Zur Sache, Kanzler

    Zur Sache, Kanzler

    D 1993–1994
    9 Ausgaben
    Deutsche Erstausstrahlung: 05.03.1993 Sat.1

    Regelmäßig gesendete Kohl-Audienz, in der der damalige Sat.1-Programmdirektor Heinz Klaus Mertes dem damaligen Bundeskanzler verschiedentlich Fragen stellen, die dieser mehr oder weniger beantworten durfte.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Interviewsimulation mit Heinz Klaus Mertes in der Rolle des Gastgebers und Helmut Kohl als Kanzler.

    Kohl empfängt mehrere freundliche Journalisten und gibt ihnen Gelegenheit, die Pausen zwischen seinen Monologen mit eigenen Fragen zu füllen. Teilweise kommen auch Bürger zu Wort, in einer Sendung etwa Unternehmer (im Fernsehstudio) und Arbeiter (zugeschaltet vom Marktplatz in Castrop-Rauxel).

    Die Sendung brachte es nur auf neun Ausgaben, schaffte es aber, Sat.1 jahrelang als Kanzlersender in Verruf zu bringen und Legionen von Journalistenschülern als Negativbeispiel für Hofberichterstattung in der Politik zu dienen. CSU-Mitglied und Sat.1-Programmdirektor Heinz Klaus Mertes war sichtlich darum bemüht, mit der Sendung Kohl ein Podium zu bieten, auf dem er sich ungestört von kritischen Nachfragen ausbreiten konnte. Er sprach von einem leichtfüßigen Hearing-Charakter, den die Sendung haben solle, um Kohl, dieses Kaliber angemessen zu präsentieren.

    Kohl hatte die Sendung nach einem Bericht des Spiegel selbst mitentwickelt und nahm auch Einfluss auf die Auswahl der Interviewer. Die vermutlich kritischste Frage der ersten Sendung stellte Kohls Freund und späterer Biograf Kai Diekmann, damals stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung: Wann haben die Menschen wieder Arbeit?

    Die Sendung lief etwa zweimonatlich mit mäßiger Publikumsresonanz an verschiedenen Tagen im Abendprogramm. Nach der Bundestagswahl 1994 fiel sie in einen Winterschlaf, aus dem sie nicht mehr erwachte.