Deutsche Erstausstrahlung: 11.02.1966 ZDF

    Hier handelte es sich um eine Bande von Kleinganoven, die immer von großen Coup träumten (ihr Boss war eine Frau). Sie hatten immer viel ausbaldowert, jedesmal meinte man, heute klappt’s mit dem großen Ding, aber kurz vor Schluß kam jedesmal was dazwischen, so dass die Bande immer leer ausging.

    Bei der Schlußszene fragte die Chefin jedesmal frustriert: „Wie konnte das passieren?“ (Text: U. Hoelderle)

    Üb’ immer Treu nach Möglichkeit – Community

    Florian Bogner (geb. 1960) am 17.06.2011: EINE KLEINE GESCHICHTE VON "ÜB IMMER TREU NACH MÖGLICHKEIT" "Wer immer strebens sich bemüht, den können wir erlösen!" (Goethe, zitiert in der Folge "Der Geburtstag") Für die damalige Zeit (1965/66) war die Serie "Üb immer Treu nach Möglichkeit", obwohl sie deutlich humoristisch und harmlos angelegt war, in gewissem Sinne (d.h. unterschwellig) doch schon ein etwas härterer Stoff. Wir haben es da zum einen mit einer gewieften Ganovenbande zu tun, die aber dennoch als durch und durch sympathisch dargestellt wurde. Zum anderen wohnten da offensichtlich in wildester Ehe vier Männer mit einer Frau unter einem Dach. Des weiteren war die weibliche Hauptfigur nicht (wie damals häufg in anderen Serien dargestellt) Sexobjekt und Heimchen am Herd; dass sie blendend und sexy aussah war beinahe nur wie nebenbei - was an Gretchen bestach, war vor allem ihr diamantscharfer Intellekt und ihr bosshaftes Auftreten (ohne auch nur andeutungsweise wie eine Männerin zu wirken), während ihre männlichen Partner in der Ausführung der Coups zwar nicht als dumm, in manchen Fällen aber als etwas leichtsinnig dargestellt wurden. Im Übrigen: der Zuschauer wusste bald genau, dass das ZDF wohl nur die 13 Coups hat verfilmen lassen, die der Bande danebengingen; da Gretchen und ihre Männer finanziell sichtlich nicht schlecht gestellt waren, war anzunehmen, dass die meisten ihrer Gaunerstücke EBEN DOCH klappten! Dazu noch die ungeheure Verschwendungssucht: Pelze, Uhren, Diamanten, Gold und Geld: alles landete am Ende jeder Folge im Dreck, flatterte in die Pfützen, wurde im Wasser versenkt oder verschwand schlicht im Gully. Das alles war denn doch des Bösen zuviel! Über eine Wiederholung kam die Serie in den Sechzigern bekanntlich nicht hinaus, da half es auch nichts, dass hervorragende Schauspieler gutest aufgelegt ihr Bestes gaben, Gewalt für die zu jedemann höflichen Edelganoven ein Fremdwort war und eine Titelmelodie von reinem Ohrwurmcharakter das Ganze krönte. Und heute? Erinnert sich kein Sender mehr an diese Serie oder ist sie moralisch immer noch zu subversiv? Denn allmählich - so gefühlte 100 Jahre später - könnten sich doch zumindest Sender wie ARTE oder 3Sat vorsichtigst an eine Wiederholung von "Üb immer Treu nach Möglichkeit" herantasten. Ahem ... Kapiert?
    Jack Legatio (geb. 1963) am 21.06.2010: Schon vor 5 Jahren haben Leute wie Heidi Fröhler hier gehofft, dass die Serie mit Monika Berg mal wiederholt wird, leider vergebens; dabei wäre das doch mal ein lohnender Fall für Arte, 3Sat oder die Dritten Programme, die ja schon so manches verschollen geglaubte Fernsehjuwel wieder aus der Versenkung holten
    Reiner (geb. 1956) am 30.12.2005: Würde gerne folgende Serien wiedersehen: - Üb immer Treu nach Möglichkeit - Die Tintenfische - Yancy Derringer - Westlich von Santa Fe - John Klings Abenteuer Waren klasse Serien in den 60ern.
    Andreas Holzenburg am 12.05.2005: Die Titel-Melodie der Serie war wirklich spitze. Gerne wuesste ich wo der Titel zu erwerben waere. Ja.....das waren noch Zeiten. Danke an Turan fuer die Erinnerung und das Lob and den Komponisten des Songs.
    Adelheid Fröhler am 22.02.2004: Die ganze Serie strotzte ja überhaupt vor Musik und vielen Variationen des Titelthemas. Eine ganz verjazzte, die ich mit dem Rekordermikro aufnahm, ließ ich immer wieder besonders laut plärren, was meine Eltern damals schier zur Verzweiflung brachte, denen die etwas zwielichtige Moral und sympathische Darstellung der Gauner in der Serie schon ohnehin recht suspekt war. Und überhaupt, was hatten sie schon von einer Serie zu halten, in der z.B. gezeigt wird, wie Unmengen sündteure Pelze in großen Fischtonnen eine Gasse runterrollen?

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    13 tlg. dt. Comedyserie.

    Gretchen (Monika Berg) ist die Anführerin ener Gruppe von Kleinkriminellen, zu der auch Claus (Klaus Löwitsch) und Berthold (Götz Olaf Rausch) gehören. Dauernd versuchen sie, das große Geld zu machen. Haarklein hecken sie Pläne aus, treffen Vorbereitungen, denken an jedes Detail – und am Schluss geht dann doch wieder was schief. Jedes Mal. Und die Chefin ist verzweifelt.

    Die 25-Minuten-Folgen liefen freitags am Vorabend. Es war in den 60er-Jahren nicht ungewöhnlich, dass eine Serie nach nur einer Staffel einfach so nicht fortgesetzt wurde. In diesem Fall gab es sogar einen Grund: Gangster als Serienhelden? Das war unerhört, das durfte nicht sein. Schluss damit. Nach einer zweijährigen Graswachsphase wurde die Serie wiederholt.