Verzeih mir

    Verzeih mir

    D 1992–1994
    Deutsche Erstausstrahlung: 15.12.1992 RTL

    Im Studio treffen alle zusammen: die Trotzköpfe, Steithähne und gekränkte Seelen. Das einzig Wichtige ist jedoch das Motto: „Vertragt euch wieder“ … (Text: TV Spielfilm 25/1992)

    Verzeih mir – Community

    Andre (geb. 1968) am 09.06.2009: Ich war selbst in dieser Sendung Gast im Januar 1993 und habe mich als Homosexuell geoutet. Es war damals das Beste was ich machen konnte. Die Leute von RTL und auch Ulla Kock am Brink waren mir damals eine große Hilfe und haben mir unheimlich geholfen. Einen Zuschauer welcher mir damals geschrieben hat habe ich heute, mit Unterbrechung, noch immer als sehr guten Freund. Danke RTL & Danke Ulla.Auch ich würde mich freuen wenn es diese Sendung wieder geben würde und auch wenn sie wiederholt würde. Liebe Grüße- André
    Frank und Freunde (geb. 1970) am 27.07.2006: Eine alte Regel besagt im Leben eines: Ich kann nur verzeihen, wenn auch andere dazu es imstande sind. Verzeihen kann man auch nicht abverlangen - ein Verzeihen muss man nicht leisten, es liegt im Ermessen des Einzelnen. Diese Sendung jedoch war einfach unverzeihlich, weil die Moderatorin Ulla Kock am Brinck selbst nicht verzeihen kann/wollte/vermochte - dies aber in reisserischster Form von ihren Kandidaten abverlangte, damit ja das Endergebnis - hohe Quoten bei RTL - stimmten. Kurzum - das ganze war eine Show, die nicht einmal zum Kult taugen wird.
    Revivo2002 (geb. 1970) am 22.12.2003: Die Sendung war doch wohl der Brüller!!! Besonders legendär, wenn das "Verzeih mir" Taschentuch geworfen wurde! Wer hat da denn wohl nicht gelacht!! Schad' dass davon keine Wiederholungen kommen.
    Tatjana (geb. 1955) am 06.12.2003: Unverzeihlich ist nciht nur diese Sendung, sondern daß auch manche Kommentatoren bewusst die "Kandidaten" in dieser Show behinderten. Letztendlich bleibt da nur Verachtung übrig.
    Karl (geb. 1955) am 04.12.2003: Die psychologisch gesunde "Norm" in puncto Verzeihen und Vergeben heisst: Warum soll ein Mensch das können/müssen/brauchen, was der andere auch nicht kann/muss/brauch. Man kann nicht von jemanden etwas einfordern, zu was man selbst nicht imstande ist es zu leisten. Dies dachte wohl auch Ulla Kock am Brinck und erschuf mit RTL eine Show, wo gemeinsam Kandidaten mit RTL Geld verdienen und Tränen vergiessen können. Das kann/konnte man gemeinsam leisten und die Kraftanstrengung lohnte sich. Die Show hatte hohe Einschaltquoten, denn RTL wusste eines-der Zuschauer braucht/will diese Art von Heuchelei sehen. Die Show war nicht gerade die Krone der Unterhaltung.

    Verzeih mir – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Einstündige Versöhnungsshow. Zerstrittene Menschen werden miteinander versöhnt: zerrüttete Liebende, entzweite Eltern und Kinder, verkrachte Freunde. Und dann heulen alle.

    Ulla Kock am Brink moderierte die voyeuristische RTL-Version, in der Filmeinspielungen zeigten, wie Kock am Brink die Menschen zu Hause überraschte, um sie in die Sendung einzuladen, wo jemand mit ihnen sprechen wolle. Im Studio vor Publikum lagen sich die Menschen dann nach der Aussprache weinend in den Armen und gaben sich allein durch die Teilnahme an der Sendung einen neuen Grund, später einander um Verzeihung zu bitten. Währenddessen saß Kock am Brink selbst weinend daneben, wedelte mit Taschentüchern und fing sich das Image der Fernsehheulsuse ein. Die heftig umstrittene Sendung lief wöchentlich, erst am Dienstag-, später am Donnerstagabend zur Primetime. Titelmusik war eine deutsche Version des Brenda-Lee-Hits „I’m Sorry“. Nach etwas mehr als einem Jahr stellte RTL die Show im Januar 1994 ein, vermutlich war das Mobiliar durchgeweicht.

    Knapp fünf Jahre später, im Dezember 1998, startete Sat.1 eine noch deutlich verschärfte Neuauflage, moderiert von Sonja Zietlow. Das Opfer wurde nicht mehr zu Hause besucht, sondern z. B. im Supermarkt, wo dann lustig vor der Fleischtheke diskutiert wurde, woran die Liebe zerbrochen war. Es gab eine Verzeih-mir-Tür, hinter der vielleicht, aber nur vielleicht derjenige stand, um dessen Gnade ein Kandidat im Studio flehte. Er erfuhr es erst, nachdem er einen Verzeih-mir-Knopf gedrückt hatte, und stand dann, wenn er Pech hatte, ganz dumm im Kunstnebel da (in der RTL-Version war es die Ausnahme gewesen, dass das Gnadengesuch ungeachtet der Flennerei abgelehnt wurde). Trotz allem hielt die neue Version kein halbes Jahr. Den Sat.1-Titelsong „Verzeih“ sang Jule Neigel.