Der Fliegende Holländer

    DDR 1964
    Spielfilm (101 Min.)
    Bild: MDR/Progress Film-Verleih/Heinz Wenzel
    Der Fliegende Holländer – MDR/Progress Film-Verleih/Heinz Wenzel
    Senta, die schöne Tochter eines Reeders, versucht, der Enge ihres Alltags ins Reich der Phantasie zu entfliehen. Sie liest vom sagenumwobenen Fliegenden Holländer, der verdammt ist, über die Meere zu irren. Nur die Liebe eines Mädchens, das ihm bis zum Tode treu ist, könne ihn erlösen. Senta träumt davon, dieses Mädchen zu sein. Senta (Anna Prucnal), die schöne Tochter des reichen Reeders Daland (Gert Ehlers), entflieht der Eintönigkeit und Enge ihres Alltags in eine Phantasiewelt: Nach der Lektüre der Sage vom Fliegenden Holländer erscheint ihr der kühne Seefahrer (Fred Düren) in ihren Träumen. Er scheiterte einst am Kap der Stürme und schwor sich, nicht eher zu ruhen, als bis er auch dieses Kap umsegelt haben würde. Satan nahm ihn beim Wort und verdammte ihn, rastlos über die Meere zu irren. Nur einmal alle sieben Jahre darf der Unselige an Land. Fände er dann die Liebe eines Mädchens, das ihm bis zum Tode die Treue hielte, wäre er von seiner Qual befreit. Senta möchte dieses Mädchen sein und ihn vom Fluch erlösen. Richard Wagner, am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren, schrieb seine Oper „Der fliegende Holländer“ unter dem Eindruck einer stürmischen Schiffsreise und verlegte die Handlung vom Kap der Guten Hoffnung in der Endfassung nach Norwegen. Die Oper wurde in der Urfassung 1841 vollendet und gilt für viele als Durchbruch zum besonderen Stil Wagners. Joachim Herz (1924–2010), einer der Großen der Opernregie in der DDR, verfilmte 1964 mit „Der fliegende Holländer“ weltweit erstmals eine Wagneroper als Tonfilm. „Joachim Herz … gelang mit seiner einzigen Filminszenierung das Kunststück, eine Oper nicht nur optisch, sondern auch dramaturgisch in das Medium Film zu übertragen, ohne dass die Oper dadurch beschädigt wird. Trotzdem wurde dieser Film ein eigenständiges Kunstwerk, in dem sich Handlung, Musik und Bild zu einem neuen Erlebnis verbinden“, urteilt „Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme“. Um dem Zuschauer das Erkennen der beiden wechselnden Erzählebenen zu erleichtern, wendeten die Filmemacher einen Bildformatwechsel an: Bei Sentas Traumsequenzen weitet sich das Bild zur Totalvision, für die reale Handlung verengt es sich. Die Hauptrolle spielt Anna Prucnal, eine polnische Schauspielerin, die mehrfach bei der DEFA gastierte. Gesang: Gerda Hannemann, Rainer Lüdeke, Hans Krämer, Katrin Wölzl, Rolf Apreck, Karl-Friedrich Hölzke und andere und andere. (Text: mdr)

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