2 Teile (SRF), Folge 1–2

    • Folge 1

      Wer seinen Nachwuchs alleine aufzieht, muss ein guter Lehrer sein. Während bei Eisbären vor allem Geduld gefragt ist, stehen Weddellrobben unter grossem Zeitdruck. Orang-Utan-Mütter wiederum brauchen ganze acht Jahre, um ihren Jungen Kniffe beizubringen. Manche Tiere lernen alles von ihren Eltern. Andere setzen mehr auf Instinkt, wie die Tenrecks auf Madagaskar. In einem allerdings geht es allen Alleinerziehenden gleich: Ihre grösste Herausforderung besteht darin, ihren Nachwuchs mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Denn das ist oft leichter gesagt als getan. Seeottermütter lassen ihre Jungen mit einem Trick wie einen Korken auf dem Wasser treiben, um selbst abtauchen zu können. Koala-Mütter verfüttern ihren eigenen Kot, damit die Kleinen den giftigen Eukalyptus vertragen.

      Auch manche Väter kümmern sich alleine um ihren Nachwuchs. Bei den Seenadeln sind die Männchen für die Brutpflege zuständig, und männliche Seepferdchen bringen ihre Jungen unter Kontraktionen selbst auf die Welt. Eier und Jungtiere sind leichte Beute. Deshalb müssen sich Eltern einiges einfallen lassen, um sie vor Räubern zu beschützen. Riesenkraken umsorgen ihr Gelege so ausdauernd, dass sie selbst daran zugrunde gehen. Ochsenfrosch-Väter bauen Kanäle, um ihren Nachwuchs zu retten. Und Schlanklori-Mütter bestreichen ihre Jungen mit einem giftigen Sekret, um Feinde abzuschrecken. Was die «alleinerziehenden» Eltern besonders auszeichnet, ist die Fähigkeit, schwierige Situationen alleine zu meistern. Denn am Ende zählt nur eines: Die neue Generation soll leben, um jeden Preis. (Text: SRF)

      • Folge 2

        Wenn Tiere in Gruppen leben, haben sie Familie und Freunde immer in ihrer Nähe. Ausserdem können sie sich gegenseitig dabei helfen, ihren Nachwuchs grosszuziehen. Zebramangusten synchronisieren die Geburt ihrer Jungen, und wenn ein Umzug ansteht, packen alle mit an. Moschusochsen verteidigen entschlossen die jüngsten Herdenmitglieder. Elefantenkühe erobern gemeinsam ein entführtes Kalb zurück. Und Königspinguine füttern die Küken ihrer Nachbarn, in der Hoffnung, dass so auch ihr eigenes Jungtier versorgt wird.

        Auch Löwinnen säugen den Nachwuchs ihrer Rudelgenossinnen. Das stärkt den Zusammenhalt in der Gruppe und ermöglicht es ihnen, sich gemeinsam jedem Feind entgegenzustellen. Junge Brillenlangur-Weibchen üben mit den Kindern anderer, um sich auf ihre eigene Mutterschaft vorzubereiten. Manchen Tieren bleibt nichts anderes übrig als mitzuhelfen, um selbst zu überleben.

        Einige Tiereltern nutzen Freunde und Verwandte mit listigen Tricks aus. Bei Honigtopfameisen und Nacktmullen versorgen Arbeiter gezwungenermassen die Königin und deren Junge. Und der Kuckuck lässt seine Eier von Pflegeeltern ausbrüten. Andere Mütter kümmern sich freiwillig um fremden Nachwuchs. Ein einziger weiblicher Krokodilkaiman rettet unzählige Jungtiere vor dem sicheren Hitzetod. Seelöwen-Männchen beschützen fremde Jungen, um sich mit deren Müttern paaren zu dürfen. Und bei den Erdmännchen bringen Onkel und Tanten den jüngsten Familienmitgliedern alle Überlebenstricks bei. Denn wenn die ganze Gruppe bei der Pflege der Kleinsten mithilft, steigen deren Überlebenschancen beträchtlich. So kann die nächste Generation satt und sicher ins Leben starten. (Text: SRF)

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