bisher 2 Folgen

  • In den 1980er- und 1990er-Jahren waren Clubs und Diskotheken der Treffpunkt zum Feiern und Tanzen, Orte der Freiheit und Gemeinschaft. Die NDR Kultur-Dokumentation blickt zurück auf diese prägende Zeit in Norddeutschland und lässt eine verschwundene Welt wieder aufleben – von der Großraumdisko bis zu Musikclubs der Subkultur, von Alternative Rock bis Techno. 1983 eröffnete in Stelle im Landkreis Harburg das Zeppelin, gefeiert als „Norddeutschlands größte Diskothek“. Der riesige Club auf dem Land zog jedes Wochenende Tausende Gäste an, die lange Autofahrten auf sich nahmen, um zwischen Gyros-Teller, Lasershow und Dancefloor zu feiern. Auch Produzent Alex Christensen (U 96) war Teil der Szene: Ende der 1980er-Jahre arbeitete er als DJ im Zeppelin und spielte frühe Versionen seines späteren Welthits „Das Boot“. No Mainstream! lautete das Credo des Subway in Kiel. Ab 1988 schuf Betreiber Willy Möller einen Gegenpol zu den Großraumdiskotheken. Im versteckten Club im zweiten Untergeschoss traf sich die alternative Szene: Punks, Goths, Grufties, Metalheads und Rockabillys. Das dunkle, mit Bandplakaten tapezierte Subway war für viele auch ein Safe Space – in einer Zeit, in der rechte Skinheads und Straßengangs präsent waren. Zur Zeit des Mauerfalls hatte das Dorf Murchin bei Anklam keine 300 Einwohner, aber ein großes Kulturhaus aus DDR-Zeiten. Dort eröffnete 1990 der HyperDome, der sich schnell zu einem der wichtigsten Clubs der Region entwickelte. Mit House und Dance traf er den Nerv der Nachwendezeit. Ex-VIVA-Moderatorin Daisy Dee erinnert sich: „Die Energie war unglaublich – die Leute konnten komplett ausrasten.“ Auch auf St. Pauli in Hamburg verbreitete sich ein neuer Sound: Techno. Im ehemaligen Stripclub Madame Pompadour leistete das UNIT Pionierarbeit. House, Trance und Techno zogen ein neugieriges, diverses Publikum an. DJs wie Tobias Lampe, Gary D und später Sven Dohse prägten Hamburgs ersten Technoclub. Auch wenn das UNIT in den 1990er-Jahren noch zweimal umzog – die Nächte in der Talstraße auf St. Pauli sind bis heute legendär. Die vier NDR Kultur Club-Legenden stehen stellvertretend für unzählige Clubs und Diskotheken in Norddeutschland, die in den 1980er- und 1990er-Jahren ganze Generationen prägten. Die Doku zeigt die Musik, die Nächte und das Lebensgefühl dieser Zeit – ein Stück norddeutscher Musik- und Kulturgeschichte. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mi. 31.12.2025 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 21.02.2026 NDR
  • 30 Min.
    In einer Zeit vor Smartphones und Social Media wurde anders gefeiert. Clubs und Diskotheken waren Treffpunkte, Freiräume und prägende Orte der Jugend- und Musikkultur. Die Dokureihe „Club-Legenden“ von NDR Kultur blickt zurück auf die Blütezeit legendärer Tanztempel, Dorfdiscos und Szene-Clubs: von Alternative Rock bis Techno. Auch die zweite Folge erzählt vier Geschichten aus Norddeutschland. Die Großraumdiskothek Ziegelei im schleswig-holsteinischen Groß Weeden war mehr als drei Jahrzehnte lang eine Institution im norddeutschen Nachtleben. Dort feierten an Spitzentagen bis zu 6000 Menschen. Gründer Sigurd Sierig erinnert sich an glanzvolle Jahre, große Erfolge und die Herausforderungen hinter den Kulissen. Aus den angesagten Clubs auf Ibiza und Mallorca holte er Technik, Musik und DJs nach Groß Weeden. Und es gelang ihm immer wieder, Stars des Dancefloors wie Sandra, DJ Bobo oder Cascada zu engagieren. Bevor die Zwillingsbrüder Frederik und Gerrit Braun mit dem Miniatur Wunderland Hamburg weltbekannt wurden, prägten sie die Hamburger Clubszene. In den 1990er-Jahren betrieben sie das Voilà in Hamburg-Eilbek, einen ursprünglich 1983 eröffneten Club in einer ehemaligen Lagerhalle, der sich zu einer festen Adresse für Techno und House entwickelte. Mitten auf dem Land in Niedersachsen entstand 1978 ein Ort, der bis heute Kultstatus genießt: das Fiz Oblon. Benannt in Anlehnung an den „kleinen dicken Ritter“ aus der Augsburger Puppenkiste, brachte der Club mit seinem ungewöhnlichen Musikprogramm und seiner besonderen Atmosphäre eine neue Jugendkultur in das kleine Dorf Bippen. Die Diskothek zog alle an, die sich abheben wollten vom Mainstream der Großraumdiskotheken. Der langjährige Betreiber Martin Wüst erzählt von einer Zeit, in der sogar Bands wie die Leningrad Cowboys oder Die Fantastischen Vier ins Osnabrücker Land kamen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Diskothek Gummibärchen in Schwerin 1999 zur Legende. Frank Brauer, genannt DJ Franky B, legte hier auf und „das Ding kochte“. Partyfotograf Carsten Darsow und viele Besucher von früher erinnern sich an wilde Nächte. Heute gibt es den Laden nicht mehr, seine Fans feiern auf Festivals wie dem Airbeat One weiter. Aber das Gummibärchen fehlt ihnen. Die NDR Kultur „Club-Legenden“ stehen stellvertretend für unzählige Clubs und Diskotheken in Norddeutschland, die in den 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahren ganze Generationen prägten. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 19.10.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 26.10.2026 NDR
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