Das Brot der frühen Jahre

    D 1962 (89 Min.)
    • Literaturverfilmung
    Walter Fendrich (Christian Dörmer) lernt eines Tages Hedwig Muller (Karen Blanguernon) kennen, verliebt sich in sie und wirft seine bisherigen Lebenspläne über Bord. – Bild: ZDF und Hansjürgen Pohland
    Walter Fendrich (Christian Dörmer) lernt eines Tages Hedwig Muller (Karen Blanguernon) kennen, verliebt sich in sie und wirft seine bisherigen Lebenspläne über Bord.

    Mechaniker Walter, verlobt mit der Tochter seines Chefs und auf dem besten Karriereweg, verliebt sich plötzlich in eine junge Frau und wirft alles hin, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Der Film nach Heinrich Bölls gleichnamigem Roman orientiert sich stilistisch direkt an der französischen Nouvelle Vague und zeigt die deutschen Wirtschaftswunderjahre in kritischem Licht. Walter Fendrich steht fest im Leben: Er hat eine sichere Anstellung als Waschmaschinen-Mechaniker in einem großen Unternehmen, er fährt ein tolles Auto und lebt in einer schönes Wohnung. All diese Dinge sind ihm umso wichtiger, da er als Kind ein Leben voller Entbehrungen führte. Sein Streben nach materieller Sicherheit bringt ihn auch dazu, sich mit Ulla Wickweber, der Tochter seines Chefs, zu verloben.
    Eines Tages lernt er jedoch Hedwig Muller kennen, verliebt sich in sie und wirft seine bisherigen Lebenspläne über Bord. War er bisher immer folgsam und angepasst, so befreit er sich nun aus den Fesseln dieser gesellschaftlichen Konventionen. Schließlich löst er sogar die Verlobung mit Ulla, kündigt seinen Posten als Mechaniker und gibt damit seine bisherige Existenz völlig auf. Doch das ist Walter Fendrich egal. Herbert Veselys Debütspielfilm entstand passend zur Filmemacherrevolte 1962, im Jahr des Oberhausener Manifests, das sowohl der Regisseur als auch sein Hauptdarsteller Christian Doermer (als einziger Schauspieler) unterzeichneten.
    Mit seiner sprunghaften Erzählweise und der Wiederholung von Dialogen und Szenen erinnert der Film an die Werke Marguerite Duras’ und Jean-Marie Straubs und orientiert sich direkt an den ästhetischen Neuerungen der damals noch jungen Nouvelle Vague. „Das Brot der frühen Jahre“ bringt mit seinem kühl-distanzierten Stil 50 Jahre nach seiner Entstehung keine leichte Unterhaltung, aber eine immer noch interessante Seherfahrung, zumal dieser eigenwillige Ableger der französischen neuen Wellte auch einen Blick zurück in Kultur und Alltagsleben im West-Berlin der beginnenden 50er/​60er Jahre bietet. Die Schwarzweißfotografie und Kadrierung von Wolf Wirth sind herausragend. (Text: ZDF)

    Sendetermine

    Do 23.07.2020
    01:10–02:30
    01:10–
    Do 21.12.2017
    23:40–01:00
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    So 27.03.2016
    03:35–05:00
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    Di 23.02.2016
    23:05–00:30
    23:05–
    Di 23.02.2016
    20:15–21:35
    20:15–
    Sa 04.10.2014
    01:45–03:05
    01:45–
    Fr 03.10.2014
    09:20–10:40
    09:20–
    Do 03.11.2011
    02:05–03:30
    02:05–
    Mi 02.11.2011
    22:45–00:20
    22:45–
    Do 08.09.2011
    01:05–02:30
    01:05–
    Mi 07.09.2011
    22:40–00:10
    22:40–

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