Steckbrief

    Steckbrief

    D 1977–1979
    Deutsche Erstausstrahlung: 25.09.1977 ZDF

    Ein Telefon-Quiz für Schnelldenker.

    „Wer zuerst anruft, gewinnt zuerst.“ Unter diesem Motto startet das ZDF ein literarisches Quiz, in dem aus steckbrieflichen Angaben ein bekannter Autor erraten werden soll. Hier – und darin unterscheidet sich dieses Quiz von anderen – sind die Zuschauer daheim Kandidaten. (Text: Funk Uhr 39/1977)

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Telefonquiz für Schnelldenker. Monatliches 45 minütiges Literaturquiz im Abendprogramm mit Rosemarie Kern.

    In der ersten Viertelstunde der Show wird in Form eines Steckbriefs ein Schriftsteller beschrieben, der anhand dieser Hinweise erraten werden soll. Die Fernsehzuschauer sollen per Telefon mitspielen, der schnellste Anrufer mit der richtigen Lösung gewinnt. Kaum steht die Identität des gesuchten Autors fest, ist er auch schon zum Interview anwesend und stellt anschließend selbst einen Nachwuchsschriftsteller vor.

    In der Auftaktfolge war Johannes Mario Simmel zu erraten und das Telefonnetz des ZDF prompt überlastet. Das wiederholte sich, und das ZDF änderte daraufhin den Ausstrahlungsmodus. Ab Februar 1978 zeigte es wenige Tage vor der eigentlichen Show im Nachmittagsprogramm und noch einmal am späten Abend 15 minütige, ebenfalls Steckbrief genannte Kurzfassungen, um damit Zuschauern die Möglichkeit zu geben, sich kurzfristig auch per Post an dem Ratespiel zu beteiligen. Einsendeschluss war immer schon am nächsten oder übernächsten Tag. Wer in der Nähe der österreichischen Grenze wohnte, konnte die Lösung bereits wissen, im ORF war das Quiz nämlich schon vorher ausgestrahlt worden. Weitere zu erratende Schriftsteller waren u. a. Hildegard Knef, Günther Grass und Ephraim Kishon.

    Die erste Folge geriet in die Kritik, weil der Sendetitel sowie ein mehrmals eingeblendetes Symbolbild (auf dem statt des gesuchten Autors ein anonymer Eierkopf im Fadenkreuz zu sehen war, auf den Schüsse abgefeuert wurden) in der Hochzeit des RAF-Terrorismus als nicht gerade feinfühlig empfunden wurden.

    Die Österreicherin Rosemarie Kern, von der auch das Konzept stammte, erhielt für die Idee und Produktion der Quizreihe den Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung.