Deutsche Erstausstrahlung: 09.05.2005 Das Erste

    Aufstieg und Fall des Architekten, der zu Hitlers Kriegsorganisator wurde und als Spitzentechnokrat die Dauer des Krieges wesentlich verlängerte. Die Geschichte des „Dritten Reichs“, beginnend an seinem Ende: Albert Speer sitzt in einer Nürnberger Gefängniszelle und wartet darauf, dass die Alliierten ihm den Prozess machen.

    Das dreiteilige Filmprojekt über den deutschen Architekten, Rüstungsminister, Kriegsverbrecher, Spandauer Gefangenen und Bestsellerautor Albert Speer ist eine weit ausgreifende biografische Erzählung. In gegenseitiger Kontrastierung und Spiegelung von Fakten und Selbstäußerungen, von filmischer Rekonstruktion und Vergegenwärtigung wird auch und gerade die Seite Albert Speers und seiner Rolle im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte angegangen, die nur mit Skrupeln darstellbar ist. Albert Speer, Heidelberger Bürgersohn, und Adolf Hitler, Protagonist einer verbrecherischen Weltsicht, treffen aufeinander und verlieren sich in einem wahnhaften Größenrausch. Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft, in der zwei sich begegnen, begeistern und aufschwingen zu einem Größenwahn jenseits der Normen von Kultur und Anstand – jenseits der Zivilisation. Diese Anmaßung hat Konsequenzen. Die Rückkehr aus dem blutigen Höhenrausch ist bitter und die Opfer geben keine Ruhe. Schuld und Sühne – das Thema deutscher Familien.

    Die drei Filme sind, in doppelter Hinsicht, ein Prozess – unter der Prämisse, so nüchtern wie möglich dem Nachlass der Täter wie auch der Opfer nachzuspüren … (Text: ARD)

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    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    3 tlg. dt. Dokudrama von Heinrich Breloer und Horst Königstein, Regie: Heinrich Breloer.

    Der Architekt Albert Speer (Sebastian Koch), Rüstungsminister unter Adolf Hitler (Tobias Moretti), schafft es nach dem Zweiten Weltkrieg, sich als reuiger Mitläufer zu präsentieren, der vom Holocaust nichts gewusst habe. Der Film zeigt, wie viel Schuld und Verantwortung Speer in Wirklichkeit trug und wie seine Kinder mit diesem Erbe umgehen.

    Wie schon in ihren früheren Filmen (u. a. Die Manns – Ein Jahrhundertroman) mischten Königstein und Breloer auch hier Spielszenen mit dokumentarischem Material, Archivaufnahmen und Interviews. Die eigentliche und viel diskutierte Zerstörung des Mythos vom Engel aus der Hölle vollzogen die Filmemacher in einer zusätzlichen Dokumentation, die die ARD am Abend des dritten Teils um 23.00 Uhr zeigte.