Sabine Christiansen

    Sabine Christiansen

    D 1998–2007
    Deutsche Erstausstrahlung: 04.01.1998 Das Erste

    Talkshow mit prominenten Gästen, die sich über aktuelle, zumeist politische Themen unterhalten, moderiert von Sabine Christiansen. (Text: ARD)

    Sabine Christiansen – Kauftipps

    Sabine Christiansen – Community

    Jana am 28.12.2005: Meiner Meinung nach ist es sehr sinnvoll sich Polit-Talks wie sabine christiansen oder maischberger anzuschauen..christiansen ist natürlich anspruchsvoller als Berlin Mitte oder Maischberger, meiner meinung nach hat sie das gespräch voll und ganz im griff und weiss die richtigen fragen zur richtigen zeit zustellen..ich finde die sendungen allein schon sinnvoll um abschätzen zu lernen, was man glauben kann und was nicht...
    Lügenjäger am 05.12.2005: Lieber Claus, Deine Einschätzung teile ich überhauptnicht. Christiansen hat nur im Griff, die Kontrahenten aufeinander zu hetzen. Die eigentlichen Fragestellungen werden durch diesen Streit überlagert. Durch diese Art der Politikdarstellung wird nur der Wunsch nach Diktatur gestärkt.
    Albert Flüh (geb. 1986) am 05.12.2005: Ich schaue mir diese Sendung nicht an, weil amn doch wirklich nichts verpasst: Unsere Regierungs- und Oppositionpolitiker sitzen rum und werfen sich die ewig gleichen Phrasen ("das sind die Lasten der Vorgängerregierung", "Das sit die Schuld der Opposition"), dermaßen um die Ohren, dass man danach Bingo spielen könnte.
    Claus am 17.01.2005: Recht gelungener Polit-Talk mit einer charmanten und kompetenten Gastgeberin, die (meist) alles im Griff hat. In Sendungen wie dieser kann man sich einmal ein Bild davon machen, wie dumm, dreist und unverbesserlich viele unserer Volksvertreter sind. Da fragt man sich angesichts der Tatsache, daß viele oder die meisten von ihnen ein Unidiplom in der Tasche haben, wo sie dieses wohl erworben haben.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Polittalkshow mit Sabine Christiansen, Hans Eichel und Gästen.

    Eine Stunde lang befasst sich Christiansen sonntags um 21.45 Uhr mit einem Thema der Woche, meist aus der Politik, und diskutiert es mit prominenten Gästen. Im Vergleich zu Erich Böhmes Talk im Turm, der den Sonntagabend als Talksendeplatz etablierte, versuchte Christiansen vor allem in der Anfangszeit, die reine Talkrunde durch verschiedene unterhaltende Elemente aufzubrechen; geblieben ist ein satirischer Einspielfilm, der jedes Thema einleitet. Die Sendung ist innerhalb der ARD nicht im Bereich Information, sondern in der Unterhaltung angesiedelt, was sie dem Einfluss der vielen Chefredakteure entzieht, deren Urteil entsprechend eindeutig ausfällt. Bereits nach wenigen Wochen hieß es, sie leite die Diskussionen zu wenig, Politiker könnten bei ihr minutenlang reden, ohne dass ihnen jemand Paroli biete: „Die gehen zu Christiansen, weil sie sich da so unwidersprochen wohl fühlen können“, sagte ein ARD-Chefredakteur, der allerdings nicht genannt werden wollte.

    Die Quoten waren dank des Sendeplatzgeschenks im nahtlosen Anschluss an den Tatort vom ersten Tag an gut und wurden über die Jahre noch besser; die Kritiken waren vom ersten Tag an schlecht und wurden über die Jahre noch schlimmer. Christiansen hatte zweifellos die prominentesten Gäste, neben der ersten Riege der Bundespolitik kamen u. a. der britische Premier Tony Blair, der amerikanische Präsident Bill Clinton, seine Frau Hillary, Microsoft-Gründer Bill Gates und UN-Generalsekretär Kofi Annan, und gelegentlich fehlte sogar der Bundesfinanzminister Hans Eichel. Unumstritten war auch Christiansens Fähigkeit, sich so neben ihre Gäste zu setzen, dass es aussah, als würde sie zuhören oder gar eine Diskussion leiten. Der „Spiegel“ nannte Christiansen eine „Journalisten-Darstellerin“; die „Süddeutsche Zeitung“ bestätigte der Moderatorin zudem, „das Cremefarbene“ in die Politik und ins Fernsehen gebracht zu haben. Weitgehend einig war man sich auch, dass Christiansen nicht in der Lage war, Redeschwälle von Politikern zu unterbrechen, und wenn doch, dann nur, wenn es gerade spannend wurde.

    Obwohl (oder weil) in der Sendung selten eine irgendwie fruchtbare Diskussion zustande kam und im Grunde jede Woche neu vor bis zu sechs Millionen Zuschauern der Untergang Deutschlands beschworen wurde und neoliberale Vertreter ihre Rezepte zur Rettung des Landes vorstellen durften, sagte der CDU-Politiker Friedrich Merz in der 250. Sendung 2003: „Ihre Sendung bestimmt die politische Agenda in Deutschland mehr als der Bundestag.“ (Die politische Agenda in Deutschland variierte im Lauf der Jahre zwischen „Wie krank ist Deutschland?“, „Land ohne Kinder – Land ohne Zukunft?“, „Deutschland bankrott – Euro in Gefahr?“, „Macht dieses Steuersystem Deutschland kaputt?“, „Deutschlands Jugend – viele Chancen, wenig Perspektiven?“, „Gewerkschaften, Beamte, Politiker – wer blockiert das Land?“, „Ausbildungsmisere – Wer bietet jungen Menschen noch eine Chance?“, „Neues Jahr, neue Chance: Kommt Deutschland endlich aus der Krise?“, „Deutschland in Not: Krisen und keine Konzepte?“, „Wirtschaftsflaute, Streik – Bleibt Deutschland Schlusslicht?“, „Wohin rollt der Ball – Deutschland AG vor dem Abstieg?“, „Korruption und Stillstand – wie kaputt ist Deutschland?“ und „Polit-Gipfel: Wie kommt Deutschland aus der Krise?“)

    Verheerend wirkte für den CDU/CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber ein völlig verstotterter Auftritt bei Sabine Christiansen im Januar 2002, als er die Moderatorin mit „Frau Merkel“ ansprach. In einer Sendung im September 2002 war Christiansen nicht in, nun ja, üblicher Form. Sie wirkte alkoholisiert. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb: „Sie schwallte nicht, sondern lallte.“ Hinterher hieß es, sie habe starke Beruhigungstabletten genommen. Noch später hieß es, dies sei der Tag gewesen, an dem sie, drei Stunden vor der Live-Sendung, einen Liebesbrief von Ulla Kock am Brink an ihren Ehemann und Produzenten Theo Baltz gefunden habe, von dem sie sich daraufhin beruflich und privat trennte. Seitdem produziert ihre eigene Firma TV21 die Sendung.

    Sabine Christiansen wird live aus einer blauen Kugel in der Nähe der Gedächtniskirche in Berlin gesendet. Sie war 1988 als 360-Grad-Kino gebaut worden und diente danach als schlecht beleumundete Disco.