• Folge 138
      Gruppe beim Fastenwandern. – Bild: HR/Anne-Katrin Eutin
      Gruppe beim Fastenwandern. – Bild: HR/Anne-Katrin Eutin

      Mit katholischem Glauben hat es kaum noch zu tun, viel mehr mit gesundheitsbewusster Lebensweise: Fasten. Biohotels und Heilpraktiker bieten immer mehr Kurse zum richtigen Fasten an. Da wird reflektiert und kontrolliert, es gibt Yoga und Achtsamkeitsübungen. Vor allem wird gemeinsam in freier Natur gewandert – gekrönt von einer abendlichen Tasse Brühe. Die Journalistin Anne-Katrin Eutin hat einen einwöchigen Kurs in der Rhön besucht. Wer macht mit? Was kostet es, nichts zu essen zu bekommen? Wie wirkt es? Eutin hat selbst gefastet und das mit der Handykamera dokumentiert. Parallel drehte ein Kamerateam – das durfte essen -, was die Trainerin anstellt und wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer reagieren. (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 19.03.2019 hr-Fernsehen
    • Folge 139
      Feuerwehrmann Christian Hild (links) ist eigentlich Dachdecker und hat einen Betrieb in Eltville. – Bild: HR/Andreas Graf
      Feuerwehrmann Christian Hild (links) ist eigentlich Dachdecker und hat einen Betrieb in Eltville. – Bild: HR/Andreas Graf

      Christian Hild ist eigentlich Dachdecker und hat einen Betrieb in Eltville. Doch wenn er und seine beiden Mitarbeiter auf dem Gerüst eines Hauses stehen und plötzlich der Melder piepst, lassen sie alles stehen und liegen, denn dann ist Alarm für die freiwillige Feuerwehr. Mit dem Werkstattbus fahren die drei ehrenamtlichen Feuerwehrmänner eilig zur Wache, die Baustelle muss warten. Feuer in einer Wohnung, lautet der Notruf. Schnell springen sie in ihre Feuerwehrkleidung. Doch sie können noch nicht los. Laut Vorschrift müssen bei einem Einsatz mindestens acht Mann mitmachen. Das scheint diesmal nicht zu klappen. „Die Winzer ernten gerade“, meint Christian Hild, „die werden nicht kommen.“ Überhaupt – die meisten freiwilligen Feuerwehrleute arbeiten tagsüber. „Ein Glücksfall, wenn wir überhaupt mal vollzählig sind“, sagt Hild. Der Schlosser Johannes Meth kommt, er konnte seine Arbeit abbrechen. Schließlich sind sie zu sechst, Löschwagen und Drehleiter werden besetzt, dann geht’s los. Zur Sicherheit werden auch noch die Feuerwehren der anderen Stadtteile von Eltville alarmiert. Denn am Einsatzort zählt jeder. Laut Stadtbrandinspektor Hans Peter Korn fehlen der Stadt Eltville sechzig freiwillige Helfer. Zwar versuchen sie mit Kinder- und Jugendfeuerwehr Nachwuchs zu gewinnen. „Doch die Kids haben heute andere Interessen“, sagt Hans-Peter Korn. Im vorigen Jahr hatten sie nur einen einzigen Neuzugang. Die Stadt kämpft um jede helfende Hand, lockt mit Freikarten für das Schwimmbad, gibt Ermäßigungen bei Gebühren. „Wenn wir nicht genügend Nachwuchs bekommen, müssen wir langfristig Mitarbeiter im Rathaus zwangsverpflichten“, sagt Bürgermeister Patrick Kunkel, „wir müssen den Schutz der Bevölkerung garantieren.“ Stadt und Feuerwehr haben sich viele neue Ideen einfallen lassen, wie sie Menschen für das Ehrenamt Feuerwehr begeistern können. Sie werben mit Kabarett und einem lustigen Entenlauf-Wettbewerb, wollen so Menschen anlocken und dabei zeigen, wie wichtig eine freiwillige Feuerwehr ist. Funktioniert diese Strategie? Der Videojournalist Andreas Graf hat die Helferinnen und Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Eltville ein Jahr lang begleitet, bei Einsätzen, bei der täglichen Arbeit und bei dem Versuch, neue Mitglieder zu gewinnen. (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 26.03.2019 hr-Fernsehen
    • Folge 140
      Die 300 Meter lange AIDAsol, gesteuert von Nicole Langosch, Deutschlands erster Kreuzfahrtkapitänin, auf einer Tour durch die Fjorde Norwegens. – Bild: HR/Andreas Graf
      Die 300 Meter lange AIDAsol, gesteuert von Nicole Langosch, Deutschlands erster Kreuzfahrtkapitänin, auf einer Tour durch die Fjorde Norwegens. – Bild: HR/Andreas Graf

      Zentimeter für Zentimeter nähert sich das riesige Kreuzfahrtschiff der Pier im Geiranger Fjord. Der Anleger ist mit nur 150 Meter halb so lang wie der Luxusliner. Behutsam steuert Nicole Langosch die 50.000 PS starken Schiffsmotoren. Dabei hat sie alle Instrumente auf der Brücke im Blick. „Das passt schon“, sagt sie, „die Passagiere werden auf Deck 3 über die Gangway aussteigen“. Der Ausgang ist genau in der Mitte des Schiffs. Der Wind will den 300 Meter langen Giganten von der Pier wegdrücken. Doch die junge Kapitänin hält den Stahlkoloss auf Kurs. Nicole Langosch ist Deutschlands erste Kreuzfahrtkapitänin. Weltweit haben nur neun Frauen das Kommando auf Passagierschiffen. Die 34-Jährige aus Herborn hat im März ihre Ausbildung abgeschlossen und die AIDAsol übernommen. Ihre erste große Tour führt in die Fjorde Norwegens. Die Route gilt unter Kapitänen als anspruchsvoll. Viele Berge, Felsen, enge Wasserstraßen, Wind und unbeständiges Wetter fordern höchste Konzentration für die Offiziere auf der Brücke und ihre Kapitänin. Nicole Langosch trägt die Verantwortung für das Schiff, für 2.480 Passagiere und 633 Crew-Mitglieder. Sie ist auch für Sicherheit und Ordnung verantwortlich, Restaurants, Spa, Bars und die Landausflüge fallen unter ihre Aufsicht. Sie ist quasi auch Geschäftsführerin. An Bord ist die Hessin ein Star. Die Gäste wollen Fotos, Autogramme und gratulieren ihr zur Beförderung. Drei Monate Dienst, anschließend drei Monate Urlaub, das ist jetzt ihr Arbeitsrhythmus. Ein Job, der wenig Raum für Privatleben lässt. „Hessenreporter“-Autor Andreas Graf durfte „Frau Kapitän“, wie sie sich nennt, auf ihren ersten Fahrten durch die Fjorde begleiten und bekam exklusive Einblicke hinter die Kulissen eines Kreuzfahrtschiffes. (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 02.04.2019 hr-Fernsehen
    • Folge 141

      Alexandra Carter und Dieter Kühn wollen es wagen: Aus einer kleinen Kaffeerösterei soll ein richtiges Unternehmen werden. Die beiden wollen vom Kaffee leben und sich gleichzeitig einen Traum erfüllen: Sie lieben das schwarze Getränk und wollen mit den Kaffebohnen bolivianisches Lebensgefühl nach Nordhessen holen. Fünf Jahre lang haben die beiden Erfahrungen gesammelt und nebenberuflich eine kleine Rösterei betrieben. Doch anderthalb Tonnen im Monat reichen für die Nachfrage nicht mehr aus, und deshalb wollen die beiden richtig groß ins Kaffegeschäft einsteigen. Viermal so viel Kaffee, also sechs Tonnen pro Monat, wollen sie künftig auf den Markt bringen. Seinen Job in einer Druckerei hat Dieter Kühn schon gekündigt. Noch sechs Wochen, dann ist es vorbei mit der Festanstellung und dem festen Gehalt. Dann will er sich nur noch um den Kaffee kümmern und auch davon leben. Alexandra Carter hat bisher als Arzthelferin gearbeitet, auch sie will einen Neuanfang wagen. Schaffen die beiden das? Erst mal müssen sie investieren: Größere Räume haben sie schon gefunden, denn die brauchen sie für ihre neue Röstmaschine. Miete müssen sie schon während des Umbaus zahlen. Die größere Hürde ist der sechsstellige Kredit von der Bank, den sie brauchen, um alles zu finanzieren. Nur zwei Wochen bleiben den beiden Kaffeeliebhabern, um die Bank von ihrem Konzept zu überzeugen. Die Zeit läuft. „Hessenreporter“-Autorin Anette Ende hat die beiden Existenzgründer mit einer Leidenschaft für guten Kaffee begleitet. (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 13.04.2019 hr-Fernsehen
    • Folge 142

      Dr. Gerhard Wetzig aus Lindenfels im Odenwald ist einer der letzten seiner Zunft, denn er ist überzeugt: „Mit dem Ladenhüter freiberuflicher Einzelkämpfer auf dem Land locken Sie heute keinen Dreißigjährigen hinter dem Ofen vor.“ Und da er nicht einfach irgendwann seine Praxis schließen und die Lindenfelser ohne Arzt dastehen lassen will, hat er zusammen mit Kollegen eine Genossenschaft gegründet. Sie wollen junge Ärzte anstellen. Der Reiz für die Nachfolger: Sie sind nicht allein verantwortlich, tragen kein unternehmerisches Risiko. Mehrere Ärzte teilen sich die Arbeit, keiner hat mehr eine Sechzig-Stunden-Woche – so wie der Landarzt alter Schule. Funktioniert das neue Konzept? Doch dieser Weg ist nur eine Möglichkeit raus aus der Krise. Telemedizin heißt das neue Schlagwort. Doch wie ist es, wenn der Patient mit einem Arzt spricht, den er noch nie gesehen hat, wenn er seine Diagnose per Telefon bekommt? Am konsequentesten setzen derzeit die Schweizer auf Telemedizin. Digitalarzt Manuel Puntschuh sitzt in einem Callcenter in Basel und behandelt Patienten aus der ganzen Schweiz per Telefon. Medikamente und Krankenscheine gibt es ganz ohne Arztbesuch. Ist das ein Vorgeschmack auf die Zukunft? (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: So 14.04.2019 hr-Fernsehen
    • Folge 143

      Jürgen Parg will mit seinen Bienen die Landwirtschaft umkrempeln. Er ist Wanderimker im Odenwald und geht mit „seinen Mädels“, wie er die Bienen liebevoll nennt, auf Wanderschaft. Wanderimker Parg bietet Bauern an, seine Bienen auf deren Felder arbeiten zu lassen – wenn sie auf Pestizide verzichten. Dieses Mal fährt er ins zehn Kilometer entfernte Schaafheim zu einem Bio-Obsthof. Der Apfelbauer probiert zum ersten Mal Zuchtbienen aus. Er hat auch schon mal Hummeln zum Bestäuben bestellt, doch die waren mit dem verrückten Frühjahrswetter nicht zurechtgekommen. Was der Odenwälder hier anfängt, ist in den USA schon ein großes Geschäft geworden, dort müssen die Bauern für den Bienenservice bezahlen. Auch in Europa sind Zuchtbestäuber in manchen Bereichen auf dem Vormarsch. So gibt es in den Niederlanden und in Belgien große Hummelzuchtfirmen. Sie beliefern riesige Obst- und Gemüseplantagen. Unter Glas und Folie sind Hummeln zuverlässige Bestäuber. Sieht so die Zukunft aus? (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 16.04.2019 hr-Fernsehen
    • Folge 144

      Meeresfrüchte statt Mettwurst: Darin sieht Jungbauer Sven Damm aus dem nordhessischen Niedenstein seine Zukunft. Der elterliche Betrieb mit konventioneller Landwirtschaft ist für ihn nicht lukrativ genug. Vor einem Jahr hat der junge Landwirt mit dem Bau von Hessens erster Garnelenzucht begonnen. Statt Schweinehaltung will er Krustentiere produzieren. Frisch, direkt vom Hof, aus Nordhessen, das soll das Konzept sein. „Ich wollte etwas machen, was nicht jeder macht“, sagt der Junglandwirt. Er glaubt, damit eine Marktnische entdeckt zu haben. Denn Garnelen sind beliebt in der Feinschmeckerküche, kommen aber bislang hauptsächlich als gefrorene Ware aus Übersee. Aber so einfach ist das nicht mit der Garnelenzucht: Großbaustelle, hohe Investitionen und mangelndes Know-how: Bislang kennt sich niemand so richtig mit der Zucht von Warmwassergarnelen aus, denn ein Meer kann Nordhessen den Tieren nicht bieten. Sven Damm und seine Familie muss also erst mal lernen, wie die Aufzucht der Meerestiere ohne Meeresanschluss funktionieren kann. Die millimeterkleinen Larven werden eigens aus den USA nach Nordhessen importiert. Welche Lebensbedingungen brauchen sie? Wie warm und salzhaltig muss das Wasser sein? Was fressen die Tiere? Immerhin: die Wärme für ihre Garnelenzucht kommt aus einer eigenen Biogasanlage. Und während die Tiere wachsen, müssen die Damms mit gutem Marketing auf ihre nordhessischen Garnelen aufmerksam machen. Ob es ihnen gelingt, den Betrieb schnell genug aufzubauen? Können die empfindlichen Tierchen in Nordhessen überhaupt gezüchtet werden? Und werden die Damms Kunden finden können? (Text: hr-fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 23.04.2019 hr-Fernsehen