Frontal21

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    • Folge 647

      45 Min.

      Nebenwirkungen von Antidepressiva – Nie wieder Sex?

      Sexuelle Funktionsstörungen wie dauerhaft verminderte Libido, Orgasmus- und Ejakulationsstörungen sowie Impotenz können Spätfolgen nach Einnahme bestimmter Antidepressiva sein. Sie schränken Patienten in ihrer Lebensfreude und Beziehungsfähigkeit stark ein. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA fordert die Hersteller nun auf, entsprechende Warnhinweise in die Beipackzettel aufzunehmen. Das komme viel zu spät, sagen Kritiker. Schon seit Jahren wüssten die europäischen Gesundheitsbehörden von Fallstudien über die möglicherweise schweren Langzeitnebenwirkungen. Offenbar gingen Ärzte bislang davon aus, dass die Nebenwirkungen nach Absetzen der Medikamente rasch abklingen, sodass bei anhaltenden Beschwerden die Antidepressiva nicht als mögliche Auslöser in Betracht gezogen wurden. Wie viele Patientinnen und Patienten betroffen sind, ist unklar. Sicher aber ist: Die Medikamente, die auf das Serotonin-System wirken, werden millionenfach verschrieben. Daher befürchten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer. „Frontal 21“ geht der Frage nach, warum Behörden offenbar seit Jahren Bescheid wussten, aber vor lang anhaltenden sexuellen Störungen durch Antidepressiva nicht warnten.

      Krise im Klassenzimmer – Der Frust der Quereinsteiger

      In Deutschland gibt es immer mehr Lehrer, die im Schuldienst unterrichten, ohne ein Lehramtsstudium absolviert zu haben. Jede achte neubesetzte Stelle wurde 2018 mit einem sogenannten Quer- und Seiteneinsteiger besetzt. Das liege an der schlechten Planung der Kultusministerien, kritisiert Professor Jörg Ramseger von der Freien Universität Berlin. „Das ist die größte Bildungskatastrophe der Nachkriegszeit, weil die Folgen unermesslich sind“, warnt der Schulentwicklungsforscher. „Das Bildungsniveau in Deutschland wird sinken.“ Besonders häufig werden Quereinsteiger an Grund- und an Brennpunktschulen eingesetzt. Doch wer an diesen Schulen ohne pädagogische Erfahrung vor eine Klasse gestellt werde, sei nach fünf Minuten fertig mit den Nerven, berichten Schulleiter. Zudem verdienen Quer- und Seiteneinsteiger oft weniger. Die Opfer einer solchen Entwicklung seien vorhersehbar, so Schulentwicklungsforscher Ramseger: „Es sind natürlich die Kinder, die die professionellste Hilfe eigentlich brauchen würden für ihren Bildungsprozess – und die schon bislang große Schwierigkeiten haben, werden noch größere Schwierigkeiten bekommen.“ „Frontal 21“ über die Lückenbüßer im deutschen Bildungssystem.

      Chemnitz ein Jahr danach – Ein Verbrechen und seine Folgen

      Vor einem Jahr wurde der Chemnitzer Daniel Hillig erstochen. Tagelang hetzten Rechtsextremisten und auch die AfD pauschal gegen Ausländer, nicht nur gegen die mutmaßlichen Täter. Fremd aussehende Menschen wurden angegriffen, ein jüdisches Restaurant und mehrere ausländische Lokale vom rechten Mob überfallen. Kommt Chemnitz ein Jahr nach dem Tod von Daniel Hillig und der Welle der rechten Gewalt zur Ruhe? Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hatte im Prozess um die tödliche Messerattacke eine Verurteilung gewünscht, „damit die Angehörigen Ruhe finden können“. Doch am Jahrestag des Todes von Daniel Hillig gehen Rechtsextreme wieder auf die Straße, hetzen erneut gegen Ausländer. „Frontal 21“ hat Freunde des damaligen Opfers und Künstler getroffen, die der rechten Gewalt entgegentreten, sowie den Prozess und die Aktivitäten der Rechtsradikalen begleitet – ein Bericht aus einer noch immer zerrissenen Stadt.

      Vor den Landtagswahlen – Der Kampf um den Osten

      Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen kann die AfD auf starke Ergebnisse hoffen, die bisher führenden Parteien müssen erhebliche Verluste hinnehmen. Laut aktuellem ZDF-“Politbarometer“ liefern sich in Brandenburg AfD und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In Sachsen liegt die CDU zwar noch klar vor der AfD, die steuert aber auf ein Rekordergebnis zu. Und wieder wird das Bild vom „Jammer-Ossi“ bemüht, der aus Protest die AfD wählt. Aber stimmt das? Über zwei Billionen Euro sind seit der deutschen Wiedervereinigung in den Osten geflossen, etwa in die Städte, Wirtschaft und Infrastruktur. Heute ist die Arbeitslosenquote in den ostdeutschen Bundesländern so gering wie seit der Wende nicht mehr, und die Regionen mit dem höchsten Armutsrisiko liegen vorwiegend in Westdeutschland. Wieso wählen die Ostdeutschen dann so häufig AfD? Liegt es etwa daran, dass die Wähler sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen, eine klassische Bindung an das Parteiensystem fehlt und die Wechselwähler zur Norm werden, wie Parteienforscher analysieren? „Frontal 21“ hat, 30 Jahre nach der Wende, in Brandenburg und Sachsen mit politisch engagierten Bürgern und mit Wählern über ihre Wünsche und Hoffnungen gesprochen, wie es nach den Landtagswahlen weitergehen soll. (Text: ZDF)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 27.08.2019 ZDF
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       Fr 30.08.2019
      08:05–08:50
      08:05–ZDFinfo
       Do 29.08.2019
      04:15–05:00
      04:15–ZDF
       Di 27.08.2019
      21:00–21:45
      21:00–ZDF NEU

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