Deutsche Erstausstrahlung: 07.03.1983 ARD
    Alternativtitel: J. Robert Oppenheimer - Atomphysiker

    Die sehr spannend gedrehte Serie entfaltet anhand der Lebensgeschichte von J. Robert Oppenheimer, einem der Entwickler der Atombombe für die USA, ein großes Stück Zeitgeschichte. Da werden neben den zeitgeschichtlichen Fakten und Entwicklungen auch die persönlichen Emotiunen und Motive der wichtigen Akteure deutlich. Das wird aber nicht, wie in der Leichtkost der Reklamesender zur Hauptsache und kräftig fernsehwirksam ausgeschmückt. Es kommt vielmehr so zueinander, wie es die Realität ausmacht. Und die ist (leider) oft sehr viel spannender als die Phantasien Hollywoods. Wir erleben die Begeisterung des jungen Oppenheimer für die Physik und ihre Möglichkeiten, seinen berechtigten Wunsch, den absolut skrupellosen deutschen Faschismus zu stoppen, sein auf seine Naivität folgendes Entsetzen nach den Massenmorden in Japan – und wir erleben, wie der Retter des freien Westens zum Opfer des freiheitsfeindlichen McCarthyismus wird. Dabei kommt uns so mancher Schauer über den Rücken, z.B., wenn Oppenheimer nach den Filmbildern vom Bombenabwurf in Japan den historischen Satz denkt „Ich wurde zum Tod, zum Zerstörer von Welten.“ oder wenn wir den antikommunistischen Totalitarismus der McCarthy-Kommissionen und ihrer allseits und allüberall bereiten Spitzel beobachten.

    „Oppenheimer“, das ist großes Fernsehen, größer als die Kinoleinwand. Und es ist so spannend, wie es nur die Aufklärung der Realität sein kann. (Text: Karl-Heinz P. Kohn)

    Oppenheimer auf DVD

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    7 tlg. brit. Historiendrama von Peter Prince, Regie: Barry Davis („Oppenheimer“; 1981).

    J. Robert Oppenheimer (Sam Waterston) ist einer der Wissenschaftler, die unter der Leitung von Leslie Groves (Manning Redwood) im Zweiten Weltkrieg am streng geheimen „Manhattan Project“ mitarbeiten und die Entwicklung der Atombombe vorantreiben. Maßgeblich beteiligt ist auch Enrico Fermi (Edward Hardwicke). Oppenheimer, ein wenig naiv und trinkfreudig, ist davon überzeugt, dass dank dieser Erfindung Frieden geschaffen werden könne. Die erste Testexplosion in Los Alamos führt ihm die vernichtende Wirkung vor Augen, und obwohl er sogar noch den Bombenabwurf über Japan empfiehlt, stellt er nach dem Krieg sein Leben in den Dienst des Friedens. Er setzt sich vehement gegen die Verwendung von Nuklearwaffen ein. Durch diese Kehrtwende wird er zum Sicherheitsrisiko für die Regierung, die ihm 1954 das Vertrauen und seine Kompetenzen entzieht, ihm „unamerikanische Umtriebe“ vorwirft und den McCarthy-Untersuchungsausschuss auf ihn ansetzt. Erst die Kennedy-Regierung rehabilitiert ihn später, und 1963 verleiht ihm Präsident Lyndon B. Johnson den Enrico-Fermi-Preis der Atomenergiekommission. Oppenheimer ist mit Kitty Harrison (Jana Shelden) verheiratet und hat zwei Kinder.

    Das Erste zeigte alle sieben einstündigen Folgen innerhalb eines Monats zur Primetime.