finden, muss Margarete dessen Mörder richten. Doch Sigi will das Unglück abwenden und weiht Burians Schwiegertochter Sylva (Veronica Ferres) in die Rachepläne seiner Tante ein. Sylva, die von ihrem Mann verlassen wurde und seither Selbstmordgedanken hegt, stellt ihren Schwiegervater zur Rede. Dabei erfährt sie eine ganz andere Version der damaligen Ereignisse: Pichler war ein strammer Nazi, der Burians Bruder auf dem Gewissen hatte. Bei dem Versuch, zwischen den Todfeinden zu vermitteln, kommen Sigi und Sylva einander näher und verbringen die Nacht miteinander. Am nächsten Morgen sind Margarete und Martin spurlos verschwunden. Schuld und Sühne, Liebe und späte Vergebung: Das sind die Themen dieses ungewöhnlichen Melodrams nach dem gleichnamigen Roman des tschechisch-österreichischen Schriftstellers Pavel Kohout. Die „Traumschiff“-Kulisse täuscht eine Idylle vor: Christiane Hörbiger und Mario Adorf spielen zwei erbitterte Todfeinde, die sich im Zuge der Auflösung der politischen Machtblöcke im Jahr 1990 ihrer quälenden Vergangenheit stellen. Nikolaus Leytner, mehrfach ausgezeichnet für „Ein halbes Leben“, inszenierte nach dem Buch von Klaus Richter. Gedreht wurde in Wien und Umgebung sowie in Sri Lanka. Vorlage: Nach dem gleichnamigen Roman von Pavel Kohout Prof. Martin Burian: Mario Adorf Sylva Burian: Veronica Ferres Margarete Kämmerer: Christiane Hörbiger Sigi Klein: Christoph Letkowski Carlo Zeppelini: Michele Oliveri Franz Navratil: Carl Achleitner Kapitän Wiederbornen: Markus von Lingen Conferencier: Dorian Steidl Margarete (jung): Kimberly Frances Reidl Martin (jung): Wolfgang Raudaschl Sepp Pichler: Michael Steinocher Martins Bruder: Erwin Reichel (Text: mdr)
    Deutsche TV-Premiere: 04.01.2012 Das Erste
    Alternativtitel: Dans le sillage du passé
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