Staffel 1, Folge 1–2

    • Staffel 1, Folge 1
      Bild: SWR
      Wo ist John Dyal? (Staffel 1, Folge 1) – © SWR

      Pflegefamilie. Seine Mutter war jung, hatte schon Kinder, war überfordert. Der Vater: ein amerikanischer GI, der zurück in seine Heimat musste; noch bevor er erfuhr, dass seine deutsche Freundin von ihm schwanger war. Die Briefe, die er ihr schrieb wurden abgefangen, die Beziehung zerbrach. – „Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn die Briefe ihren Adressaten, seine Mutter also, erreicht hätten? Wenn meine Eltern vielleicht geheiratet hätten und ich in den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aufgewachsen wäre?“ – Diese Fragen stellte sich Hans Schön häufig – vor allem früher. Er hat es trotz aller Widrigkeiten weit gebracht in seinem Leben, hat Job und Familie – aber je älter er wird, umso stärker verspürt er den großen Wunsch, seinen Vater doch noch kennen zu lernen. – Wenn es nicht zu spät ist. Er müsste mittlerweile fast achtzig sein: Da Hans Schön Internetexperte ist, macht er sich selbst auf die Suche – aber kommt nicht weiter. Er wohnt wohl in Jacksonville, Florida, soviel erfährt er – aber dann: Ende. Ein Fall für Susanne Panter! Die Aufspürerin kann mehr als Google und Datenbank – sie hat Erfahrung, Kontakte und einen „siebten Sinn“. Gerade letzteren wird sie bei der Suche nach Hans Schöns Vater auch dringend brauchen. – Sie und ihr Klient reisen nach Florida und begeben sich auf eine Odyssee, sind einem extremem Wechselbad der Gefühle ausgeliefert. Erwartungen, Hoffnungen, Enttäuschungen – Schlag auf Schlag. Alles ist offen, alles ist möglich: „Ich weiß ja nichts über meinen Vater – außer seinen Namen: John Dyal. Und davon gibt es Dutzende in der Millionenstadt Jacksonville. Mein Vater könnte Multimillionär sein oder Obdachloser – alles ist drin.“ – Die erste Adresse, die Susanne Panter mit ihrem Klienten ansteuert geht eher in die Richtung der zweiten Option: eine ziemlich verwahrloste Gegend mit vermoderten Wohncontainern und zwielichtigen Gestalten: „Ich wünsche ihm nicht, dass er wirklich hier leben muss“, so Susanne spontan. Zunächst sind sie sich nicht sicher, ob sie überhaupt aussteigen sollen Als sie es dann doch wagen und auch jemanden antreffen, erfahren sie: John Dyal ist tot! – Vor drei Monaten gestorben. Aber: dieser John Dyal hieß eigentlich Johnny Dyal, ein gebräuchlicher Frauenname in Amerika – aufatmen. Die zweite Adresse liegt in einer deutlich nobleren Wohngegend. Sie treffen eine hilfsbereite junge Frau, die ihnen sagt: „Ja, John Dyal, der hat hier gewohnt – bis vor vier Jahren. Dann ist er weggezogen, zu seiner Tochter – er ist ziemlich krank geworden. Aber wo die wohnt, das weiß ich nicht … fragen Sie doch mal im Famous Amos nach, dort hat er jeden Morgen gefrühstückt.“ Je mehr Susanne Panter und Hans Schön nachfragen, umso sicherer erscheint es ihnen: dieser John Dyal könnte der richtige sein. „Ich habe das Gefühl, dass ich ihm näher komme“, sagt Hans Schön. Diese Hoffnung löst sich aber schon sehr bald in Wohlgefallen auf – oder doch nicht? Oder ist es doch schon zu spät? Die Suche von Hans Schön und der „Aufspürerin“ Susanne Panter hat so viele unerwartete und unglaubliche Wendungen, dass die erfahrene Personensucherin selbst unterwegs mehrmals sagt: „Das kann doch alles gar nicht wahr sein! – Das ist ja völlig skurril, unwirklich.“ (Text: SWR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 27.09.2017 SWR Fernsehen
    • Staffel 1, Folge 2
      Bild: SWR
      Der Junge auf dem Foto (Staffel 1, Folge 2) – © SWR

      „Das hier ist meine Adoptivmutter. Und das meine leibliche Mutter. Und da an ihrer Hand, der Junge, das könnte mein Bruder sein“, sagt Gisela Diemert und deutet auf ein circa 70 Jahre altes Schwarzweiß-Foto. „Ja, das sieht sehr danach aus“, stimmt Susanne Panter zu. „Haben Sie denn noch irgendwelche anderen Anhaltspunkte?“, fragt die „Aufspürerin“. Gisela Diemert schüttelt den Kopf. Der Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter riss nach der Adoption ab. Und die Adoptivmutter wollte ihr nichts über den „Jungen auf dem Foto“ sagen. Gisela Diemert ist mittlerweile 75 – und nie ist ihr der Gedanke an ihren Bruder aus dem Kopf gegangen. Jahrelang hat sie immer mal wieder nach ihm gesucht, aber sie weiß noch nicht einmal, ob er in Polen geblieben oder, wie sie, nach Deutschland ausgewandert ist. Ihr Bruder muss etwa zwei bis drei Jahre älter sein als sie. Das heißt, die Chance ihn lebend anzutreffen, wird von Jahr zu Jahr geringer. Deshalb hat Gisela Diemert sich an Susanne Panter gewandt. Ein letztes Mal noch will sie es probieren. Die erfahrene Personensucherin hat schon um die 3000 Menschen aufgespürt, aber sie gibt zu bedenken: „Es kann sein, dass viele Akten während des Krieges oder danach verloren gegangen sind. Dann haben wir kaum eine Chance.“ Ein halbes Jahr später sitzen Gisela Diemert, ihr Sohn Willy und Susanne Panter im Flugzeug Richtung Kattowitz. Die polnischen Behörden arbeiten sehr langsam. Deshalb haben sie sich entschlossen, vor Ort zu suchen. Die erste Spur führt zu dem Wohnhaus des leiblichen Vaters von Gisela Diemert. Er hat ihre Mutter wohl noch in den ersten Monaten der Schwangerschaft „vor die Tür gesetzt“. Aber vielleicht leben in dem Haus des Vaters noch Nachfahren, die ihr einen Tipp geben können. Rein rechtlich hätte Gisela Diemert sogar Erbanspruch auf das Haus, aber darum geht es ihr nicht. Sie will ihre Wurzeln kennen lernen: „Es war immer wieder diese merkwürdige Leere in mir“, sagt sie, „man will wissen, wo man her kommt, warum man weggegeben wurde und ob man Geschwister hat. Das ist einfach so.“ Der nächste Weg führt zum Standesamt. Vor Ort bekommen sie endlich die Dokumente, auf die Susanne Panter vergeblich ein halbes Jahr gewartet hatte, unter anderem die Sterbeurkunde der Mutter. Was dort steht, verschlägt allen die Sprache: Sie ist erst vor drei Jahren verstorben! Sie wurde 95 Jahre alt. Als hätte sie darauf gewartet, dass Gisela Diemert ihre Mutter doch noch finden würde. Einerseits sind Diemert schockiert und traurig, dass sie sich verpasst haben. Andererseits sind die Chancen groß, dass sie an der letzten Wohnadresse der Mutter Menschen treffen, die sie noch gekannt haben, etwas von ihr erzählen können und gegebenenfalls auch wissen, wo Gisela Diemerts Bruder wohnt – der „Junge auf dem Foto“. Eine spannende Reise durch Niederschlesien beginnt. Eine Reise mit wunderbaren Begegnungen und unglaublichen Wendungen. Eine Reise, die viele Fragen beantwortet – und neue aufwirft! Susanne Panter selbst ist tief berührt, kann stellenweise die Tränen nicht ganz unterdrücken: „Ich versuche, meine Aufträge mit einer gewissen professionellen Distanz durchzuführen. Aber das gelingt nicht immer. Und in den letzten Jahren immer weniger. Ich werde dünnhäutiger.“ (Text: SWR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 11.10.2017 SWR Fernsehen

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